Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2015

18:07 Uhr

Leif Östling

Ex-Scania-Chef überwacht Truck-Sparte bei VW

Der abgesetzte Ex-Scania-Chef Leif Östling wird Aufsichtsrat der neuen Truck-Holding des Volkswagen-Konzerns. Vorsitzender des Gremiums wird allerdings VW-Chef Winterkorn.

Der abgesetzte Scania-Chef Leif Östling sitzt zukünftig im Aufsichtsrat der neu gegründeten VW-Truck-Holding. dpa

Neue Aufgabe bei VW

Der abgesetzte Scania-Chef Leif Östling sitzt zukünftig im Aufsichtsrat der neu gegründeten VW-Truck-Holding.

HamburgDie neue Truck-Holding von Volkswagen wird von dem ausgemusterten Lkw-Chef Leif Östling überwacht. Der frühere Scania-Chef wurde in den Aufsichtsrat der Dachgesellschaft für das Lastwagen- und Busgeschäft des Wolfsburger Konzerns mit Sitz in Braunschweig berufen, wie VW am Mittwoch mitteilte.

Der 69-Jährige war von September 2012 bis Januar 2015 im Konzernvorstand für das Lkw-Geschäft zuständig. Im Februar löste ihn der frühere Daimler-Manager Andreas Renschler ab. Dieser soll die noch immer schleppend laufende Allianz der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania zum Erfolg führen. Volkswagen will es im Lkw-Geschäft mit den führenden Herstellern Daimler und Volvo aufnehmen.

Den Vorsitz in dem paritätisch besetzten Kontrollrat übernimmt Konzernchef Martin Winterkorn. Neben Östling gehören zudem Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, Einkaufschef Javier Garcia Sanz und Ferdinand Oliver Porsche dem zwölfköpfigen Gremium an. Das Land Niedersachsen als zweitgrößter VW-Eigner wird durch die Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Behrens vertreten.

Auf Seiten der Arbeitnehmer sitzen unter anderem Betriebsratschef Bernd Osterloh sowie Vertreter von MAN und Scania im Aufsichtsrat der Volkswagen Truck & Bus GmbH. „Mit der Besetzung des Aufsichtsrats machen wir den nächsten großen Schritt zur Stärkung unseres wichtigen Bereichs Nutzfahrzeuge“, sagte Winterkorn.

Volkswagen: zwölf Marken bald in vier Familien?

VW vor dem Umbruch

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen läuft vom Motorrad bis zum Schwerlaster alles vom Band. Demnächst könnte es vier Marken-Familien unter dem Konzerndach geben.

Quelle: dpa

Volumen

Die Kernmarke VW-Pkw steht für rund jedes zweite verkaufte Auto im Konzern und produziert Modelle vom Kleinstwagen Up bis zum luxuriösen Phaeton. Sie könnte mit der tschechischen Pkw-Tochter Skoda und der spanischen Marke Seat eine Familie für den Massenmarkt bilden. Das Trio kam zuletzt auf rund 75 Prozent vom Konzernabsatz.

Premium

Dafür steht im VW-Konzern vor allem Audi. Die Ingolstädter setzten 2014 rund 1,45 Millionen Wagen ab. Zu Audi zählen auch die Edelmarke Lamborghini, die 2014 aber nur 2650 Fahrzeuge produzierte, und die Motorräder von Ducati (Jahresproduktion gut 45.000 Stück).

Sport und Luxus

Das ist im Konzern vor allem Porsche. Die Schwaben setzten 2014 rund 190 000 Wagen ab. Zusammen mit Audi fuhr Porsche zuletzt zwei Drittel des Konzern-Betriebsgewinns ein. Zu den Schwaben könnte sich die Luxuswagenschmiede Bentley gesellen, Hoflieferant des britischen Königshauses. Die 2014 rund 11.000 abgesetzten Wagen sind konzernweit zwar kaum zu sehen. Doch Bentley treibt Trends wie den Leichtbau voran, was auch Porsche macht. Hinzu kommen könnte Bugatti, wo 2014 zwar nur 45 Autos verkauft wurden. Jedoch baut Bugatti das Spitzenprodukt im Konzern: Der Supersportler Veyron fährt Tempo 432.

Schwere Nutzfahrzeuge

Das sind bei Volkswagen MAN und Scania. Beide Marken formen künftig in einer eigenständigen Holding eine gemeinsame Organisationseinheit – nehmen die Familienbildung also schon voraus.

Der Rest

Übrig blieben die VW-Nutzfahrzeuge (VWN), die im leichten Segment der gewerblichen Nutzung etwa Kastenwagen für Handwerker bauen. VWN hat technologisch mehr Nähe zu den Pkw-Schwestern als zu MAN und Scania.

Reuters hatte am Dienstag aus Unternehmenskreisen erfahren, dass die neue Dachgesellschaft ihren Sitz in Braunschweig haben soll. Sie soll zunächst 40 bis 50 Mitarbeiter beschäftigen, bis zu 100 Jobs sind dort vorgesehen. Der Sitz der Gesellschaft ist besonders prestigeträchtig, weil sie mittelfristig an die Börse gebracht werden könnte. Renschler sagte, entscheidend für Braunschweig sei der Flughafen gewesen. Dort starten und landen täglich Chartermaschinen, die die Konzernzentrale in Wolfsburg mit den Tochtergesellschaften in aller Welt verbinden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×