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15.03.2012

12:41 Uhr

Logistik-Spezial

Internet-Käufe lassen Paketgeschäft boomen

Der Paketmarkt ist im Aufwind: Online-Shopping und Versandhandel lassen das Geschäft von DHL, Hermes und Co wachsen. Post-Chef Appel sieht eine Veränderung des Einkaufsverhaltens - und hofft auf einen langfristigen Boom.

Voller Transporter: Das Paketgeschäft in Deutschland brummt. dpa

Voller Transporter: Das Paketgeschäft in Deutschland brummt.

BonnImmer mehr Verbraucher kaufen im Internet ein. Das reicht von Büchern, Jeans und Stöckelschuhen bis zu Medikamenten, Elektronik, Wein oder einem neuen Tennis-Outfit. Im Jahr 2011 gaben die Kunden dafür rund 21,7 Milliarden Euro aus. Der Boom beim Online-Shopping und im Versandhandel insgesamt beflügelt auch den Paketmarkt. Die am PC bestellten Waren müssen an die Haustüren geliefert werden. Das hält zig-tausend Paketboten von Flensburg bis Freiburg auf Trab. Um den Markt in Deutschland kämpfen mehrere Anbieter.

Platzhirsch ist die Deutsche Post DHL, die in 2011 einen Anstieg bei Paketsendungen um rund 10 Prozent verzeichnete. Hauptkonkurrent Hermes konnte sich in den vergangenen Jahren ebenfalls über anhaltend deutliche Zuwächse freuen und auch europaweit expandieren.

Der zeitsparende Online-Einkauf mit einigen Klicks ist vor allem für die jüngere Generation zu einer Selbstverständlichkeit geworden. „Immer mehr Menschen jeden Alters nutzen diese bequeme Form des Shoppens“, sagt Post-Vorstandschef Frank Appel. „Und es handelt sich hierbei nicht um ein vorübergehendes Phänomen. Diese Veränderungen, die sich im Einkaufsverhalten vollziehen, sind nachhaltig. Das heißt: Das Wachstum im Paketgeschäft wird anhalten.“

Neben den Internet-Käufen ist der Versandhandel insgesamt, einschließlich der Bestellungen etwa per Katalog oder Teleshopping, auf Höhenflug. Mit einer Umsatzsteigerung um 12,2 Prozent auf 34 Milliarden Euro erzielte die Branche in 2011 einen Rekord, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) berichtete.

Ungebrochen ist dabei der Trend (plus 18,5 Prozent) zu Online-Käufen, die etwa zwei Drittel des Umsatzes ausmachten. Beispiel: Der führende Hamburger Versandhändler Otto, früher ein klassischer Katalogversender, erwirtschaftete 2011 bereits rund drei Viertel seines Umsatzes im Online-Geschäft. Der größte Onlineshop in Deutschland ist Amazon, vor Otto. Daneben gibt es unzählige Spezialanbieter wie etwa Zalando für Schuhe. Die Deutsche Post hat inzwischen mit MeinPaket.de ein eigenes Shopping-Portal mit mehr als vier Millionen Produkten.

Ohne eine neue Dynamik bei den Auslieferern wäre der Wandel zum Online-Handel nicht möglich gewesen. Bisweilen begegnen sich mittlerweile in den Straßen gleich zwei oder sogar drei Fahrzeuge mit den Zustellern verschiedener Unternehmen. Klarer Marktführer ist die Deutsche Post mit ihrer Paketmarke DHL. Die DHL-Boten liefern in ihren gelb-roten Uniformen im Schnitt täglich rund 2,7 Millionen Pakete aus, in der großen Mehrzahl meist von Geschäftskunden zu Geschäftskunden.

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