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30.11.2014

15:07 Uhr

Autovermietung

Alexander Sixt: „Ich habe kein eigenes Auto“

Alexander Sixt ist Leiter der Konzernentwicklung des Familienunternehmens Sixt. Im Interview spricht er über Mobilität, das überdurchschnittlich schnelle Wachstum des Autovermieters und die Zukunft des Carsharings.

Alexander Sixt ist Leiter der Konzernentwicklung beim Familienunternehmen Sixt. Thorsten Jochim für Handelsblatt

Alexander Sixt ist Leiter der Konzernentwicklung beim Familienunternehmen Sixt.

München-PullachEin diesiger Herbsttag in München-Pullach. Vor der Sixt-Zentrale parken schicke, dunkle Oberklassewagen. Einen davon fährt Alexander Sixt. Wie sein Vater Erich hat auch er kein eigenes Auto und nimmt, was gerade bei Deutschlands größtem Autovermieter auf dem Hof steht. Welche Marke er bevorzugt, verrät Sixt im Gespräch mit Markus Fasse und Simon Book. Außerdem erklärt der Leiter der Konzernentwicklung, wie er die USA erobern will und warum Sixt inzwischen auch ein Softwarehaus ist.

Herr Sixt, wie sehen Sie mich als Kunden? 29 Jahre, kinderlos, wohnhaft in Berlin, kein Auto. Bin ich eher Bedrohung oder Chance?
Ich habe ein Buch über Thomas Edison gelesen, den Erfinder der Glühbirne. Der hat gesagt: Wir werden Elektrizität so billig machen, dass nur noch die Reichen Kerzen verbrennen werden. Wenn wir das auf uns übersetzen, dann heißt das: Wir werden die Mobilität so günstig und effizient machen, dass nur noch die Reichen ein Auto besitzen.

Wie kommen Sie darauf?
Das Auto ist eines der am schlechtesten ausgelasteten Assets der Welt. Im Schnitt steht es 23 Stunden auf der Straße herum, eine Stunde wird es benutzt. Das Auto - Ergebnis eines Prozesses von sehr viel Know-how und Kapital - hat eine Auslastung von gerade einmal vier Prozent. Es gibt eine Milliarde Autos weltweit, mit einem Wert von 20 Billionen Dollar. Das entspricht dem Bruttosozialprodukt der USA. Wenn es uns gelingt, mit einer intelligenten Vernetzung die Auslastung dieses Kapitals ein wenig zu verbessern, haben wir für die Kunden und für uns einen Mehrwert geschaffen.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Wann bedrohen Sie das Geschäft der Autohersteller?
Nein, die haben das Thema längst erkannt. Nehmen Sie BMW, das viele Trends rund um die urbane Mobilität in vollen Zügen besetzt, andere sind noch zurückhaltender. Am Ende muss sich der Autohersteller fragen: Ist denn der reine Absatz von Autos meine Zukunft? Vor knapp zehn Jahren hat mehr als die Hälfte der unter 29-Jährigen ein Auto gehabt. Im nächsten Jahr wird es nur noch ein Drittel sein. Wer heute von seiner Oma 900 Euro zu einem 18. Geburtstag bekommt, hat die Wahl, diese in ein gebrauchtes Auto oder in ein iPhone zu investieren.

Das heißt, Sie beobachten eine Verschiebung?
Die ist längst im Gange. Als wir 2011 mit dem Carsharing begonnen haben, haben dies viele belächelt. Damals hatte der ganze deutsche Markt 150.000 Mitglieder. Heute hat allein "Drive Now" mehr als 350.000 Mitglieder und ist damit Marktführer. Eine ziemliche Entwicklung. Als Sixt vor über 100 Jahren anfing, war das Auto etwas völlig Neues.

Wo sind Sie in 100 Jahren?
Auf alle Fälle sind wir dann Weltmarktführer. Allein in den letzten 40 Jahren haben wir uns vertausendfacht. Unsere konkrete Unternehmensplanung ist auf zwei, vielleicht drei Jahre ausgelegt. Es gibt vier große Strategiefelder.

Die wären?
Zuerst einmal die USA, der größte Autovermieter-Markt der Welt. In Miami haben wir inzwischen etwa acht Prozent Marktanteil - mehr als der Marktführer. Wenn wir in Amerika die größten 100 Flughäfen erobern könnten und dort Marktanteile von fünf Prozent erreichen würden, dann würde sich der gesamte Umsatz von Sixt mehr als verdoppeln.

Was gibt es noch für Wachstumsfelder?
Das zweite Thema ist europäische Expansion. So haben wir 2013 Hertz in Europa von der dritten Stelle verdrängt und sind nur noch einen Prozentpunkt vor Avis. Frankreich etwa entwickelt sich unglaublich positiv. Dort haben wir auch eine relativ große Fernsehkampagne gestartet, denn wir setzen in Frankreich vor allem auf Privatkunden. Damit sind wir auch gleich bei Thema drei: Wir sind in den vergangenen Jahren unglaublich schnell gewachsen. Da gilt es, unsere Organisation weiterzuentwickeln, um schlank zu bleiben.

Und Nummer vier?
Wir wollen unsere Angebote „Drive Now“ und „My Driver“ stärken und ausbauen. Beim Chauffeurservice My Driver haben wir nach eineinhalb Jahren rund 150.000 Fahrten, rund die Hälfte davon Geschäftskunden. Bei „Drive Now“ starten wir jetzt die Internationalisierung. Gerade haben wir in Wien eröffnet.

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