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26.04.2013

09:56 Uhr

König der Investoren

Ohne Leasing läuft nichts mehr

VonGian Hessami

Was Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch niemand ahnte: Das damals noch taufrische Leasinggeschäft ist heute aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. Tatsächlich ist die Branche Deutschlands größter Investor.

Reihe von Dienstwagen: 1,6 Millionen Leasing-Verträge wurden 2012 neu abgeschlossen. picture alliance/dpa

Reihe von Dienstwagen: 1,6 Millionen Leasing-Verträge wurden 2012 neu abgeschlossen.

AachenAlbrecht Dietz und das Leasing gehören zusammen wie Thomas Edison und die Glühbirne. Dietz gilt in Deutschland als Pionier der Leasingbranche. Als er 1962 in Düsseldorf die Maschinen Miete GmbH gründete, konnte noch keiner ahnen, wie erfolgreich die neue Finanzierungsform später einmal werden würde.

Dass Güter wie Autos, Immobilien oder Maschinen dabei zeitlich begrenzt zur Nutzung überlassen werden, gehört heutzutage fest zum Wirtschaftsleben dazu. So ist die Leasingbranche Deutschlands größter Investor. 2012 wurden 1,6 Millionen Leasing-Verträge neu abgeschlossen, das jährliche Investitionsvolumen lag bei über 49 Milliarden Euro. Zu den Leasing-Kunden zählen insbesondere mittelständische Unternehmen.

Die beliebtesten Dienstwagen des Jahres

Der Test

Bei Europas größtem Praxis-Vergleichstest "Firmenauto des Jahres" dominierten 2012 Dieselfahrzeuge. 250 Fuhrpark-Manager testeten für die Zeitschrift "Firmenauto" und die Prüfgesellschaft Dekra 66 Modelle in neun Kategorien und legten dabei an zwei Tagen in 66 Fahreugen rund 30.000 Testkilometer zurück. Jede Kategorie teilt sich in Import- und Gesamtwertung. Bei den kleinen Vans gab es mangels mehrerer Import-Modelle nur einen Gesamtsieger. Die Sieger im Überblick ...

Minicars

Somit siegten 17 verschiedene Modelle, darunter 13 Diesel, zwei Benziner und jeweils ein Diesel-Hybrid und Elektroauto. Die Dominanz der Selbstzünder resultiert aus der Tatsache, dass die Tester neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Autos bewerteten.

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen sind allerdings die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Elektro

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen liegen die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen gewann der Peugeot 208 e-HDI 92 die Import- und der Audi A1 Sportback 1.4 TFSI die Gesamtwertung.

Obere Mittelklasse

Die Gesamtwertung in der oberen Mittelklasse entschied mit dem Mercedes E300 Bluetec Hybrid T-Modell, das einzige Fahrzeug mit Diesel-Hybrid-Antrieb, für sich, die Importwertung ging an den Jaguar XF.

Mittelklasse

Mittelklasse: Während der Gesamtsieg an den Mercedes E 300 Bluetec Hybrid T-Modell ging, fuhr der Jaguar XF 2.2 Diesel in der Importwertung die besten Noten ein.

Mittelklasse-Kombi

Nur ein Fahrzeug von asiatischen Herstellern schaffte den Sprung aufs Siegertreppchen. Der Hyundai i40 cw 1.7 CRDI lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Der Mittelklassekombi i40cw feierte seinen Marktstart in Deutschland im September 2011 und wurde seither, gemeinsam mit der Limousine i40, die im Februar 2012 die Modellreihe ergänzte, rund 5.000 Mal verkauft. Beide Fahrzeuge entstanden im europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim unter der Federführung von Chefdesigner Thomas Bürkle. Mit einem Gepäckraumvolumen von 553 bis 1.719 Litern gehört der Kombi zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse. Für beide Modellvarianten bietet Hyundai spezielle Business-Pakete an, die für zusätzlichen Komfort bei Vielfahrern sorgen. Der i40cw 1.7 CRDi ist erhältlich ab einem Bruttopreis von 24.990 Euro (23.352 Euro netto).

Importwertung

Der Hyundai i40 lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Innovationspreis

Immerhin gewann Mazda für seine „Skyactive-Technologie“, die konsequenten Leichtbau und eine Optimierung der Verbrennungsmotoren propagiert, den Innovationspreis.

Kleine SUV

In den Klassen SUV und Vans vergaben die Tester jeweils einen Preis für kompakte und große Fahrzeuge. Bei den kleinen SUV gewannen Volvo XC60 D5 AWD und BMW X3 xDrive 20d, bei den großen SUV ...

Kompakte SUV

Kleine und kompakte SUV: Der gesamtsieg geht an den BMW X3 xDrive 20d, der Volvo XC 60 D5 AWD führt 2012 die Importwertung in dieser Klasse bei den Fuhrpark-Managern an.

Große SUV

Bei den großen SUV siegten der Range Rover Sport SD V6 und der Porsche Cayenne Diesel.

