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13.07.2017

17:12 Uhr

Großauftrag für Siemens

Deutsche Bahn will 100 Loks für Güterzüge bestellen

Die Deutsche Bahn will stärker in den Schienengüterverkehr investieren. DB Cargo bestellt bei Siemens 100 Loks. Auch Stellenabbau soll es in der Frachtsparte keine geben – für Gewerkschafter ein überfälliger Schritt.

Die Deutsche Bahn will offenbar wieder verstärkt in den Schienengüterverkehr investieren. dpa

Güterzüge

Die Deutsche Bahn will offenbar wieder verstärkt in den Schienengüterverkehr investieren.

BerlinAngesichts massiver Beschwerden von Kunden und der florierenden Wirtschaft korrigiert die Deutsche Bahn den Sanierungskurs bei ihrer Frachttochter. DB Cargo werde in der aktuellen Lage im operativen Geschäft keine Stellen abbauen, sondern vielmehr zusätzliche Arbeitsplätze und Transport-Kapazitäten schaffen, teilte der Staatskonzern am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats von DB Cargo mit. Unternehmenskreisen zufolge sollen bis zu 100 Loks im Gesamtwert von 370 Millionen Euro bei Siemens bestellt werden. Dazu werde ein Auftrag über 4000 Güterwaggons vorbereitet. Die Gewerkschaft EVG und Betriebsräte sprachen von einem Erfolg ihres Drucks: Der Kauf von Loks und Waggons sei ein überfälliger Schritt. Auch die Einstellung mehrerer Hundert Mitarbeiter habe man lange gefordert. Die Bahn erklärte, man wolle jetzt den Rückenwind durch die steigende Nachfrage und die staatliche Förderung des Schienengüterverkehrs nutzen. Die Bundesregierung hat unter anderem eine Senkung der Gebühren für die Schienennutzung beschlossen, was die Branche jährlich um 350 Millionen Euro entlastet. Dies soll wieder mehr Güter auf der Schiene bringen.

Bahn mit Aufträgen überfordert

Die Sondersitzung des Aufsichtsrats war nach zahlreichen Kundenbeschwerden vor allem aus der Stahlbranche einberufen worden. In einem Reuters vorliegenden internen Papier drohten Kunden mit Abwanderung zur Konkurrenz oder auf die Straße, da DB Cargo unzuverlässig sei und Vereinbarungen nicht einhalte. Betriebsräte und Gewerkschaft zeigten sich alarmiert, da erst im vergangenen Jahr zur Sanierung der Sparte ein Abbau von 2000 der insgesamt rund 18.000 Stellen beschlossen worden war. Laut Konzernkreisen ist dies nun vom Tisch: Es würden unterm Strich allenfalls noch 500 Stellen sein. Zudem wurden Zehntausende Güterwaggons verschrottet. Derzeit hat die Bahn noch etwa 70.000 und damit in der derzeitigen Lage zu wenig. Geplant ist daher jetzt der Kauf von 4000 neuen Waggons.

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Bei Betriebsräten stieß dieser Schlingerkurs auf Kritik. Das Chaos müsse beendet werden, heißt es in einer Reuters vorliegenden Mitteilung an die Beschäftigten. Die Beschlüsse reichten nicht aus. "Wir brauchen eine Fehleranalyse - und zwar sofort". Ein Abbau von Stellen bei Disponenten komme nicht infrage. „Wir brauchen in allen Bereichen zusätzliches Personal.“ Andernfalls werde das Wachstum ohne DB Cargo stattfinden. Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, sagte: „Es gibt noch viele hausgemachte Schwierigkeiten, die beseitigt werden müssen, damit das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur geführt werden kann.“

Die Güterbahn war 2015 maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Konzern einen Milliarden-Verlust verbuchte. Zuletzt besserte sich die Lage, DB Cargo blieb aber in den roten Zahlen und verlor 2016 weiter Marktanteile an Konkurrenten. Diese liegen inzwischen bei über 40 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Chris Woodley

13.07.2017, 15:17 Uhr

Sehr gut .... mit VTG999 "könnte" man hiervon profitieren.

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