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03.11.2014

09:29 Uhr

Working Capital

Mittelständler nutzen ihre liquiden Reserven nicht aus

VonDirk Wohleb

Deutsche Firmen gelten zwar als besonders innovativ, doch beim Finanzieren verlassen sie ungern vertraute Pfade. Sie binden zu viel Kapital im Umlaufvermögen – Geld, das sie für Wachstum und Investitionen brauchten.

Ein Blick in die Bücher zeigt: Die Branchen Pharma, Maschinenbau und Bekleidungsindustrie sind beim Thema Working Capital schlecht aufgestellt. Das liegt vor allem an der kostspieligen Lagerhaltung.

Ein Blick in die Bücher zeigt: Die Branchen Pharma, Maschinenbau und Bekleidungsindustrie sind beim Thema Working Capital schlecht aufgestellt. Das liegt vor allem an der kostspieligen Lagerhaltung.

DüsseldorfDeutsche Mittelständler gelten als besonders innovativ, wenn es um Produkte und Dienstleistungen geht. Beim Thema Finanzierung verlassen sie jedoch nur ungern vertraute Pfade. Das gilt auch für das Kapital, das Unternehmen im Umlaufvermögen binden. Unnötig viel Geld wird in diesem Teil des Betriebsvermögens gebunden.

Weltweit, das hat eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC gezeigt, könnten Unternehmen insgesamt 1,4 Billionen Euro freisetzen, wenn sie ihr Working Capital optimieren würden. Allein in Europa sind es 441 Milliarden Euro, die Unternehmen anders nutzen könnten - etwa für ihr Wachstum.

Das gilt ganz besonders für den Mittelstand: „Zwar spielt für deutsche Unternehmen die Innenfinanzierung eine entscheidende Rolle, doch haben sie das Thema Working Capital häufig nicht auf dem Radar“, sagt Joachim Englert, Finanzierungsexperte bei PwC. Generell spielt Working Capital nicht die Rolle wie in den USA oder in Großbritannien. Deutsche Unternehmen sind zwar bekannt für ihre gute Zahlungsmoral, räumen aber ihren Kunden lange Fristen ein. Im Durchschnitt dauert es in den USA nur 39 Tage, bis eine Rechnung bezahlt wird, in Deutschland dagegen 46 Tage. Unterm Strich haben Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum die höchste Working-Capital-Quote in Europa.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Zwar haben europäische Unternehmen ihre Kapitalbildung im Umlaufvermögen seit dem Jahr 2009 im Schnitt von 47 auf rund 41 Tage reduziert, doch der Konkurrenz in Asien und USA hinken sie noch immer hinterher. Ein wichtiger Grund ist die teure Lagerhaltung: „Oft fehlt es an einer optimalen Verknüpfung der Lagerhaltung mit der Produktion“, wie Englert betont. Häufig dauert es auch zu lange, bis Unternehmen Rechnungen oder Mahnungen verschicken. Eine Alternative ist Factoring, das derzeit stark wächst.

Kommentare (2)

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Herr Peter Petersen

03.11.2014, 11:11 Uhr

Nichts kann eine Firma so schnell gegen die Wand fahren wie ein BWLer der mit Powerpoint und Excel die Chefs dusselig redetet. Von Praxis in der Produktion keine Ahnung, nicht mal wissen was die Firma Produziert, aber auf dem Papier alles optimieren. Über 100% Eigenkapital mit fetten Rücklagen, ist nicht Steuer und Gewinn optimiert, aber gibt den Firmen die Möglichkeit in Ruhe ihren Job zu machen. Aber lieber auf BWLer art mit 25% eigenkapietal eine Firma kaufen und die 75% an Fremdkapital durch Sparprogramme aus der gekauften Firma quetschen, die dann nach ein paar Jahren und den geschönten Zahlen erst verkauft wird und dann den bach runter geht

Herr Pom Muc

03.11.2014, 12:03 Uhr

@ Peter Peterson

Die Arbeitsteilung sieht so aus:

Der Ingenieur entwickelt das Produkt.
Der BWLer steuert die Produktion und den Vertrieb.
Der Bankster will maximal viel teuren Kredit vergeben wenn es dem Unternehmen gut geht und fordert möglichst alles sofort zurück wenn es dem Unternehmen schlecht geht.
Der Unternehmensberater überzeugt das Unternehmen von kurzfristigen Gewinnsteigerungspotentialen indem etwas reduziert wird. Meistens Personal.

Sie sollten Ihre Kritik also weniger an ein Studienfach/Ausbildung binden sondern eher auf das Handeln von Akteuren.

Unternehmensberater sind nicht automatisch BWLer. Was Sie wissen würden wenn Sie ein paar Jahrzehnte mit diesen zu tun gehabt hätten!

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