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15.05.2014

15:28 Uhr

Subvention von der KfW

Kaum genutzte Zinsgeschenke für den Mittelstand

VonFlorian Flicke

KfW und Landesförderbanken subventionieren Leasingverträge. Doch nur wenige Firmen wissen davon. Dabei können gerade Mittelständler und Freiberufler für kleinere Neuanschaffungen daraus Profit schlagen.

Die bundesweit agierende Förderbank KfW unterstützt den Mittelstand durch Zinssubventionen beim Leasing. dpa

Die bundesweit agierende Förderbank KfW unterstützt den Mittelstand durch Zinssubventionen beim Leasing.

DüsseldorfDie Vorteile von Leasing sind sattsam bekannt. Über die Nachteile wird dagegen seltener gesprochen. Der wohl wesentlichste Malus: die oftmals recht ungünstigen Konditionen. Nach Berechnungen der IHK Heilbronn beispielsweise liegen die Kosten einer Leasingfinanzierung im Extremfall bis zu 40 Prozent über dem Betrag, der beim direkten Kauf des Leasingobjekts fällig geworden wäre.

An der Zinsschraube nach unten können Leasingnehmer aber selbst drehen, wenn sie sich für einen Vertrag entscheiden, der durch die bundesweit agierende Förderbank KfW oder eines der zahlreichen landeseigenen Förderinstitute unterstützt wird. „Auf diese Weise werden zwei sehr gut im Markt nachgefragte Produkte gekoppelt - das klassische Leasing und öffentliche Fördermittel“, sagt Stefan Lechner, Sprecher der Geschäftsführung bei Südleasing.

Das Unternehmen aus Stuttgart bietet seinen Kunden bei Vollamortisationsverträgen sowie kündbaren Verträgen die Einbindung von KfW-Fördermitteln an. Von der Zinssubvention der KfW profitieren Südleasing-Kunden, wenn sie zum Beispiel in moderne Maschinen investieren, mit denen sie die Energieeffizienz oder Umweltbilanz ihres Unternehmens verbessern möchten.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Voraussetzung: eine Investitionssumme von mindestens zwei Millionen Euro. Sobald die Förderfähigkeit durch die KfW bestätigt ist, bindet die Leasingfirma die zinsverbilligten Mittel in die Refinanzierung des Leasingvertrags ein und gibt den Zinsvorteil an den Kunden weiter. Auch die Deutsche Leasing lockt mit Verträgen, die mit Fördermitteln subventioniert werden - für Investitionen in mobile Wirtschaftsgüter „mit Schwerpunkt im Bau- und Agrarsektor sowie im Energiebereich“.

Ein weiterer Vorteil: „Durch die nachschüssige Zahlung muss der Kunde erst am Ende eines Quartals die Raten an den Finanzierer zahlen“, sagt Lechner. Beim klassischen Leasing müssen die Raten stets im Voraus geleistet werden.

Auch auf Länderebene existieren zahlreiche Partnerschaften zwischen Landesförderbanken und Leasinggesellschaften, aus denen Mittelständler Profit schlagen können. Leasinganbieter Grenke etwa kooperiert im Rahmen von Globaldarlehen mit der LfA Förderbank Bayern, der Investitionsbank Berlin, der NRW Bank und der Thüringer Aufbaubank. Gefördert werden mittelständische Firmen sowie Freiberufler, die kleinere betriebliche Neuanschaffungen - vom Firmenwagen bis zum High-Tech-Büro - mithilfe von Leasing finanzieren möchten.

Leasinginvestitionen des Mittelstands werden bis Ende 2016 auch durch ein Programm der Bürgschaftsbanken unterstützt. 120 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung - pro Unternehmen macht das bis zu einer halben Million Euro an Bürgschaftsgeld.

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