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19.05.2012

07:58 Uhr

Leasingbranche

Elektroautos kommen nicht in Fahrt

VonAnke Brillen

Die steigenden Benzinpreise sorgen bei den Deutschen für Frust. Doch ein Elektroauto zu kaufen oder zu leasen steht dennoch nur selten zur Debatte. Die Branche hat von dem Geschäft mit den Öko-Mobilen mehr erwartet.

Ein Elektroauto mit einem gelben Stromkabel. dpa

Ein Elektroauto mit einem gelben Stromkabel.

BielefeldElektromobilität kommt auf deutschen Straßen trotz steigender Benzinpreise nur langsam in Fahrt. Die Deutschen tun alles Mögliche, um Sprit zu sparen – nur nicht Elektroautos kaufen oder leasen. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR (Center Automotive Research) an der Universität Duisburg-Essen, fordert daher eine Quote für alternative Antriebe, „wenn wir die Energiewende bei Autos wirklich wollen“.

Die hohen Benzinkosten treiben in Wirklichkeit seltsame Blüten: „Wir sind extra umgezogen, um weniger an der Ampel zu stehen und damit Benzin zu sparen“, verbreitet eine Pendlerin ihr „Sparmodell“ in einem Internetforum. Der Autoclub ADAC fordert im Verein mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) eine höhere Pendlerpauschale, und Baden Württemberg vermeldet Rekorde bei Spritsparkursen. „Schleichen“ wird auf Deutschlands Straßen zum Volkssport. Doch Elektromobilität nimmt nur sehr langsam Fahrt auf.

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Dabei galt gewerbliches Flottenleasing als Beschleuniger. Denn „Flottenbetreiber können andere Finanzierungsmodelle nutzen als Privatkunden“, wie im ersten Bericht der Nationalen Plattform E-Mobilität zu lesen war. Die Annahme, dass die gewerblichen Fuhrparks den Anschub schaffen, hat sich bisher nicht bewahrheitet. Ursache für die Zurückhaltung ist der hohe Anschaffungspreis, der noch nicht durch die Spritpreise kompensiert werden kann und eine Anschaffung ökonomisch rechtfertigen würde. Der Mehrpreis gegenüber konventionellen Fahrzeugen beträgt derzeit etwa 9000 Euro und verteuert dementsprechend die Leasingkosten.

Die Zulassungszahlen von E-Fahrzeugen spiegeln dies wider: Laut Kraftfahrtbundesamt sind aktuell 5235 Elektroautos in Deutschland zugelassen. Davon entfallen 694 E-Fahrzeugzulassungen auf das erste Quartal 2012. Bisher ist aber nur ein Bruchteil dieser Fahrzeuge an gewerbliche Flottenbetreiber verleast worden. Spitzenreiter ist Athlon Car Lease mit rund 200 E-Fahrzeugen, gefolgt von ALD mit 25 E-Cars und die GE-Tochter ASL Fleet mit etwa 20 E-Fahrzeugen im Leasing. Das Gros der E-Cars wird von Energieversorgern und Kommunen für Demonstrationszwecke genutzt.

„Um Flottenbetreiber zum Umdenken zu bewegen, müsste Kraftstoff deutlich teurer werden“, sagt Dudenhöffer. 2008 war der Moment günstig: Die Spritpreise hatten damals ein Rekordhoch erreicht: Im Juli 2008 kostete Super 1,521 Euro je Liter, Diesel 1,488 Euro. „Unternehmen waren zunehmend bereit, E-Mobilität in ihre Flotte zu integrieren“, sagt Thomas Reiter, Direktor Unternehmensentwicklung & Marketing bei der ALD Automotive in Hamburg. „Damals wollten sich Fuhrparkbetreiber generell unabhängiger von der Kraftstoffpreisentwicklung machen.“

Kommentare (7)

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Alternativen

19.05.2012, 09:22 Uhr

Unterschied Elektroauto - Diesel: Reichweite Elektroauto lt. Angabe im Schnitt 150 km, ein Diesel je nach Tankgröße sagen wir mal im Schnitt 800 km. Die Praxis sieht dann eher so aus. Außentemperatur -3 Grad, Elektorauto voll aufgeladen, Gesamtreichweite 70km, nach einem Überholvorgang zeigt es plötzlich 15 km weniger an. Dazu kommen die hohen Anschaffungskosten, Batterieleasing (moderne Art der "Versklavung" - mich wundert es nicht, dass diese Autos niemand brauchen kann. Und Umweltfreundlich? Der Strom muss auch erst mal erzeugt werden, der Akku hält nicht ewig. Und die Bestandteile des Akkus, die Herstellung + Entsorgung ob das umweltfreundlich ist? - Es wird Zeit um ECHTE Alternativen.

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19.05.2012, 09:44 Uhr

Dieser Dudenhöfer ist ja ein Killer-Ökonom.
Der schlägt wirklich vor, dass man die Automobilhersteller dazu zwingen müsste, 5% ihrer Produktion nach staatlichen Vorgaben auszurichten, nicht nach dem Markt.

Ja sind wir jetzt in der neuen UDSSR?

Wenn der Hersteller etwas produzieren muss, dass er selbst nicht produzieren will, weil er es nicht zu einem akzeptablen Preis absetzen kann, sind wir doch fast in der DDR angekommen.
Natürlich würden die Preise für Elektroautos dann fallen, weil die zu tausenden vom Band laufen und sie keiner kaufen will. Dann wenn die Preise stark genug gefallen sind, freut sich der Käufer, aber der Hersteller macht doch Verlust.
Gefallene Preise bedeutet doch, dass der Hersteller nicht mehr den erwarteten Erlös erzielt.

"Um den Stillstand zu beenden, schlägt Ferdinand Dudenhöffer eine Quote für alternative Antriebe vor: „Wenn die Hersteller von hundert Autos fünf mit alternativen Antrieben verkaufen müssten, würden die Preise nach unten gehen, die Prozesse kommen in Gang und dann würde auch Leasing laufen.“ Und zwar ohne dass der Steuerzahler noch etwas drauflegen müsste."

wqd

19.05.2012, 13:09 Uhr

Falsch, in der DDR wurden Innovationen behindert. Dudenhöfer versucht das Gegenteil - Beschleunigung der Innovation durch staatliche Anreize. Hat doch schon bei PV toll funktioniert; Deutschland hat erfolgreich die globale PV Produktion angeschoben. Nur der Markt in Dt. hat leider geschlafen und die Chinesen haben schneller größere Mengen realisiert. Dasselbe kommt jetzt bei Elektroautos. Je schneller Winterkorn bemerkt, dass er von seinen 16 Mio lieber 15 Mio in innovative mobile Energiespeicher anzlegt, desto besser. Wenn es nur nach dem Markt geht wird auch noch der letzte Tropfen Öl verbrannt.

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