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25.10.2012

16:10 Uhr

Leasing-Special

Wenn am falschen Ende gespart wird

VonAnke Brillen

Seit Ausbruch der Finanzkrise denken nur wenige Flottenmanager strategisch. Um Geld zu sparen, leasen viele Unternehmen ihre Dienstwagen bei mehreren Anbietern – doch das rechnet sich selten.

DHL-Lieferfahrzeuge: Nur wenige Unternehmen denken bei ihrem Flottenmanagement strategisch. ap

DHL-Lieferfahrzeuge: Nur wenige Unternehmen denken bei ihrem Flottenmanagement strategisch.

DüsseldorfDie Dienstwagenflotte der Time-Partner-Gruppe ist umweltbewusst und nachhaltig unterwegs. Die Mitarbeiter fahren kleinere Fahrzeuge und werden dafür mit mehr Attraktivität bei der Innenausstattung belohnt. Das Hamburger Unternehmen hat deshalb den Flottenstandard Gold (120 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro gefahrenen Kilometer) auf Anhieb erreicht. Möglich war das durch ein Bonus/Malus-System für die Fahrzeuge aller Hierarchiestufen.

Doch seit Ausbruch der Finanzkrise denkt nur eine Minderheit der Unternehmen, die eine Fahrzeugflotte im Einsatz haben, strategisch, beobachtet Udo Dewein, Vorstand der Leasecontrol AG. Immer mehr Unternehmen arbeiten mit mehreren Leasinggesellschaften zusammen, um Kosten zu sparen - unterm Strich rechne sich das aber nicht: "Ausschreibungen sind selbst in Kleinunternehmen schick, und so sind bei kleineren Fuhrparks mit dreißig Fahrzeugen nicht selten drei verschiedene Leasinganbieter am Start", beschreibt Udo Dewein den Trend. "Pro Fahrzeug wird der günstigste Anbieter gewählt."

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Ein Elch als Hirsch? Die Frisur von Frau Merkel? Keine Frage: Der Autovermieter Sixt ist für Kampagnen der etwas anderen Art bekannt. Seine jüngste Werbeaktion fällt allerdings aus dem Rahmen.

Das Ergebnis sei eine Leasingratenoptimierung, die oft weniger als zehn Euro pro Fahrzeug und Monat betrage - zu einem hohen Preis. Denn mit der Zahl der Leasinganbieter steigt auch der administrative Aufwand. "Es wird am falschen Ende gespart. Das Problem ist am Ende das Flottenmanagement, das nicht mehr vernünftig gehandhabt werden kann", so Dewein. Die Prozesskosten - rund zwölf Prozent an den Gesamtkosten einer Flotte - erhöhen sich, weil verschiedene Managementsysteme verwendet werden. Neun Prozentpunkte könnten mit einem einheitlichen EDV-System eingespart werden - doch unterschiedliche Tools machen dieses Potenzial zunichte.

Die beliebtesten Autos der Deutschen 2011

Mini

1. Smart Fortwo: 29.465 verkaufte Einheiten / 16,6 Prozent Marktanteil
2. Renault Twingo: 21.897 verkaufte Einheiten / 12,3 Prozent Marktanteil
3. Fiat 500: 16.929 verkaufte Einheiten / 9,5 Prozent Marktanteil

Kleinwagen

1. VW Polo:  90.720 verkaufte Einheiten  /  15,5 Prozent Marktanteil
2. Opel Corsa: 70.152 verkaufte Einheiten  /  12,0 Prozent Marktanteil
3. Ford Fiesta:  53.940 verkaufte Einheiten  /  9,2 Prozent Marktanteil

Kompaktwagen

1. VW Golf: 258.059 verkaufte Einheiten  /  32,0 Prozent Marktanteil
2. Opel Astra: 86.579 verkaufte Einheiten  /  10,8 Prozent Marktanteil
3. Ford Focus: 61.157 verkaufte Einheiten  /  7,6 Prozent Marktanteil

