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04.11.2015

15:35 Uhr

Mezzanine-Programme

Finanzierung mit Perspektiven – und Risiken!

VonIngo Schenk

Investoren umwerben die Unternehmen: Mezzanine-Kapital erlebt aktuell ein Riesenrevival. Obwohl es Eigenkapital gibt, haben die Geldgeber kein Mitspracherecht. Die Risiken und Gefahren dieser Wachstumsfinanzierung.

Die Bresser GmbH, Hersteller von optischen Geräten, ist mit Mezzanine-Kapital auf Wachstumskurs. dpa

Fernglas

Die Bresser GmbH, Hersteller von optischen Geräten, ist mit Mezzanine-Kapital auf Wachstumskurs.

DüsseldorfMezzanine – um dieses Instrument zur Wachstumsfinanzierung ist es nach dem Hype in den Jahren vor der Finanzkrise ruhiger geworden. Die Mischform aus Eigen- und Fremdkapital – benannt nach dem italienischen Wort für Zwischengeschoss: „mezzanine“ – hat sich verteuert, dafür aber auch gewandelt: Heute umwerben Investoren die Unternehmen mit neuen, maßgeschneiderten Produkten statt mit verbrieftem Standard-Mezzanine, für das es nach den Turbulenzen am Verbriefungsmarkt keine Anschlussfinanzierung mehr gab.

Die Bresser GmbH, ein mittelständischer Hersteller von Teleskopen, Ferngläsern, Mikroskopen, Nachtsichtgeräten und optischen Entfernungsmessern aus dem westfälischen Rhede, ist dafür ein gutes Beispiel: Als Helmut Ebbert, seit 2002 angestellter Geschäftsführer, im Jahr 2009 den Betrieb aus dem US-amerikanischen Meade-Konzern herauslösen wollte, holten die betreuenden Volksbanken die auf Nordrhein-Westfalen spezialisierte VR Mittelstandskapital an Bord, eine Beteiligung der bundesweit agierenden VR Equitypartner. Die Genossenschaftsbanker brachten 1,5 Millionen Euro als stille Gesellschafter ein.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Dieses Mezzaninekapital funktioniert zwar ähnlich wie ein Darlehen, zählt wegen der besonderen Ausgestaltung in der Bilanz aber wie Eigenkapital. Das machte für Unternehmer Ebbert eine ganze Ratingstufe aus: „Dadurch sind wir flexibel geblieben. Wir können wie vorher nicht nur jederzeit Aufträge per Kredit vorfinanzieren – auch die Finanzierung für einen weiteren Unternehmenskauf war kein Problem.“

Egal, ob sich der Investor als stiller Gesellschafter einbringt oder Genussrechtsinhaber wird: Die Gesellschafterstruktur bleibt die alte. Das kommt gerade familiengeführten Betrieben entgegen, die Investoren gegenüber traditionell eher skeptisch gegenüberstehen.

Im Gegensatz zu einer Direktbeteiligung brauchen Unternehmer ihrem Geldgeber bei Mezzanine weniger Mitspracherechte einzuräumen. Meist möchte der Investor aber regelmäßig Informationen über wichtige Kennzahlen.

Hierfür sollten Controlling und Rechnungswesen gerüstet sein. „Wir müssen Reports liefern“, erzählt auch Unternehmer Ebbert: „Und bei großen Investitionsvorhaben brauchen wir die Zustimmung der Geldgeber.“ Das findet der Unternehmer aber nicht schlimm – er sieht Gespräche in diesem Zusammenhang sogar als Bereicherung: „Zusätzliches Know-how und das umfassende Netzwerk des Investors können schließlich nicht schaden.“

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