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21.10.2014

11:18 Uhr

Unsichere Rahmenbedingungen

Nur Investitionen sorgen dauerhaft für Wachstum

VonHolger Werner

Der deutsche Mittelstand genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Um diesen aber auch zu erhalten, sind einige wichtige Investitionsanstrengungen unverzichtbar. Genau hier liegt aber ein Knackpunkt.

2,8 Millionen Euro haben Mittelständler an liquiden Mitteln angelegt. dpa

2,8 Millionen Euro haben Mittelständler an liquiden Mitteln angelegt.

FrankfurtHolger Werner ist Bereichsvorstand Corporate Banking bei der Commerzbank. In einem Gastbeitrag schreibt er über die große Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft und den internationalen Wettbewerb.

Wie die deutsche Wirtschaft künftig im internationalen Wettbewerb dastehen wird - darauf hat niemand so viel Einfluss wie der Mittelstand. Seine Produkte und Dienstleistungen genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Das ist zumindest aktuell der Status quo. Um diesen Ruf auch in Zukunft zu behalten, sind allerdings entsprechende Investitionsanstrengungen unverzichtbar.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Genau hier liegt nach Ansicht vieler Ökonomen im Moment der Knackpunkt: Ihrer Einschätzung zufolge investieren derzeit viele Unternehmen nur in den Erhalt der eigenen Substanz. Dagegen stehen nach Ansicht der Experten investive Anstrengungen in Wachstumsprojekte viel zu wenig im Fokus - so das Ergebnis der 14. Studie der Commerzbank-Initiative UnternehmerPerspektiven, für die TNS Infratest 4.000 Unternehmen und 75 Ökonomen befragt hat. Zwar ist der Mittelstand finanziell gut aufgestellt. Ihm bereiten allerdings unsichere geopolitische, wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen Sorgen. Dies führt zu einer generellen Zurückhaltung bei Investitionen und dadurch zu einem hohen Liquiditätspolster.

Doch im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind die bisher bevorzugten Anlageformen für die so angesammelte Liquidität nicht attraktiv - es droht angesichts negativer Realzinsen sogar ein realer Kapitalverlust. Unternehmen reagieren darauf und stellen ihre Anlagen um. Die aktuelle Studie zum Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld zeigt: CFOs und Finanzverantwortliche entscheiden sich verstärkt für Fonds. Denn nur mit Sichteinlagen und Festgeldern lässt sich keine ausreichende Verzinsung erzielen, um die Kapitalbasis zu erhalten.

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