Mittelklasse

1. VW Passat:  103.507 verkaufte Einheiten  /  22,2 Prozent Marktanteil
2. Mercedes C-Klasse: 79.820 verkaufte Einheiten  /  17,1 Prozent Marktanteil
3. BMW 3er:  62.280 verkaufte Einheiten  /  13,4 Prozent Marktanteil

Obere Mittelklasse

1. BMW 5er:  59.756 verkaufte Einheiten  /  36,5 Prozent Marktanteil
2. Mercedes E-Klasse:  49,961 verkaufte Einheiten  /  30,5 Prozent Marktanteil
3. Audi A6: 46.076 verkaufte Einheiten  /  28,1 Prozent Marktanteil

Oberklasse

1. Mercedes CLS: 6.248 verkaufte Einheiten  /  21,0 Prozent Marktanteil
2. BMW 7er:  5.062 verkaufte Einheiten  /  17,0 Prozent Marktanteil
3. Mercedes S-Klasse:  4.730 verkaufte Einheiten  /  15,9 Prozent Marktanteil

Geländewagen

1. VW Tiguan:  45.662 verkaufte Einheiten  /  12,7 Prozent Marktanteil
2. BMW X1:  33.480 verkaufte Einheiten  /  9,3 Prozent Marktanteil
3. Dacia Duster:  22.726 verkaufte Einheiten  /  6,3 Prozent Marktanteil

Sportwagen

1. Mercedes E-Klasse Coupé:  11.410 verkaufte Einheiten  /  23,6 Prozent Marktanteil
2. Mercedes SLK: 8.610 verkaufte Einheiten  /  17,9 Prozent Marktanteil
3. Porsche 911: 6.373 verkaufte Einheiten  /  13,2 Prozent Marktanteil

Mini-Vans

1. Opel Meriva:  41.097 verkaufte Einheiten  /  19,0 Prozent Marktanteil
2. Nissan Qashqai:  32,651 verkaufte Einheiten  /  15,1 Prozent Marktanteil
3. Mercedes B-Klasse:  30.053 verkaufte Einheiten  /  13,9 Prozent Marktanteil

Großraumlimousinen

1. VW Touran:  55.416 verkaufte Einheiten  /  34,2 Prozent Marktanteil
2. VW Sharan:  22.055 verkaufte Einheiten  /  13,6 Prozent Marktanteil
3. Opel Zafira:  19.66 verkaufte Einheiten  /  12,1 Prozent Marktanteil

Quelle: KBA (Kraftfahrt-Bundesamt)

Dewein rät Flottenbetreibern, sich nach einem Preisvergleich für einen Leasinganbieter zu entscheiden und mindestens einen Zyklus lang miteinander zu arbeiten. Denn die Segmentierung erzeuge nicht nur Reibungsverluste bei der Fuhrparkverwaltung - sie erschwere auch das Controlling, weil ein einheitliches Reporting fehlt.

Die beliebtesten Dienstwagen des Jahres

Der Test

Bei Europas größtem Praxis-Vergleichstest "Firmenauto des Jahres" dominierten 2012 Dieselfahrzeuge. 250 Fuhrpark-Manager testeten für die Zeitschrift "Firmenauto" und die Prüfgesellschaft Dekra 66 Modelle in neun Kategorien und legten dabei an zwei Tagen in 66 Fahreugen rund 30.000 Testkilometer zurück. Jede Kategorie teilt sich in Import- und Gesamtwertung. Bei den kleinen Vans gab es mangels mehrerer Import-Modelle nur einen Gesamtsieger. Die Sieger im Überblick ...

Minicars

Somit siegten 17 verschiedene Modelle, darunter 13 Diesel, zwei Benziner und jeweils ein Diesel-Hybrid und Elektroauto. Die Dominanz der Selbstzünder resultiert aus der Tatsache, dass die Tester neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Autos bewerteten.

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen sind allerdings die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Elektro

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen liegen die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen gewann der Peugeot 208 e-HDI 92 die Import- und der Audi A1 Sportback 1.4 TFSI die Gesamtwertung.

