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14.05.2014

10:31 Uhr

Geschäfte mit dem Mittelstand

Firmenkunden im Fokus

VonElisabeth Atzler

Im Leasing zeigt der Trend wieder nach oben. Doch der Markt ist hart umkämpft, denn auch unternehmenseigene Banken wie die des Maschinenbauers Trumpf mischen immer häufiger mit.

Wasserrutsche im Phantasialand Brühl: Die neue Besucherattraktion im Vergnügungspark wurde per Leasing finanziert. Phantasialand

Wasserrutsche im Phantasialand Brühl: Die neue Besucherattraktion im Vergnügungspark wurde per Leasing finanziert.

FrankfurtWohl keine Nachricht hat in der deutschen Bankenbranche zuletzt für so viel Aufsehen gesorgt: Das Traditionsunternehmen Trumpf gründet eine Bank. „Wir schreiben ein Stück schwäbische Wirtschaftsgeschichte“, sagte jüngst Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller.

Die Meldung aus der Ditzinger Zentrale des Maschinenbauers wurde vor allem in der Finanzmetropole Frankfurt mit Erstaunen aufgenommen. Denn eigentlich reißen sich derzeit alle Banken darum, den Mittelstand zu bedienen.

Dennoch gibt es offenbar eine Lücke in der Finanzierung mittlerer und vor allem kleiner Unternehmen. „80 Prozent unserer Kunden machen zwei bis fünf Millionen Euro Umsatz“, sagte Leibinger-Kammüller. Die gingen Banken oftmals „durch die Lappen“. Die großen Banken würden solche Unternehmen teils gar nicht kennen.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Absatzfinanzierung ist zwar auch für etablierte Geldhäuser kein Fremdwort. Doch eine andere Branche ist dort ebenfalls sehr aktiv: die Leasinganbieter. Aber auch die bleiben gelassen, selbst wenn weitere Firmen Banken gründen sollten. „Wir sehen keine Kannibalisierung des Leasinggeschäfts“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler, „zumal etliche Hersteller längst eigene Leasingsparten haben.“ Den Trend gebe es seit den 60er-Jahren.

Tatsächlich besitzen etliche Unternehmen eigene Leasingtöchter, über die sie ihren Kunden eine Finanzierung anbieten. Bereits ein Blick in das Mitgliederverzeichnis des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) bringt entsprechende Treffer: BLG Bizerba Leasing, IBM Deutschland, Heidelberg Print Financial International, Jungheinrich Financial Services, Linde Leasing, Siemens Finance & Leasing, Xerox Leasing Deutschland - um nur einige zu nennen.

Leasing ist für Unternehmen eine Alternative zum klassischen Kredit. Dabei erwerben Leasinggesellschaften Autos, Maschinen oder sonstige Firmenausrüstung und vermieten sie quasi an ihre Kunden. Aber auch die Finanzierung von Wildwasserbahnen, Schneekanonen, Zootieren und Milchkühen kommt vor. Der Kunde zahlt ein Leasingentgelt und kann die Objekte nutzen.

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