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05.05.2015

12:44 Uhr

Handelsschranken

Geschäfte in Zeiten der EU-Sanktionen

VonFlorian Flicke

Das Handelsembargo gegen Russland trifft viele Mittelständler hart. Doch nicht alle Handelsschranken sind geschlossen – es gibt Wege, mit den Firmen vor Ort im Gespräch zu bleiben.

Moskau: Nicht alle Handelsschranken sind geschlossen. dpa

Moskau: Nicht alle Handelsschranken sind geschlossen.

DüsseldorfDie junge Geschichte des Windenergiespezialisten FWT aus dem Westerwald beginnt mit einer fulminanten Pleite. Nach der Insolvenz des Windkraftpioniers Fuhrländer AG Ende 2012 übernahm FWT Teile der Technologie und bestehende Geschäftskontakte ins Ausland. „Darunter war auch eine enge Zulieferkooperation mit einem Werk für Windkraftanlagen in der Ukraine“, sagt Henning Zint, der bei FWT Marketing und Vertrieb verantwortet. Die Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Partnern begann zunächst vielversprechend, doch die rasante Zuspitzung der politischen Lage und die gegenseitigen Sanktionen zwischen der Europäischen Union und Russland sorgten vorerst für einen Stopp des Geschäfts - zumindest in der Ukraine.

Für die Rheinland-Pfälzer kein Grund, gleich alle Brocken im Osten hinzuwerfen. Die Beziehung zum ukrainischen Partner ist so gut und gefestigt, dass FWT nun als dessen Subunternehmer Kasachstan erschließt und dort ein Vorzeigeprojekt für die Weltausstellung Expo baut, die 2017 in der Hauptstadt Astana stattfinden soll. Aktuell führt FWT Verhandlungen über einen weiteren Windpark im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Bei der Finanzierung helfen die Landesbank Berlin und eine Euler-Hermes-Deckung.

Das Beispiel FWT zeigt: Trotz der anhaltenden Spannungen und Sanktionen sind im Osten Europas nicht alle Handelsschranken geschlossen. Das gilt selbst sogar für Russland: Während deutsche Auto- und Maschinenbauer, aber auch die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln unter den Handelshemmnissen ächzen, herrscht bei Unternehmen anderer Branchen dennoch oft business as usual. „Die Absicherung und die Finanzierung von deutschen Exporten nach Russland sind auch nach Verhängung der EU-Sanktionen vom September möglich“, meint Piotr Napolski, Osteuropaexperte der WGZ Bank.

Die exportierten Waren dürfen nur nicht auf der Verbotsliste stehen. Erlaubt sind weder Waffen noch Güter und grundsätzlich Technologien, die zugleich zivil wie auch militärisch genutzt werden könnten. Auch Technologien, die bei der Ölexploration zum Einsatz kommen, dürfen gegenwärtig nicht exportiert werden.

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