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16.05.2013

16:23 Uhr

Windmühlen-Leasing

Die Energiewende soll das Geschäft anheizen

VonElisabeth Atzler

Die Finanzkrise hat auch Leasingunternehmen getroffen, das Vorkrisenniveau ist noch ein gutes Stück entfernt. Was die Branche jetzt dringend braucht, sind neue Wachstumsimpulse. Die Hoffnung ruht auf der Energiewende.

Windrad in Rheinland-Pfalz: Die Leasingbranche hofft auf einen Schub durch die Energiewende. dpa

Windrad in Rheinland-Pfalz: Die Leasingbranche hofft auf einen Schub durch die Energiewende.

FrankfurtDie Energiewende in Deutschland macht nicht nur Betreibern von Windkrafträdern Hoffnung auf große Geschäfte und lässt Profianleger von hohen Renditen träumen. Sie weckt auch Begehrlichkeiten bei der deutschen Leasingbranche. Sie hofft ebenfalls auf zusätzliches Geschäft durch mehr Investitionen in erneuerbare Energien — und ist überzeugt, dass es ohne die Leasingfirmen gar nicht geht.

"Die Energiewende wird enorme Investitionen nach sich ziehen, diese werden ohne die Unterstützung der Leasing-Wirtschaft nicht zu stemmen sein", sagt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL).

Wegmarken zum Erfolg

1962 ...

... werden die Deutsche Leasing GmbH und die Maschinen Miete GmbH gegründet.

1965

Erstmals steigt eine Bank ins Leasinggeschäft ein.

1971

Deutsche Leasing GmbH, Maschinen Miete GmbH und Mietdienst fusionieren zur Deutsche Leasing AG.

1980er Jahre

Der Siegeszug des Fahrzeugleasings beginnt.

2006

Das Leasingneugeschäft steigt erstmals über die Marke von 50 Milliarden Euro.

2009

Die Finanzkrise trifft die Branche hart; das Neugeschäft sinkt um mehr als 20 Prozent.

Leasing ist für Unternehmen eine Alternative zum klassischen Kredit. Dabei finanzieren und erwerben Leasinggesellschaften Autos, Maschinen oder sonstige Firmenausrüstung. Der Kunde zahlt ein Leasingentgelt und kann die Objekte nutzen. Das häufigste Leasingobjekt sind Fahrzeuge. Viele Unternehmen halten ihren Fuhrpark nicht selbst, sondern leasen ihn.

Laut BDL wurden zuletzt gut die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen und mehr als ein Fünftel der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen über Leasing finanziert — darunter auch in der Energiewirtschaft.

Die große Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren spiegelt sich auch in den Leasing-Investitionen wider, so Fittler. Die Branche sei unter anderem beim Austausch von alten gegen leistungsfähigere Anlagen aktiv. Der BDL-Geschäftsführer erwartet, dass unter diesem Aspekt zunehmend auch der Bereich der Windkraftanlagen für die Leasingunternehmen interessant wird.

Michael Henneberger von der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) weist darauf hin, dass Leasinggesellschaften gleichwohl in der Vergangenheit früh in neue Technologien investiert hätten. Allerdings müssten die Firmen noch Erfahrungen mit der technologischen Weiterentwicklung und der Wertstabilität von Anlagen aus diesem Sektor sammeln.

Womit die Hersteller punkten

Wunschfahrzeug

Der Kunde übernimmt ein gewünschtes Fahrzeug mit einer definierten Ausstattung und kein Fahrzeugmodell aus einer vorgegebenen Kategorie mit einer vorhandenen Ausstattung, das von einem zur Kategorie passenden Hersteller stammt. Das gewünschte Mietfahrzeug kann von heute auf morgen übernommen werden.

Modelle

Angeboten werden immer die aktuellen Fahrzeugmodelle. Das heißt auch: modernste Motoren und neueste Standards in Sicherheit und Komfort.

Rundum-Spezialisten

Da direkt bei Fahrzeughändlern gemietet wird, stehen dem Kunden alle Einrichtungen und Serviceleistungen eines Autohauses zur Verfügung. Alle Fahrzeuge werden von der vor Ort vorhandenen Werkstatt kontrolliert und gewartet.

Mietdauer

Möglich ist die stundenweise bis monatelange Automiete. Ab einem Mietmonat wird von einer Langzeitmiete gesprochen. Die maximale Mietzeit bezieht sich in der Regel auf zwölf Monate, längere Zeiten sind möglich. Die vereinbarte Mietdauer kann nach Bedarf verlängert oder verkürzt werden.

Abholung und Rückgabe

Die Abholung und Rückgabe des angemieteten Fahrzeugs erfolgt stets beim selben Fahrzeughändler.

Auch der Branchenführer Deutsche Leasing, der zur Sparkassengruppe gehört, zeigt sich zuversichtlich. Leasinggesellschaften würden schon seit längerem von der Energiewende profitieren, sagt Unternehmenschef Kai Ostermann. "Die Energiewende bringt eine Abkehr von der zentralen Energieerzeugung hin zur dezentralen mit sich. Damit sind Investitionen verstärkt regional erforderlich." Die Deutsche Leasing könne dabei Investitionen gemeinsam mit den örtlichen Sparkassen realisieren.