Obere Mittelklasse

Die Gesamtwertung in der oberen Mittelklasse entschied mit dem Mercedes E300 Bluetec Hybrid T-Modell, das einzige Fahrzeug mit Diesel-Hybrid-Antrieb, für sich, die Importwertung ging an den Jaguar XF.

Mittelklasse

Mittelklasse: Während der Gesamtsieg an den Mercedes E 300 Bluetec Hybrid T-Modell ging, fuhr der Jaguar XF 2.2 Diesel in der Importwertung die besten Noten ein.

Mittelklasse-Kombi

Nur ein Fahrzeug von asiatischen Herstellern schaffte den Sprung aufs Siegertreppchen. Der Hyundai i40 cw 1.7 CRDI lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Der Mittelklassekombi i40cw feierte seinen Marktstart in Deutschland im September 2011 und wurde seither, gemeinsam mit der Limousine i40, die im Februar 2012 die Modellreihe ergänzte, rund 5.000 Mal verkauft. Beide Fahrzeuge entstanden im europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim unter der Federführung von Chefdesigner Thomas Bürkle. Mit einem Gepäckraumvolumen von 553 bis 1.719 Litern gehört der Kombi zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse. Für beide Modellvarianten bietet Hyundai spezielle Business-Pakete an, die für zusätzlichen Komfort bei Vielfahrern sorgen. Der i40cw 1.7 CRDi ist erhältlich ab einem Bruttopreis von 24.990 Euro (23.352 Euro netto).

Importwertung

Der Hyundai i40 lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Innovationspreis

Immerhin gewann Mazda für seine „Skyactive-Technologie“, die konsequenten Leichtbau und eine Optimierung der Verbrennungsmotoren propagiert, den Innovationspreis.

Kleine SUV

In den Klassen SUV und Vans vergaben die Tester jeweils einen Preis für kompakte und große Fahrzeuge. Bei den kleinen SUV gewannen Volvo XC60 D5 AWD und BMW X3 xDrive 20d, bei den großen SUV ...

Kompakte SUV

Kleine und kompakte SUV: Der gesamtsieg geht an den BMW X3 xDrive 20d, der Volvo XC 60 D5 AWD führt 2012 die Importwertung in dieser Klasse bei den Fuhrpark-Managern an.

Große SUV

Bei den großen SUV siegten der Range Rover Sport SD V6 und der Porsche Cayenne Diesel.

Kompaktwagen

Der Sieg in der Klasse der Kompakten ging an den Volkswagen-Konzern, die Importwertung gewann Skoda mit dem Octavia Combi in der Ausführung 1.6 TDI Greentect, die Gesamtwertung gewann in diesem Jahr in dieser Klasse Audi mit dem A3 Sportback, ebenfalls mit 1.6 TDI-Motorisierung.

Kompakt Vans

Die einzige Wertung bei den Kompakt-Vans entschied der Mercedes B 180 CDI für sich.

Maxi-Vans

Die besten Maxi-Vans waren der Seat Alhambra und der VW Sharan, beide mit der Motorisierung 2.0 TDI.

Die Teilnehmer

An der Wahl nahmen 2.732 Fuhrparkprofis teil. Neben Fahrzeugherstellern, Leasinggesellschaften und Versicherungen stellten sich auch Tankkartenanbieter, Werkstätten und Reifenhersteller der Wahl. Gewürdigt wurden Unternehmen, die sich erfolgreich im Flottenmarkt engagieren, überdurchschnittliche Qualität liefern, sich großer Sympathie erfreuen oder besonders kundenorientiert arbeiten.

Die besten Marken

Als „Die besten Marken“ wurden ausgezeichnet: Audi für guten Service für Flottenkunden; Volkswagen Leasing, CPM Car Professional Management, Europcar, Volkswagen als umweltfreundlichste Marke, Continental, Vergölst für den Reifeservice, Aral für die Tankkarten, Allianz, A.T.U. als freie Werkstätten und als Pkw-Börse autoscpout24.de.

