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01.03.2012

15:12 Uhr

Nach Gewinneinbruch

Veolia könnte Transportsparte verkaufen

Im vergangenen Jahr musste der Konzern kräftige Verluste einstecken. Als Konsequenz will Veolia künftig auf Konzentration setzen. Erste Maßnahme: Der Rückzug aus den Transportaktivitäten.

Der Unternehmenssitz von Veolia in Paris. AFP

Der Unternehmenssitz von Veolia in Paris.

ParisNach einem kräftigen Verlust von 490 Millionen Euro im vergangenen Jahr setzt der französische Veolia-Konzern auf sein Konzept der Konzentration auf die Bereiche Wasser, Abfall und Energie. 2012 könnten schon erste Ergebnisse dieser Strategie mit einem Rückzug aus dem Transportwesen erreicht werden, sagte Unternehmenschef Antoine Frérot am Donnerstag in Paris. Veolia ist in Deutschland der größte private Konkurrent der Deutschen Bahn im Nahverkehr.

Nach Angaben des Unternehmens laufen derzeit Verhandlungen mit einem Investor, um den Veolia-Anteil von 50 Prozent in den Bereichen Busse und Bahnen zu verkaufen. Laut Finanzdirektor Pierre-François Riolacci könnte ein Abkommen bis Ende des Sommers unterschrieben sein. Der Konzern könnte seine Anteile an Veolia Transdev, an dem zur Hälfte auch das staatliche Finanzinstitut Caisse des Dépôts (CDC) beteiligt ist, voraussichtlich nach und nach abstoßen. Laut Wirtschaftszeitung „Les Echos“ geht es bei dem Investor um den Fonds Cube Infrastructure der französischen Investmentbank Natixis.

Veolia hatte die strategische Entscheidung, sich aus den Transportaktivitäten zurückzuziehen, nach schweren Gewinneinbrüchen getroffen. Die Umstrukturierung bedeutet einen radikalen Strategiewechsel gegenüber der Ausrichtung unter dem früheren Veolia-Chef Henri Proglio, der jetzt an der Spitze des französischen Energiekonzerns EDF steht. Proglio hatte eine Internationalisierung und Ausweitung der Veolia-Aktivitäten vorangetrieben.

Frérot wollte sich nicht zu dem Streit um seine Position an der Konzernspitze äußern. „Die Vergangenheit ist die Vergangenheit“, sagte er dazu. Im Februar hatten Berichte über eine geplante Ablösung von Frérot die Wellen hochschlagen lassen: Präsident Nicolas Sarkozy ließ dementieren, dass es eine Absprache mit Proglio gegeben habe, um seinen früheren Umweltminister Jean-Louis Borloo an der Veolia-Spitze zu platzieren. Borloo hatte auf eine eigene Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl verzichtete und Sarkozy so wichtige Stimmen aus dem Mitte-rechts-Lager ermöglicht.

Veolia, das führende Unternehmen für Umweltdienstleistungen, hat mehr als 310.000 Angestellte. Der Konzern will seine Schulden von 14,7 Milliarden Euro Ende Dezember bis Ende 2012 auf dann weniger als zwölf Milliarden Euro senken.

Von

afp

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