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11.11.2013

15:54 Uhr

Ralf Woik

„Sparsame Fahrer müssen belohnt werden“

VonManuel Heckel

Sind Telematik-Systeme ein Wundermittel, um die Betriebskosten der Flotte zu senken? Sie alleine bringen nach Ansicht des Arval-Managers noch keinen wirtschaftlichen Nutzen.

KölnHandelsblatt: Glaubt man den Anbietern, ist Telematik ein Wundermittel, um die Betriebskosten der Flotte zu senken. Wird das Versprechen in der Praxis eingelöst?
Ralf Woik: Viele Unternehmen gehen davon aus, dass mit der Einführung von Telematik-Systemen blitzschnell die Einsparungen kommen. Aber erst mal nützt es mir so gut wie gar nichts, dass ich in der Lage bin, diese Daten zu erheben. Wenn so ein System eingesetzt wird, muss man auch einen Schritt weitergehen. Dazu gehört, dass das Fahrverhalten ausgewertet wird - und die Bereitschaft besteht, es nachhaltig zu ändern.

Ralf Woik ist Marketingchef der Leasingfirma Arval Deutschland. PR

Ralf Woik ist Marketingchef der Leasingfirma Arval Deutschland.

Wie lassen sich Mitarbeiter denn zum sparsamen Fahren bewegen?
Fahrtrainings sind sicherlich ein richtiger Ansatzpunkt. Aber ein paar Kurse reichen leider nicht, um dauerhaft etwas zu ändern. Man muss ja nur mal selbst darauf achten, wie lange man es durchhält, besonders sparsam zu fahren. Und mit einer Firmentankkarte im Portemonnaie besteht noch weniger Anreiz, seinen Fahrstil hinsichtlich des Verbrauchs zu optimieren.

Die beliebtesten Dienstwagen des Jahres (2013)

Minicars

Somit siegten 17 verschiedene Modelle, darunter 13 Diesel, zwei Benziner und jeweils ein Diesel-Hybrid und Elektroauto. Die Dominanz der Selbstzünder resultiert aus der Tatsache, dass die Tester neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Autos bewerteten.

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen sind allerdings die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Elektro

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen liegen die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen gewann der Peugeot 208 e-HDI 92 die Import- und der Audi A1 Sportback 1.4 TFSI die Gesamtwertung.

Obere Mittelklasse

Die Gesamtwertung in der oberen Mittelklasse entschied mit dem Mercedes E300 Bluetec Hybrid T-Modell, das einzige Fahrzeug mit Diesel-Hybrid-Antrieb, für sich, die Importwertung ging an den Jaguar XF.

Mittelklasse

Mittelklasse: Während der Gesamtsieg an den Mercedes E 300 Bluetec Hybrid T-Modell ging, fuhr der Jaguar XF 2.2 Diesel in der Importwertung die besten Noten ein.

Mittelklasse-Kombi

Nur ein Fahrzeug von asiatischen Herstellern schaffte den Sprung aufs Siegertreppchen. Der Hyundai i40 cw 1.7 CRDI lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Der Mittelklassekombi i40cw feierte seinen Marktstart in Deutschland im September 2011 und wurde seither, gemeinsam mit der Limousine i40, die im Februar 2012 die Modellreihe ergänzte, rund 5.000 Mal verkauft. Beide Fahrzeuge entstanden im europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim unter der Federführung von Chefdesigner Thomas Bürkle. Mit einem Gepäckraumvolumen von 553 bis 1.719 Litern gehört der Kombi zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse. Für beide Modellvarianten bietet Hyundai spezielle Business-Pakete an, die für zusätzlichen Komfort bei Vielfahrern sorgen. Der i40cw 1.7 CRDi ist erhältlich ab einem Bruttopreis von 24.990 Euro (23.352 Euro netto).

Importwertung

Der Hyundai i40 lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Innovationspreis

Immerhin gewann Mazda für seine „Skyactive-Technologie“, die konsequenten Leichtbau und eine Optimierung der Verbrennungsmotoren propagiert, den Innovationspreis.