Ob der Einsatz vieler Leasinganbieter Einsparungen erzielt oder zusätzliche Kosten produziert, wird kaum zu ermitteln sein. Dabei können sich Fuhrparkmanager solche Unkenntnis in der Praxis nicht leisten: Denn sie erwartet laut der Center-Automotive-Research-(CAR-)Studie "Trends im Fuhrparkmanagement" im Auftrag des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. ein "massiver Druck zur Kosten- und Prozessoptimierung". Die Kostensituation in den Fuhrparks werde insbesondere durch die schnell steigenden Treibstoffpreise stark belastet.

Fachleute gehen außerdem von massiv steigenden Kosten durch weitere Steuererhöhungen und andere politische Entwicklungen aus. Entscheidungen rund um den Fuhrpark sind daher meist komplex, so dass die Experten Bedarf an einer weiteren Professionalisierung des Fuhrparkmanagements auch bei kleineren Flotten sehen. Ein Vergleich der reinen Leasingrate reicht daher kaum aus.

Kommentare (2)

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Ischbins

25.10.2012, 19:15 Uhr

12% der Gesamtkosten für Administration? Bei uns stimmt das nicht mal ansatzweise. Und der Zusatzaufwand durch das Handling zweier Anbieter ist auch nicht groß. Jedes Fahrzeug einer anderen Leasinggesellschaft zu geben, ist sicher nicht zweckmäßig. Aber an einer zweiten Leasinggesellschaft ist noch niemand gestorben. Ein Ansatz ist, die Fahrzeuge zu den jeweiligen Captives zu geben. Das bringt schon etwas - und man hat dauerhaft gute Preise. Aber natürlich kann man auch mit einer Leasinggesellschaft gut fahren.

Lutz

26.10.2012, 09:07 Uhr

Inzwischen gibt es eine Reihe von Softwaresystemen, die es dem Fuhrparkmanager bzw. dem Dienstwagennutzer erlauben, markenunabhängig Fahrzeuge zu konfigurieren und dabei im Hintergrund ein Multi-Bidding-Verfahren über mehrere Leasinganbieter laufen zu lassen. Ergebnis ist eine immer optimale Leasingrate. Dabei spielt es noch nicht einmal eine Rolle, ob Kapitalleasingraten, Fullservice-Leasingraten oder eine Mischung aus bspw. Kapitalraten der Captives und Serviceraten einer markenunabhängigen Leasinggesellschaft miteinander pro Fahrzeug kombiniert und dann verglichen werden sollen. So ein System senkt die Prozesskosten enorm und kann auch bis zu einem "Fahrerportal" ausgebaut werden.
Ein effektives Fuhrparkmanagementsystem im Hintergrund kann dann auch noch helfen, Daten unterschiedlicher Leasinggeber oder anderer Dienstleister (Tankkarten-Anbieter, Schadensmanagement) zu konsolidieren und dem Fuhrparkleiter einen entsprechenden Gesamtüberblick (Reporting, Controlling)über seinen Fuhrpark und dessen Kosten zu geben.
Die vermeintlichen Nachteile hoher Prozesskosten, fehlender Übersicht und eines uneinheitlichen Reportings machen solche Systeme wett. Hinzu kommt, dass bei einem (irgendwann unvermeidlichen) Wechsel des Leasinggebers alle Daten in der gewünschten Tiefe und Qualität zur Verfügung stehen und keine durch den Wechsel des einzigen Leasinganbieters entstehenden Prozesskosten anfallen. Der Fuhrpark erreicht damit eine weitgehende Unabhänigkeit von der Leasinggesellschaft, eine hohe Flexibilität sowie eine maximale Transparenz.
Knackpunkt solcher Systeme sind natürlich deren Kosten, die sich aktuell noch nicht für kleinere Fuhrparks rechnen. Aber auch hier arbeiten einige Anbieter bereits an Lösungen, die auch für Fuhrparkgrößen unter 50 oder 100 Fahrzeugen rentabel sind.
In Fachzeitschriften oder beim Bundesverband Fuhrparkmanagement erhält man sicherlich ausreichende Informationen zu diesen Software- und Systemanbietern.

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