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05.11.2015

14:15 Uhr

Meine Firma, mein Geld

So gründen Sie Ihre eigene Bank

VonElisabeth Atzler

Das eigene Geldhaus zum Unternehmen – das ist kein abwegiger Gedanke, zeigt eine Umfrage. Die Absatzfinanzierung gilt als wesentliche Motivation. Viele Berater empfehlen Händlern sogar, eine eigene Bank zu gründen.

Eine Kasse ist mit Geld gefüllt: Eine eigene Bank für das Unternehmen zu gründen, kann sich lohnen. dpa

Kasse für die Kasse

Eine Kasse ist mit Geld gefüllt: Eine eigene Bank für das Unternehmen zu gründen, kann sich lohnen.

FrankfurtMehr als ein Jahr ist es her, da überraschte der Maschinenbauer Trumpf Konkurrenten und die Finanzwelt. „Wir sind Bank. Und wir schreiben ein Stück schwäbische Wirtschaftsgeschichte“, sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller damals. Der Laserspezialist gründete als erster deutscher Maschinenbauer eine Vollbank: Trumpf Financial Services.

Der Maschinenbauer will so die Absatzfinanzierung stärken - besonders im Ausland. Der Gedanke: Ein Unternehmen kennt seine Kunden und kann deren Zukunft besonders gut einschätzen. Das Wissen kommt der eigenen Bank zugute.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Trumpf zufolge haben andere Industriefirmen angefragt, was man tun müsse, um eine Bank zu gründen. Nun stehen mehrere Unternehmen kurz vor diesem Schritt: So wollen zwei „ganz sicher“ und drei „wahrscheinlich“ binnen drei Jahren eine Bank gründen. Das ergibt eine Umfrage des Beraters PwC unter 90 Firmen mit einem Gesamtumsatz von 180 Milliarden Euro.

Rund 20 Prozent meinen, dass unternehmenseigene Banken künftig an Bedeutung gewinnen. Als Motivation wird genannt, dass die Firmen ihre Finanzierungsaktivitäten professionalisieren, die Absatzfinanzierung und auch ihre Reputation stärken. „Es gibt Fälle, in denen eine Bankgründung sinnvoll ist“, bestätigt Tim Gemkow, Finanzexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Das könnte zum Beispiel bei der Absatzfinanzierung eines ausländischen Kunden der Fall sein, „dessen Bonität gut ist, der aber in der Heimat schwer an Kredit kommt – etwa weil dort die Banken generell wenig Kredite vergeben“, erklärt Gemkow. „Das kann derzeit unter anderem in einigen südeuropäischen Ländern so sein.“

Dennoch: Die Berater hatten „damit gerechnet, dass mehr Unternehmen eine Bankgründung planen oder zumindest in Erwägung ziehen“, sagt PwC-Partner Rainer Wilken. „Wir wissen jedenfalls, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten bei der Organisation ihrer Finanzierungsaktivitäten haben, vor allem wenn es um Kredite an Lieferanten oder Kunden geht.“

Einige Firmen würden zudem über ihre Finanzabteilungen „ähnlich wie eine Bank Finanzmittel disponieren und eben auch Kunden oder Lieferanten in größerem Stil Geld leihen“, so Wilken. Auch wenn das nicht systematisch passiere, könne „ein Graubereich entstehen“. Sprich: Das Unternehmen agiert fast wie eine Bank – und wäre mit Banklizenz auf der sicheren Seite. Für den Handel sieht der PwC-Experte eine andere Möglichkeit: „Wir halten hier eine Branchenlösung für möglich. Dabei würde nicht ein Händler, sondern stellvertretend ein Interessenverband eine Bank für die ganze Branche gründen.“

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