Einen Schub durch die Energiewende kann die Branche gut gebrauchen: Die Finanzkrise hat auch Leasingunternehmen getroffen. Das Geschäft kommt nach dem Einbruch im Jahr 2008 nur langsam wieder in Gang. Im vergangenen Jahr lagen die Leasinginvestitionen bei 49,3 Milliarden Euro und damit nur wenig über dem Volumen von 2011. 2007 waren es noch fast 55 Milliarden Euro. "Insgesamt sind die Aussichten für 2013 verhalten", sagt PwC-Experte Henneberger.

Online-Leasing

Optimal für kleinere Firmen

Online-Leasing bietet viele Vorteile. So können Autohäuser und Leasinggesellschaften ihre Angebote überregional inserieren und mehr Interessenten ansprechen. Potentielle Leasingnehmer können online Fahrzeugangebote aus ganz Deutschland miteinander vergleichen und die günstigsten Konditionen herausfiltern. Davon profitieren insbesondere kleine und mittelständische Firmen, die im Gegensatz zu Großunternehmen beim Leasing in der Regel keine Mengenrabatte erhalten. Das große Marktpotenzial des Leasing via Internet erkannten auch Robin Tschöpe, Chris Tschöpe und Thomas Behrens. Sie gründeten das Berliner Start-up Leasingmarkt.de.

Das Angebot

Seit Mai 2012 können Händler, Firmen und Privatpersonen über den virtuellen Marktplatz für Leasingfahrzeuge laufende Verträge anbieten. Darüber hinaus werden auch Übernahmen und Neuverträge direkt von Herstellern und Händlern angeboten. Derzeit umfasst das Angebot Leasingverträge und –übernahmen von Limousinen, Kombis, Kleinwagen, Geländewagen, Sportwagen/Coupés, Cabrios und Kleinbussen. Eine Ausweitung auf weitere Fahrzeug- und Produktgruppen sei geplant.

Für Firmen und Privatnutzer kostenlos

Während Leasingmarkt.de für registrierte Firmen und Privatnutzer kostenlos ist, zahlen autorisierte Händler und Leasinggesellschaften eine monatliche Grundgebühr, die abhängig ist vom angebotenen Fahrzeugvolumen. Hierfür stehen verschiedene Tarifmodelle zur Verfügung. Die Kosten betragen zwischen 25 und 225 Euro. Gewerbliche Nutzer erhalten einen Händler-Account, über den die Fahrzeuge manuell oder über ein Dealer-Management-System (DMS) auf leasingmarkt.de eingestellt werden.

Vertragspartner selbst suchen oder suchen lassen

Nutzer können zwischen zwei Angeboten wählen. Zum einen besteht die Möglichkeit, das eigene Leasingangebot kostenlos zu inserieren und anschließend selbst mit potentiellen Interessenten zu verhandeln. Zum anderen ist auf Wunsch auch eine aktive Vermittlung möglich. In diesem Fall übernimmt Leasingmarkt.de die gesamte Abwicklung vom Angebotsinserat über die Vertragsvorbereitung bis hin zur Fahrzeugübergabe.

Wunschfahrzeuge finden

Wer ein Fahrzeug leasen will, der kann auf Leasingmarkt.de über eine Suchmaske sämtliche Kriterien in den Kategorien Technik, Sicherheit, Komfort und Sonstige Ausstattung für das Wunschfahrzeug festlegen. Auch die Vertragsart - Leasingübernahme oder Neuvertrag – die gewünschte Restlaufzeit und die Höhe der Anzahlung lassen sich definieren. Interessenten können den aktuellen Leasingnehmer direkt anfragen. Für die Verhandlung und Übernahme von Leasingverträgen bietet Leasingmarkt.de außerdem eine Checkliste.

Leasing-Lexikon

Was ist eigentlich unter Andienungsrecht zu verstehen, was ist eine GAP-Versicherung und was bedeutet Sale-and-lease-back? Um alle Abläufe, Möglichkeiten und die rechtlichen Grundlagen beim Leasing zu verstehen, stellt Leasingmarkt.de außerdem ein Leasing-Lexikon mit den wichtigsten Termini rund um das Privat- und Geschäftsleasing zur Verfügung.

Der Grund: "Die Investitionsabsichten der Unternehmen sind derzeit zurückhaltend", erklärt Fittler. Die Leasingfirmen aber hängen direkt von der Investitionsneigung der hiesigen Wirtschaft ab, vor allem von der Situation des Mittelstands. Zudem würde der Rückgang des Automarktes in Deutschland die Leasingbranche treffen, sagt Henneberger.

Doch nicht nur wegen der Konjunktur sind die Leasing-Anbieter besorgt. Strengere Regeln machen ihnen zu schaffen. Die Herausforderungen kämen vor allem durch neue Anforderungen der Finanzmarktaufsicht, so Fittler. Gerade für kleine und mittelständische Gesellschaften würde dies zu einer enormen Kostenbelastung.

Laut BDL hat mehr als die Hälfte der Mitgliedsunternehmen weniger als 15 Mitarbeiter, rund drei Viertel haben weniger als 50 Beschäftigte. Unter anderem geht es darum, dass die Leasingfirmen mehr Risikomanagement betreiben müssen. Die Folge: Ein Konsolidierungsprozess finde seit einigen Jahren statt und sei auch noch nicht abgeschlossen, sagt Fittler.

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