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03.10.2013

09:15 Uhr

Leighton

Hochtief-Tochter unter Korruptionsverdacht

VonUrs Wälterlin

Die australische Tochter des Baukonzerns Hochtief soll jahrelang Korruptionsgelder bezahlt haben. Die Praxis bei Leighton sei in den Führungsetagen abgesegnet worden, melden australische Medien. Die Aktie bricht ein.

Ein Mitarbeiter der Leighton Holding: Das Unternehmen wird der Korruption beschuldigt. AFP

Ein Mitarbeiter der Leighton Holding: Das Unternehmen wird der Korruption beschuldigt.

SydneyKorruption und verdeckte Zahlungen sollen bei Leighton Holdings jahrelang die Norm gewesen sein, das hat der australische Medienkonzern Fairfax Media am Donnerstag gemeldet. Investigative Journalisten der Zeitungsgruppe hatten die Geschäfte des international tätigen Bauunternehmens sechs Monate lang unter die Lupe genommen. Aus Hunderten vertraulichen, internen Dokumenten sei ersichtlich geworden, dass Leighton Holdings Korruptionsgelder in Millionenhöhe bezahlt habe, um sich in Ländern wie Irak, Malaysia und Indonesien Großaufträge zu sichern.

Die Führung von Leighton Holdings – auch der langjährige Chef Wal King – habe von der Praxis gewusst, behauptet Fairfax. Die Untersuchung habe eine „Kultur der Belohnung von korruptem Verhalten oder Inkompetenz“ aufgezeigt. Die Unternehmensführung sei so „katastrophal“ gewesen, dass der Fall den Unternehmensstandort Australien „weltweit blamieren“ werde.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Leighton Holdings erklärte, bei den mutmaßlichen Fällen von Bestechung und Korruption handle es sich um „außergewöhnliche Vorfälle“. Entsprechende Informationen habe die Firma schon im Februar 2012 offengelegt.
Leighton Holdings ist ein in Australien börsennotiertes Bauunternehmen mit einem Marktwert von fast sieben Milliarden australischen Dollar. Die Gruppe und wird zu 56,39 Prozent von Hochtief kontrolliert. Das deutsche Unternehmen ist eine Tochter der spanischen ACS.

Leighton beschäftigt weltweit etwa 61.000 Angestellte und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem weltweit führenden Bauunternehmen entwickelt. Neben dem Bau großer Infrastrukturprojekte ist Leighton auch stark im Bergbau engagiert. Der Wert der Leighton-Papiere fiel am Donnerstag nach der Veröffentlichung der Berichte um neun Prozent.

Wie Fairfax schreibt, seien die Journalisten im Besitz von Dokumenten, die eine Vielfalt von korruptem und illegalem Verhalten zeigten. Eine offenbar am 23. November 2010 vom damaligen Interim-Geschäftsführer David Stewart geschriebene interne Mitteilung lässt vermuten, dass Wal King persönlich eine korrupte Zahlung bewilligt hatte. Der damalige Chef International von Leighton, David Savage und King hätten von einer Zahlung von 42 Millionen australischen Dollar (29 Millionen Euro) an eine Firma in Monaco gewusst, die von irakischen Offiziellen nominiert worden war, meint Fairfax. Im Gegenzug habe Leighton den Auftrag für den Bau einer Ölpipeline im Wert von 750 Millionen australischen Dollar erhalten. „Ich hatte gefragt: hat Wal K das bewilligt? Und er sagte ja“, zitiert Fairfax die interne Meldung des Geschäftsführers.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.10.2013, 03:35 Uhr

Wiedermal Leigthon. Jedesmal, wenn die HT Aktie gut läuft, dann kommt Leighton mit einen neuen "Drama" um die Ecke. Hat schon fast Methode.

DerPate

03.10.2013, 12:54 Uhr

Schrecklich, insbesondere da Irak, Malaysia und Indonesien ja die korruptionsärmsten Länder der Welt sind /Ironie off. In gewissen Ländern kann man nur Geschäfte machen, wenn man sich an die Geschäftspraktiken anpasst.

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