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23.06.2017

14:52 Uhr

Deutsche Bahn

„Die Bahn ist nicht beauftragt, ein Museum aufrecht zu erhalten“

VonDieter Fockenbrock

Lkw-Transporte sind nach wie vor konkurrenzlos günstig. Um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verfrachten haben sich Regierung, Verbände und Bahngesellschaften auf einen Masterplan geeinigt. Reichen die Reformen?

Die Deutsche Bahn muss ihr Güterverkehrgeschäft effizienter machen, um mit dem Lkw-Verkehr konkurrieren zu können. dpa

Güterverkehr der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn muss ihr Güterverkehrgeschäft effizienter machen, um mit dem Lkw-Verkehr konkurrieren zu können.

BerlinDie Bundesregierung will in Zusammenarbeit mit den Eisenbahngesellschaften die Güterbahn im Wettbewerb gegen den Lkw-Verkehrs stärken. Dafür sollten die Trassenpreise in etwa halbiert, die Gleisanlagen für lange Güterzüge ausgebaut und in München ein Rangierbahnhof als Testfeld für automatisiertes Rangieren erreichtet werden. Die Deutsche Bahn bekommt als Ausgleich für die Senkung der Schienenmaut 350 Millionen jährlich aus dem Bundeshaushalt, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag bei der Vorstellung des „Masterplan Schienengüterverkehr“ in Berlin. „Das ist die größte Entlastung für den Schienen-Güterverkehr der vergangenen Jahrzehnte.“ Die Mittel seien bereits im Entwurf zum Bundeshaushalt 2018 eingeplant.

Laut den Prognosen des Verkehrsministeriums wird der Güterverkehr in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent wachsen, auf der Schiene sogar um 43. Doch sind die Voraussetzungen für die Bahn derzeit denkbar schlecht. Die Lkw fahren zu konkurrenzlos niedrigen Kosten unter anderem weil die Dieselpreise stark gesunken sind.

Um das politische schon seit Jahren propagierte Ziel, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bekommen, zu erreichen, mussten vor allem die Kosten gesenkt werden. Wichtiger Faktor dabei ist die Schienenmaut, die alle Eisenbahngesellschaften an die DB Netz zu zahlen haben.

Von der jetzt aus dem Steueraufkommen geplanten Senkung profitiert nicht nur die Deutsche Bahn mit ihrer defizitären Tochter DB Cargo selbst, sondern auch Dutzende privater Güterzugbetreiber. Die fahren inzwischen 40 Prozent der gesamten Transportleistung auf Deutschlands Schienen. Ein Monitoring soll sicherstellen, dass die Trassenpreissenkung auch an die Kunden weiter gegeben wird.

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