Kleine SUV

In den Klassen SUV und Vans vergaben die Tester jeweils einen Preis für kompakte und große Fahrzeuge. Bei den kleinen SUV gewannen Volvo XC60 D5 AWD und BMW X3 xDrive 20d, bei den großen SUV ...

Kompakte SUV

Kleine und kompakte SUV: Der gesamtsieg geht an den BMW X3 xDrive 20d, der Volvo XC 60 D5 AWD führt 2012 die Importwertung in dieser Klasse bei den Fuhrpark-Managern an.

Große SUV

Bei den großen SUV siegten der Range Rover Sport SD V6 und der Porsche Cayenne Diesel.

Kompaktwagen

Der Sieg in der Klasse der Kompakten ging an den Volkswagen-Konzern, die Importwertung gewann Skoda mit dem Octavia Combi in der Ausführung 1.6 TDI Greentect, die Gesamtwertung gewann in diesem Jahr in dieser Klasse Audi mit dem A3 Sportback, ebenfalls mit 1.6 TDI-Motorisierung.

Kompakt Vans

Die einzige Wertung bei den Kompakt-Vans entschied der Mercedes B 180 CDI für sich.

Maxi-Vans

Die besten Maxi-Vans waren der Seat Alhambra und der VW Sharan, beide mit der Motorisierung 2.0 TDI.

Die Teilnehmer

An der Wahl nahmen 2.732 Fuhrparkprofis teil. Neben Fahrzeugherstellern, Leasinggesellschaften und Versicherungen stellten sich auch Tankkartenanbieter, Werkstätten und Reifenhersteller der Wahl. Gewürdigt wurden Unternehmen, die sich erfolgreich im Flottenmarkt engagieren, überdurchschnittliche Qualität liefern, sich großer Sympathie erfreuen oder besonders kundenorientiert arbeiten.

Die besten Marken

Als „Die besten Marken“ wurden ausgezeichnet: Audi für guten Service für Flottenkunden; Volkswagen Leasing, CPM Car Professional Management, Europcar, Volkswagen als umweltfreundlichste Marke, Continental, Vergölst für den Reifeservice, Aral für die Tankkarten, Allianz, A.T.U. als freie Werkstätten und als Pkw-Börse autoscpout24.de.

Der Test

Bei Europas größtem Praxis-Vergleichstest "Firmenauto des Jahres" dominierten 2012 Dieselfahrzeuge. 250 Fuhrpark-Manager testeten für die Zeitschrift "Firmenauto" und die Prüfgesellschaft Dekra 66 Modelle in neun Kategorien und legten dabei an zwei Tagen in 66 Fahreugen rund 30.000 Testkilometer zurück. Jede Kategorie teilt sich in Import- und Gesamtwertung. Bei den kleinen Vans gab es mangels mehrerer Import-Modelle nur einen Gesamtsieger. Die Sieger im Überblick ...

Was bringt dann die Transparenz, die Telematik-Systeme schaffen?
Den Spritverbrauch jedes einzelnen Mitarbeiters zu kennen ist schön und gut. Wenn ich dabei feststelle, dass Herr Maier deutlich mehr verbraucht als Herr Müller, dann muss ich wohl mit Herrn Maier mal reden. Wenn das aber der beste Außendienstmitarbeiter des Unternehmens ist, wird es für den Flottenmanager schwierig. Und dem Vorstand wird er sicher auch nicht vorschreiben können, wie er mit seinem Dienstwagen zu fahren hat.

Was schlagen Sie stattdessen vor?
Zum einen müssen Fahrtrainings und Schulungen langfristig angelegt werden. Und zum anderen sollte man stärker über Incentives nachdenken, um sparsame Fahrer zu belohnen. Die können dann mit technischen Hilfen ermittelt werden. Aufseiten der Unternehmensführung muss es dafür eine Investitionsbereitschaft geben. Aktuell ist der Spielraum vieler Flottenmanager wegen des enormen Kostendrucks sehr beschränkt.

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