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12.11.2015

08:24 Uhr

Unternehmensübergabe

Firmengründer kümmern sich zu spät um Nachfolger

VonAnja Steinbuch

Die Nachfolge soll geregelt sein. Doch die Verkäufe in der Familie scheitern häufig am Geld. Spezielle Programme unterstützen Käufer beim Erwerb. Die Übergabe sollte frühzeitig geplant werden, raten Experten.

Die Unternehmensübergabe braucht Zeit. Mauritius

Senior- und Juniorchef

Die Unternehmensübergabe braucht Zeit.

HamburgDie Uhr tickt in jedem sechsten mittelständischen Unternehmen. Laut einer Analyse der Förderbank KfW planen bis 2017 die Chefs von rund 580.000 deutschen Firmen die Übergabe oder den Verkauf an einen Nachfolger. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner warnt: „Etwa vier Millionen Arbeitsplätze hängen vom Gelingen dieser Unternehmensnachfolgen ab.“

Der Anteil der über 55-jährigen Inhaber mittelständischer Unternehmen ist seit 2002 um 16 auf 36 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Unternehmensgründer: Laut KfW waren es vor 15 Jahren noch rund 1,5 Millionen per anno, heute nur noch 900.000. Die Vergreisung ist bedrohlich für Deutschland, denn mit dem Alter sinkt die Investitionsbereitschaft der Chefs.

Auch Carlo Mackrodt, Partner bei der Personal- und Unternehmensberatung Rochus Mummert in München, sieht diese Gefahr. Er berät seit vielen Jahren die Hidden Champions unter den großen Mittelständlern und sucht passende Kandidaten für deren Führungsetagen: „Nicht nur das Alter des Geschäftsführers ist ausschlaggebend, auch auf der mittleren Management-Ebene werden bald viele Posten frei.“ Gebetsmühlenartig predigt Mackrodt seit Jahren: „Fangen Sie rechtzeitig damit an, über Ihre Nachfolge nachzudenken. Zehn Jahre vor dem Rentenalter sollte man erste Pläne schmieden.“

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Ein unter Zeitnot rekrutierter Nachfolger könne nur selten ein Unternehmen in die Zukunft führen: „Jeder Firmenlenker sollte sich ab 55 fragen, wo sein Unternehmen in fünf bis zehn Jahren stehen muss.“ Alles andere sei „blinder Aktionismus“, ist Mackrodt überzeugt. Folgende Fragen stellen sich: Soll das Unternehmen funktional oder divisional aufgestellt sein? Ist die Strategie regional oder international? Wo sind die Schlüsselpositionen? Wer das frühzeitig beantworten könne, kann „sein Feld gut bestellt hinterlassen“.

Für den Generationswechsel in Unternehmen gibt es viel Unterstützung - insbesondere bei der Finanzierung der Übernahmen. „Nicht nur externe Kandidaten müssen hohe Summen auf den Tisch legen“, weiß Jörg Finnern, Geschäftsführer der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG).

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