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21.03.2012

13:37 Uhr

Hapag-Lloyd

Preiskampf auf den Weltmeeren ist beendet

Aufatmen bei Hapag-Lloyd: Die Reederei sieht den Preiskampf auf den Weltmeeren als beendet an und rechnet im laufenden Jahr mit steigenden Frachtraten. Wegen hoher Spritkosten steigen die Preise pro Standardcontainer.

Aufatmen bei Deutschlands größter Containerreederei. dapd

Aufatmen bei Deutschlands größter Containerreederei.

Hamburg„Wir sehen zum ersten Mal einen deutlichen Trend nach oben“, sagte Vorstandschef Michael Behrendt am Dienstagabend vor Journalisten. Allerdings belasten die hohen Treibstoffkosten die Bilanz auch in diesem Jahr. Hapag-Lloyd kündigte deshalb für Anfang April eine weitere Preiserhöhung um 412 Dollar pro Standardcontainer (TEU) an. Die Hamburger Traditionsreederei, an der der Reisekonzern TUI noch maßgeblich beteiligt ist, hatte bereits Anfang März die Frachtraten auf der wichtigen Asien-Europa-Route um 750 Dollar angehoben. Dem sei die Konkurrenz „mindestens in der gleichen Höhe“ gefolgt, erläuterte Behrendt. Dadurch verdoppelten sich Branchenexperten zufolge die Preise je Standartcontainer auf dieser Strecke.

Im abgelaufenen Jahr hatte ein heftiger Preiskampf zwischen den beiden führenden Containerriesen Maersk und MSC der gesamten Branche zugesetzt und die Frachtraten purzeln lassen. Bei Hapag-Lloyd, weltweit Nummer vier, sanken die Transportpreise im Schnitt auf allen Routen um gut zwei Prozent auf 1.532 Dollar. Der Umsatz schrumpfte um 100 Millionen auf um 6,1 Milliarden Euro. Die hohen Treibstoffkosten sorgten dafür, dass Hapag-Lloyd mit 29 Millionen Euro in die roten Zahlen fuhr - im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 428 Millionen Euro zu Buche gestanden. Damit schnitt Hapag-Lloyd 2011 besser ab als viele Konkurrenten, die wegen des Preiskampfs dreistellige Verluste einfuhren.

Der gestiegene Ölpreis habe zu Jahresbeginn 2012 das saisonal ohnehin schwache Geschäft zusätzlich belastet, erläuterte Behrendt. Da die Preiserhöhungen erst zum Ende der durchschnittlich sechswöchigen Fahrten der Schiffe zwischen Asien und Europa verbucht werden, rechnet die Reederei frühestens im zweiten Quartal mit den Einnahmen. Für das dritte Quartal stellte Behrendt ein „auskömmliches“ Geschäft in Aussicht. Das Geld wird in der Containerbranche zwischen Juli und Ende Oktober verdient, wenn die großen Handelskonzerne Ware für das wichtige Weihnachtsgeschäft beziehen.

Vor einem erneuten Anlauf für einen Börsengang müsse Hapag-Lloyd zwei gute Quartale aufweisen können, sagte Behrendt. „Wir müssen Investoren zeigen, dass wieder Normalität eingekehrt ist.“ Im vergangen Jahr war der geplante Gang aufs Parkett wegen wackeliger Börsen und der scharfen
Konkurrenz in der Schifffahrt gescheitert.

Von

rtr

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