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07.06.2011

17:12 Uhr

Leo Kirch

Etappensieg gegen Deutsche Bank

Der alte Mann und die Bank: Der ehemalige Medienunternehmer Leo Kirch bringt Deutschlands größte Bank zunehmend in Bedrängnis. Vor Gericht hat er heute Punkte gesammelt.

Etappensieg gegen die Deutsche Bank für Leo Kirch. Quelle: dpa

Etappensieg gegen die Deutsche Bank für Leo Kirch.

MünchenLeo Kirch hat im erbittert geführten Rechtsstreit gegen die Deutsche Bank einen Etappensieg errungen. Das Oberlandesgericht München machte am Dienstag deutlich, dass es Widersprüche in früheren und aktuellen Aussagen von Ex-Bankchef Rolf Breuer sieht. Der Medienmogul Kirch macht Breuer verantwortlich, ihn in den Ruin getrieben zu haben, was der Banker bestreitet. Richter Guido Kotschy sagte, er habe Zweifel an der Lesart der Deutschen Bank. Das Verhalten der Bank im Prozess werde sich womöglich nicht vorteilhaft auf das Urteil auswirken.

Kotschy stößt sich daran, dass Breuer nach seinen umstrittenen Interview-Aussagen über die Kreditwürdigkeit Kirchs diesem im Februar 2002 ein Schutzschild gegen Rivalen angeboten hat, das der einst einflussreiche Banker zugleich aber nicht als konkrete Vertragsofferte verstanden wissen will. Dies habe in den Schriftsätzen bisher anders geklungen. Die Deutsche Bank sagte zu, den Widerspruch schriftlich auflösen zu wollen. Für sie war das Breuer-Angebot nicht konkret genug.

Breuer hatte zuvor ausgesagt, mit dem Angebot eines Schutzschildes Kirch lediglich beschwichtigen zu wollen. Er habe ihm das Gefühl geben wollen, die Deutsche Bank sei nicht sein Gegner. Der Medienunternehmer habe ihn am 9. Februar 2002 bei einem Treffen am Münchner Flughafen den Kopf gewaschen: „Er hat mir heftige Vorwürfe gemacht“, so Breuer. Kirch habe deutlich gemacht, das Band zwischen beiden Häusern sei zerschnitten. Er habe auch mit einer Klage gedroht.

Tatsächlich überzieht Kirch Deutschland größtes Geldhaus seitdem mit immer neuen Klagen und fordert Schadenersatz in Milliarden-Höhe. Hintergrund ist vor allem ein TV-Interview Breuers. In diesem hatte dieser über die Kreditwürdigkeit Kirchs gesagt: „Was man alles lesen und hören kann ist, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Danach haben aus Kirch-Sicht die Banken den Geldhahn zugedreht.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

07.06.2011, 19:32 Uhr

Ich habe schon im letzen Jahrhundert als Premiere Kunde (heute Sky), dieses Auf- und Ab mit Leo Kirch beobachten können. Ich kann in gewisser Weise Herrn Kirch verstehen. Und wer wagt es schon, sich mit Banken anzulegen? Ich drücke Herrn Kirch die Daumen, dass er gewinnt!!! Wenn es um Banken geht, kann man sie alle in einen Sack stecken und ... na Sie wissen schon ...

Hoffnung2011

07.06.2011, 21:24 Uhr

Lieber Theo Kirch, Sie sind nun nicht gerade mein bester Freund. Aber ich drücke Ihnen die Daumen, gegen diese Mafiastrukturen mit einem guten Richter zu siegen.

Account gelöscht!

08.06.2011, 00:48 Uhr

Schon erstaunlich, in Deutschland wird man angeklagt wenn man die Wahrheit sagt. Kirch war pleite und will nun auch noch Schadensersatz von seinen Gläubigern. Frecher geht es nicht mehr.

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