Kompaktwagen

Der Sieg in der Klasse der Kompakten ging an den Volkswagen-Konzern, die Importwertung gewann Skoda mit dem Octavia Combi in der Ausführung 1.6 TDI Greentect, die Gesamtwertung gewann in diesem Jahr in dieser Klasse Audi mit dem A3 Sportback, ebenfalls mit 1.6 TDI-Motorisierung.

Kompakt Vans

Die einzige Wertung bei den Kompakt-Vans entschied der Mercedes B 180 CDI für sich.

Maxi-Vans

Die besten Maxi-Vans waren der Seat Alhambra und der VW Sharan, beide mit der Motorisierung 2.0 TDI.

Die Teilnehmer

An der Wahl nahmen 2.732 Fuhrparkprofis teil. Neben Fahrzeugherstellern, Leasinggesellschaften und Versicherungen stellten sich auch Tankkartenanbieter, Werkstätten und Reifenhersteller der Wahl. Gewürdigt wurden Unternehmen, die sich erfolgreich im Flottenmarkt engagieren, überdurchschnittliche Qualität liefern, sich großer Sympathie erfreuen oder besonders kundenorientiert arbeiten.

Die besten Marken

Als „Die besten Marken“ wurden ausgezeichnet: Audi für guten Service für Flottenkunden; Volkswagen Leasing, CPM Car Professional Management, Europcar, Volkswagen als umweltfreundlichste Marke, Continental, Vergölst für den Reifeservice, Aral für die Tankkarten, Allianz, A.T.U. als freie Werkstätten und als Pkw-Börse autoscpout24.de.

Leasing ist für viele Unternehmen attraktiv, da sie so die Investitionsgüter nicht mehr selbst anschaffen müssen. Weil der Leasinggegenstand zum Anschaffungszeitpunkt nicht bezahlt werden muss, können die monatlichen Raten dann aus den Erlösen finanziert werden, die mit dem wirtschaftlichen Einsatz des Objektes erzielt werden.

Dazu kommt eine Reihe weiterer Vorteile. Einer davon ist, dass die Leasingrate - mithin die finanzielle monatliche Belastung - und die Laufzeit, über die hinweg der Leasinggegenstand dem Leasingnehmer überlassen wird, von Anfang an feststehen.

Damit haben Unternehmen Planungssicherheit und können die Raten in ihrem Etat fest einkalkulieren - zudem bleiben die geleasten Güter wegen der überschaubaren Laufzeiten auf dem neuesten Stand der Technik.

Läuft der Vertrag aus, wird der Gegenstand zurückgegeben und bei Bedarf gegen einen modernen neuen getauscht, was vor allem in Bereichen mit hohem technologischem Wandel und Entwicklungstempo von Vorteil ist - etwa im IT-Bereich. Weiterhin können Unternehmen die Leasingausgaben steuerlich als Betriebsausgaben absetzen.

Wegmarken zum Erfolg

1962 ...

... werden die Deutsche Leasing GmbH und die Maschinen Miete GmbH gegründet.

1965

Erstmals steigt eine Bank ins Leasinggeschäft ein.

1971

Deutsche Leasing GmbH, Maschinen Miete GmbH und Mietdienst fusionieren zur Deutsche Leasing AG.

1980er Jahre

Der Siegeszug des Fahrzeugleasings beginnt.

2006

Das Leasingneugeschäft steigt erstmals über die Marke von 50 Milliarden Euro.

2009

Die Finanzkrise trifft die Branche hart; das Neugeschäft sinkt um mehr als 20 Prozent.

Allerdings hat Leasing auch Nachteile: Die entstehenden Leasingkosten können je nach Vertragsdauer nach Angaben der IHK Heilbronn zwischen 20 und 40 Prozent über der Summe liegen, die beim Kauf des Leasinggegenstandes angefallen wären.

Allerdings sind dann auch die Finanzierungskosten zu berücksichtigen, die unter Umständen für einen Kredit anfallen. Dennoch sind die Kosten beim Leasing tendenziell höher als bei der Kreditfinanzierung.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.05.2013, 10:39 Uhr

Und?

hohlbirnen

18.05.2013, 11:22 Uhr

na da hat sich ne schöne blase aufgebaut ,vornehmlich im automobilbau. die firmenbanken sind grö´ßte auftraggeber,bestimmen also auch die IFRS fantasie bei der bilanzerstellung.

wenn die darlehen-abs- nicht weiterverkauft werden könnnen,muß dann wieder der steuerzahler ran.

was beim nächsten konjunkturabsturz jedoch nicht mehr klappen wird,da flasche leer und flaschen im management

Bedenker

18.05.2013, 21:33 Uhr

Hauptsache konsumieren. Leasing und Kreditkarte haben Kauf und Besitz schon längst abgelöst. Alles nur auf Pump, für das wirtschaftliche Handeln ist nur noch die Ratenhöhe ausschlaggebend. Ob man sich dies überhaupt leisten, wird nicht hiterfragt.Ersparnisse NULL. Das endet garantiert böse.

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