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17.06.2016

16:01 Uhr

Working Capital

Wie Sie versteckte Geldquellen freisetzen

VonGian Hessami

Häufig binden Unternehmen zu viel Geld im Umlaufvermögen. Das könnten sie besser nutzen. Optimierungsmöglichkeiten sind gerade beim Management vorhanden. Viel frisches Kapital steckt häufig auch im Lagerbestand.

Lagerist in einem Hochregallager für Metalle und Baustoffe

- 24.04.2001 ullstein bild

Hochregallager

Vorratshaltung ist teuer und aufwendig.

AachenUnternehmen halten zu viele Vorräte und müssen häufig zu lange warten, bis ihre Kunden Rechnungen bezahlen. Deutsche Unternehmen könnten 57 Milliarden Euro an Kapital freisetzen, wenn sie ihr Umlaufvermögen effizienter managen würden, so eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.

Das Verhältnis des im Umlaufvermögen gebundenen Kapitals zum Umsatz ist 2014 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr von 12,5 auf 12,9 Prozent gestiegen. Während Unternehmen rund um den Globus Working Capital effizienter einsetzen, stagniert in Deutschland die Entwicklung seit 2010.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

„Bei der Optimierung des Working Capitals geht es zum einen um die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens und zum anderen um mögliche Effizienzpotenziale“, sagt Falco Weidemeyer, Finanzierungsexperte des Beratungsunternehmens Roland Berger. Firmen müssten zur Optimierung der Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten feste Systeme etablieren. Dabei gebe es oft nicht den einen großen Hebel, sondern viele kleine Stellschrauben. „Wir stellen allerdings häufig fest, dass Firmen die notwendigen Maßnahmen nicht sauber erarbeiten, dokumentieren und ständig überprüfen“, so Weidemeyer.

Konkret können laut dem Experten Unternehmen durch Lager-, Forderungs- und Verbindlichkeitsmanagement ihr Working Capital verbessern. Dies seien allerdings drei Bereiche, die sehr unterschiedliche Maßnahmen erfordern: „Bei der Lageroptimierung geht es um Optimierung der Lagerlogistik, des Logistiknetzwerks, der Bereinigung um Altbestände und schließlich der Definition und Sicherstellung serviceoptimaler Bestände anhand von dynamischen Zielwerten.“

Beim Forderungsmanagement stelle sich die Frage nach Insourcing oder Outsourcing. „Im Verbindlichkeitsmanagement liegt der Fokus auf der Verhandlung attraktiver Konditionen und der Steuerung der Zahlungen nach Liquiditäts- und Skontogesichtspunkten“, ergänzt Weidemeyer.

„Wenn man das Working Capital eines Unternehmens betrachtet, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie es wirtschaftlich aufgestellt ist“, sagt Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter Product Management bei der Mittelstandsbank der Commerzbank. Bei der Analyse des Umlaufvermögens ergeben sich wichtige Fragen. Zum Beispiel: Wie betreibt die Firma ihr Forderungsmanagement? Wie arbeitet die Buchhaltung? Wie funktionieren Lager, Produktion und und Logistik?

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