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12.11.2013

10:55 Uhr

Telematik im Firmenauto

Wenn der Chef weiß, wo Sie sind

VonManuel Heckel

Bisher sind Fuhrparkautos nur selten vernetzt. Dabei kann Telematik helfen, Kosten zu senken. Größter Hemmschuh der Technik ist in Deutschland die ausgeprägte Angst vor einer möglichen Überwachung.

Noch stehen Kunden vernetzten Fahrzeugen aber eher skeptisch gegenüber. Colourbox.com

Noch stehen Kunden vernetzten Fahrzeugen aber eher skeptisch gegenüber.

KölnNotfälle sind für Robert Nebl der Standard: ausgefallene Heizungen, Wasserschäden oder Fensterbruch. Um schneller Hilfe zu schicken, hat der Chef eines Münchener Hausmeisterdienstes rund die Hälfte seiner Servicefahrzeuge mit einem Telematik-System ausgestattet. Mit einem Blick auf den Monitor weiß der Disponent nun, welcher Mitarbeiter am schnellsten an der Einsatzstelle sein kann.

Das verkürzt nicht nur die Wartezeit für die Kunden. Die ausgeklügelte Routenplanung im Münchener Umland reduziert auch den Benzinverbrauch der Flotte: „Innerhalb des ersten Monats konnten wir die Unterhaltskosten pro Fahrzeug um gut ein Drittel reduzieren“, sagt Inhaber Nebl. Nach und nach will der Mittelständler mit 30 Angestellten auch die übrigen der 17 Kleintransporter seiner Flotte mit Telematik-Lösungen ausrüsten.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Die digitale Verknüpfung von Auto und Zentrale wird bisher in Deutschland noch wenig genutzt. Das geht aus dem aktuellen Flottenbarometer des Corporate Vehicle Observatory (CVO) hervor, für das 300 Fuhrparkmanager in Deutschland befragt worden sind. Demnach liegt die Verbreitung von Telematik-Systemen in Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern bei unter 15 Prozent. In Kleinbetrieben nutzen nur sechs Prozent die Technik.

Die geringe Verbreitung überrascht. Schließlich kommunizieren die Autohersteller schon lange ihre Pläne von vernetzten Fahrzeugen, intelligenter Verkehrssteuerung und autonomen Autos. „Technisch wäre schon eine Menge ohne Probleme möglich“, erläutert Raúl Rojas, Professor für künstliche Intelligenz und Robotik an der Freien Universität Berlin. Allein: Vom Nutzen scheinen die für die Branche so wichtigen Firmenkunden noch nicht überzeugt zu sein.

Zwei grundsätzliche Wirkungsweisen der Telematik unterscheidet Forscher Rojas: Zum einen kann - wie beim Münchener Hausmeisterservice - die Flotte gezielter und sparsamer eingesetzt werden: Der Manager weiß mit wenigen Mausklicks, wo sich Fahrzeuge befinden und in welchem Zustand sie sind. Zum anderen kann Telematik helfen, Vorgaben wie Höchstgeschwindigkeiten oder Lenkzeiten durchzusetzen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.11.2013, 11:04 Uhr

die Angst vor lückenloser Überwachung ist ja wohl nicht unbegründet. Ich erinner einfach nur an di Skandale bei den Discountern, bei Firmen, die die Toilettengänge der Mitarbeiter "kontrollieren" und die gesammelten Daten ausnutzen zum Nachteil der Menschen.
Dieses Volk wurde bereits im 3. Reich überwacht und die Menschen aus den neuen Bundesländer wissen wohl auch genug darüber.
Damals aber gab es die technischen Möglichkeiten von huete noch nicht.

Account gelöscht!

12.11.2013, 11:04 Uhr

die Angst vor lückenloser Überwachung ist ja wohl nicht unbegründet. Ich erinner einfach nur an di Skandale bei den Discountern, bei Firmen, die die Toilettengänge der Mitarbeiter "kontrollieren" und die gesammelten Daten ausnutzen zum Nachteil der Menschen.
Dieses Volk wurde bereits im 3. Reich überwacht und die Menschen aus den neuen Bundesländer wissen wohl auch genug darüber.
Damals aber gab es die technischen Möglichkeiten von huete noch nicht.

MBoudik

12.11.2013, 11:40 Uhr

Die Angst vor Überwachung ist absolut berechtigt.

Es ist nicht die einzelne Maßnahme, die verstört.

Es sind die Bündel der Möglichkeiten bzw. die Masse der Daten sowie die Chancen, Daten aus verschiedenen Quellen mit diversen Techniken zu verknüpfen.

Niemand sollte die Macht derjenigen unterschätzen, die über Daten-Wissen verfügen: Beginnend mit Noten, Daten Sammelstellen wie die Schufa, die Versicherungen, die Schadensfälle einteilen, die Steuerbehörden, ihren Vermieter (der Verdienstnachweise sowie Schufa Auszug verlangt), die Internet-Provider, die Fluglinie, die Telekom, etc.

Im Internet werden ja schon Wohnorte exakt bewertet und analysiert.

Noch was :

Lieber Handwerker, wenn sie ein ausgefeiltes System haben, dann müssten doch bei ihnen pauschalisierte Anfahrten entfallen?!





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