Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.03.2006

09:00 Uhr

LG München I

Bärchen in Posen - ein Fall für das Urheberrecht?

Ein englischer Grafiker hatte in den Jahren 97 bis 2002 sechs Bär-Firguren gestaltet, die unter der Bezeichnung "Bad taste Bears" (kurz: BTB ) als Plüschtiere, Plastikfiguren und Textil-Aufdrucke in den Handel gingen. Ein anderes Unternehmen stellte Boxershorts her, die ebenfalls "Bad taste Bears" zeigten ("Sado-Maso-Bär", "Kiffer-Bär", "Bitch Bär", "Kamera-Bär", "Tierfreund-Bär", "Exhibitionisten-Bär").

Das Landgericht (LG) München I hatte zu klären, ob die Bärchen auf den Boxershorts das Urheberrecht an den Gestaltungen des englischen Grafikers verletzten. Der Ausgang des Rechtsstreites hing davon ab, ob sich die Bärchen auf den Boxershorts so weit von den englischen Bärchen unterscheiden, dass es sich um eine zulässige, so genannte freie Benutzung handelt. Eine solche freie Benutzung liegt vor, wenn die dem geschützten älteren Werk entnommenen individuellen Züge gegenüber der Eigenart des neu geschaffenen Werkes verblassen.

Wie die Richter erklären, ist es grundsätzlich jedermann erlaubt, Bärchen in unanständigen Posen darzustellen. Insofern seien beide Darstellungen urheberrechtlich geschützt. Das beklagte Unternehmen habe die englischen Bärchen nicht identisch übernommenn. Sie stellten eine eigenschöpferische geistige Leistung dar und seien nicht unzulässig bearbeitet.

LG München I vom 10.11.2005 ; Az. 7 O 21255/04
Fundstelle: nicht veröffentlicht

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×