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15.04.2014

12:40 Uhr

Investitionen stemmen

Leasing oder Finanzierung?

VonThomas Luther

In 2013 wurden Investitionen über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Über zwei Drittel davon entfielen auf „alles, was Reifen hat“. Das Finanzierungsinstrument ist äußerst beliebt – und schont die Bilanz.

Pkws, Lkws und Spezialfahrzeuge: Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmer über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Ein Großteil davon entfiel auf alles, was Reifen hat. dpa

Pkws, Lkws und Spezialfahrzeuge: Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmer über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Ein Großteil davon entfiel auf alles, was Reifen hat.

DüsseldorfWenn der deutsche Mittelstand im laufenden Jahr kräftig investieren wird, hofft eine Branche davon besonders zu profitieren: die Leasinganbieter. Schließlich wird über die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen, genau 52 Prozent, über Leasing finanziert. „In dem Umfang, wie die gesamtwirtschaftlichen Investitionen steigen werden, werden auch die Leasingunternehmen daran partizipieren“, ist Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), überzeugt. „Es wird also ein relativ gutes Jahr für die Branche, wenn keine negativen Einflüsse dazwischenkommen.“

2013 haben die Unternehmen Investitionen über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Über zwei Drittel davon entfielen auf „alles, was Reifen hat“, wie es Fittler formuliert – also Pkws, Lkws und Spezialfahrzeuge. Ein Grund für die Beliebtheit des Finanzierungsinstruments ist, dass der Leasingnehmer seine Bilanz ebenso schont wie seine Eigenmittel.

Leasing ist vom Charakter her zwar eine Fremdfinanzierung. Den Investitionsgegenstand mietet das Unternehmen aber quasi nur von der Leasinggesellschaft. Folge: Von Ausnahmefällen abgesehen stellen die Leasingraten einen Aufwand dar, der Gegenstand selbst wird von der Leasinggesellschaft aktiviert. Anders als bei einer Finanzierung über ein Bankdarlehen bläht eine leasingfinanzierte Investition nicht die Bilanz mit Fremdkapital auf - ein Vorteil in Hinblick auf ein Rating durch die Hausbank.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Dazu kommen in vielen Fällen positive Effekte auf Liquidität und Cashflow. „Unternehmen, die zum Beispiel in eine Solaranlage oder ein Blockkraftheizwerk investieren, um unabhängiger in ihrer Energieversorgung zu werden, können zumindest Teile der Leasingraten aus den gesparten Stromkosten finanzieren“, rechnet Fittler vor.

„Attraktiv ist Leasing als Finanzierungsalternative aber auch deshalb, weil der Vertrag und die Konditionen individuell an die betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden können“, sagt Kai Ostermann, Chef der Deutschen Leasing. So kann die Laufzeit des Vertrages genau mit der Nutzungsdauer abgestimmt werden. „Viele Unternehmen wollen zudem vor einer Investition beraten werden und den nachfolgenden Service wenn möglich in einem Paket kaufen - etwa im Fuhrparkmanagement oder bei der IT-Ausstattung“, weiß Ostermann.

Der Service hat freilich seinen Preis: Nach Angaben der IHK Heilbronn liegen die Kosten einer Leasingfinanzierung im Einzelfall bis zu 40 Prozent über der Summe, die beim direkten Kauf des Leasinggegenstandes angefallen wären. Dabei sind allerdings noch Kosten eines alternativen Bankkredits und die Servicekosten zu berücksichtigen.

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