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13.05.2014

10:15 Uhr

Gastbeitrag

Eine Finanzierungsoption für Mittelständler

VonJörg Schröder

Wandelanleihen sind interessant und nicht nur eine Option für große Konzerne. Wenn mittelständische Unternehmer einige Regeln beachten, können auch sie von dem Finanzierungsinstrument profitieren.

13,9 Milliarden Euro beträgt das Volumen der von europäischen Unternehmen im Jahr 2013 emittierten Wandelanleihen. dpa

13,9 Milliarden Euro beträgt das Volumen der von europäischen Unternehmen im Jahr 2013 emittierten Wandelanleihen.

DüsseldorfWandelanleihen waren in der Vergangenheit eher ein Thema für große deutsche Konzerne und ausländische Unternehmen. Das aktuelle Kapitalmarktumfeld führt jedoch vermehrt auch bei mittelständischen Unternehmen zu steigendem Interesse an Wandelanleihen.

Bei der Wandelanleihe handelt es sich um ein festverzinsliches Wertpapier, das dem Inhaber das Recht (Option) einräumt, die Anleihe in einer festgelegten Frist und zu einem vorher definierten Verhältnis in Aktien zu wandeln. Die Emission einer solchen Anleihe benötigt entgegen normalen Anleihen aktienrechtlich einen Hauptversammlungsbeschluss, der meist als Vorratsbeschluss angelegt ist.

Als Argument gegen eine Wandelanleihe wird von Unternehmen häufig dieser Hauptversammlungsbeschluss sowie die mit dem Instrument verbundene mögliche Verwässerung zulasten der Altaktionäre ins Feld geführt.

Die fünf Fallen beim Leasing

Restwertleasing

Finger weg vom Restwertleasing

Viele Leasingverträge enthalten Klauseln, nach denen der Leasingnehmer einen bestimmten Restwert des Fahrzeugs garantieren soll. Den setzen Leasingbanken und Händler häufig unrealistisch überhöht an und programmieren so eine Nachzahlung zum Vertragsende vor. Wer sich von niedrigen Raten locken ließ, kann so ein dickes Ende erleben. Leider bieten auch namhafte Herstellerbanken wie die Volkswagen Leasing und die Toyota Leasing Verbrauchern solche Verträge an.

Tipp: Lesen Sie den Vertrag vor der Unterschrift sorgfältig und in Ruhe durch. Unterschreiben Sie niemals beim Händler, sondern lassen Sie sich den Vertrag nach Hause mitgeben. Verweigert der Händler dies oder entdecken Sie eine Restwertklausel, wissen Sie, dass es sich um ein unseriöses Angebot handelt.

(Quelle: Rechtsanwalt Tobias Goldkamp)

Deckungslücke

Vorsicht Deckungslücke

Erleidet das Leasingfahrzeug während der Vertragslaufzeit einen wirtschaftlichen Totalschaden oder wird es gestohlen, kann es sein, dass trotz Vollkasko die Versicherungsleistungen nicht die fällige Ablösezahlung für die Leasingbank abdecken. Diese Lücke kann durch eine GAP-Versicherung geschlossen werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass eine GAP-Versicherung im Versicherungspaket enthalten ist.

Laufzeit

Feste Laufzeit

Finanzierungsleasingverträge werden fast immer auf eine bestimmte Laufzeit geschlossen und sind nicht vorzeitig kündbar. Das kann zum Problem werden, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern und Sie das Auto nicht mehr brauchen oder nicht mehr bezahlen können.

Tipp: Manchmal kann über Leasingvertragsbörsen im Internet ein Interessent gefunden werden, der in einen laufenden Vertrag einsteigt. Trotzdem sollten Sie überlange Vertragslaufzeiten vermeiden.

Gewährleistung

Unzureichende Gewährleistung

Typischerweise schließen die Leasingbanken die mietrechtliche Sachmängelhaftung aus und treten dem Leasingnehmer stattdessen die kaufrechtlichen Sachmängelansprüche ab. Das bedeutet, dass sich der Leasingnehmer bei Mängeln an den Verkäufer halten muss und nicht ohne weiteres die Zahlung der Leasingraten an die Bank kürzen oder einstellen darf. Problematisch ist, dass die kaufrechtliche Gewährleistung nach spätestens zwei Jahren endet. Hat der Leasingvertrag eine längere Laufzeit, steht der Leasingnehmer im restlichen Zeitraum ohne Gewährleistung da.

So kann es dazu kommen, dass er das kaputte Auto nicht mehr nutzen kann, trotzdem weiter Leasingraten zahlen muss und das Auto am Ende auf eigene Kosten instand setzen muss, weil er gegenüber der Bank verpflichtet ist, es im ordnungsgemäßen Zustand zurück zu geben.

Tipp: Achten Sie auf eine möglichst weitgehende Herstellergarantie. Vermeiden Sie überlange Vertragslaufzeiten.

Abrechnungen

Falsche Abrechnungen

Jeden Tag erreichen uns falsche Leasingabrechnungen. Z.B. werden „Schäden“ in Rechnung gestellt, die nicht vorhanden oder als vertragsgemäße Gebrauchsspuren anzusehen sind. Nach wie vor schlagen viele Leasingbanken Mehrwertsteuer auf schadensbedingte Minderwerte auf, obwohl der BGH entschieden hat, dass diese Position nicht der Umsatzsteuer unterliegt.

Oft versuchen Banken und Händler, den Kunden bei der Rückgabe Protokolle und Formulare vorzulegen, mit denen zweifelhafte Begutachtungen oder Abrechnungspositionen anerkannt werden sollen.

Tipp: Unterschreiben Sie nichts, ohne es vorher sorgfältig und in Ruhe gelesen zu haben. Das ist Ihr gutes Recht! Reichen Sie Abrechnungen im Zweifel zur Prüfung ein.

Diese Bedenken können allerdings dadurch entkräftet werden, dass im Fall der Wandlung die erforderlichen Aktien nicht aus einer bedingten Kapitalerhöhung kommen, sondern von einem Dritten geliefert werden. Der Emittent sichert sich durch diese Call-Option auf eigene Aktien gegen eine Verwässerung ab. In diesem Fall spricht man von einer synthetischen Wandelanleihe. Für die Begebung einer synthetischen Wandelanleihe ist ein Hauptversammlungsbeschluss meist nicht notwendig.

Im Normalfall müssten sich jedoch die beiden Optionen - die in die Wandelanleihe eingebettete sowie die vom Emittenten erworbene - neutralisieren und damit in einen Kupon einer vergleichbaren Anleihe münden. Allerdings hat sich gezeigt, dass sich ein positiver Zinseffekt erzielen lässt, wenn in dem aktuellen Marktumfeld die in die Wandelanleihe eingebettete Option teurer verkauft werden kann als die vom Emittenten erworbene.

Dieser Zinsvorteil allein rechtfertigt jedoch nicht die Begebung des Instruments. Verbunden mit der fehlenden Notwendigkeit eines Ratings sowie der Möglichkeit, für einen nicht gerateten Emittenten einen Teil seines Kapitalmarktexposures zu diversifizieren, ist dies allerdings eine Alternative für börsennotierte Mittelständler.

Der Autor: Jörg Schröder ist Managing Director Capital Markets bei der IKB Deutsche Industriebank.

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