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20.05.2016

12:00 Uhr

Forderungsmanagement

Schnell zum Cash

VonThomas Luther

Immer mehr Mittelständler entdecken Factoring als Finanzierungsalternative zum Bankkredit. Das Geld steht meist einen Tag später zur Verfügung. Factoring-Anbieter aus dem Ausland drängen nun auf den deutschen Markt.

Bricklayer building house on construction site.

Bricklayer working on construction site

Handwerker: Auch Kleinbetriebe verkaufen ihre Forderungen.

Quelle: Hugh Sitton/Corbis

DüsseldorfDeutsche Unternehmen setzen bei ihrer Finanzierung zunehmend auf Factoring. Das geht aus den Branchenzahlen des Deutschen Factoring-Verbandes für 2015 hervor. Demnach stiegen die kumulierten Umsätze aller Verbandsmitglieder gegenüber dem Jahr zuvor um 10,1 Prozent auf 209 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Kunden wuchs auf über 20.300 – ein Plus von 7,6 Prozent. Die Mitglieder des Verbandes repräsentieren gemessen am Umsatz über 98 Prozent des verbandlich organisierten Factoring-Marktes in Deutschland.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Als Wachstumstreiber für die Branche gilt der deutsche Mittelstand. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) verkaufen immer häufiger ihre Forderungen an eine darauf spezialisierte Factoring-Gesellschaft, anstatt ihre laufende Kreditlinie in Anspruch zu nehmen, bis der Kunde gezahlt hat. „Factoring wird immer stärker vom Mittelstand genutzt wegen der sofort zur Verfügung stehenden Liquidität. Und es sorgt für eine verlässliche und sichere Finanzplanung“, sagt Alexander M. Moseschus, Geschäftsführer des Deutschen Factoring-Verbandes. „Mittlerweile befinden sich bereits über 88 Prozent der Factoring-Kunden im Segment bis zehn Millionen Euro Factoring-Umsatz.“

Dass immer mehr mittelständische Firmen Factoring nutzen, belegen auch Zahlen des BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand, in dem sich 29 Factoring-Gesellschaften zusammengeschlossen haben, die rund 5700 kleine und mittelgroße Unternehmen betreuen. Ihr Ankaufvolumen wuchs 2015 um 8,5 Prozent, nachdem es im Jahr zuvor lediglich um 3,9 Prozent zugelegt hatte.

„Generell haben die Unternehmen das Thema Factoring entdeckt, weil es ein transparentes und leicht zu realisierendes Finanzierungsprodukt ist“, sagt Volker Ernst, Vorstandsvorsitzender des BFM. „Zudem nehmen viele Unternehmen Factoring auch als frische und moderne Finanzierungsform wahr“, ergänzt Joachim Secker, CEO von GE Capital Germany. Anders als bei einem Bankkredit, der mit einem großen Zeitaufwand und vielen Dokumenten beantragt werden muss, ist Factoring dank moderner Informationstechnologie sehr einfach und effizient zu nutzen.

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