Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2012

23:39 Uhr

Nahverkehr

Bahnen bremsen Wettbewerb um Regionalzüge

ExklusivAusschreibungen im Schienenverkehr werden zunehmend beschwerlicher. Experten sagen, für private Bieter seien die Ausschreibungsverfahren immer öfter zu teuer. Eine Flut von Detailvorgaben erledige den Rest.

Ein Regionalzug verlässt den Hauptbahnhof in Dresden. dpa

Ein Regionalzug verlässt den Hauptbahnhof in Dresden.

DüsseldorfIm Schienennahverkehr in Deutschland sollen in den nächsten Jahren etwa 50 Prozent aller Leistungen neu vergeben werden. Doch die Ausschreibungen um Milliardenaufträge stehen immer häufiger vor dem Scheitern, berichtet das Handelsblatt in der Montagausgabe.

Immer mehr Bahnen würden sich nicht mehr am Wettbewerb beteiligen. Denn, so das Blatt, hohe Investitionen in neue Fahrzeuge und Werkstätten sowie komplizierte Ausschreibungsverfahren mit Vorgaben bis in die kleinsten Details schränken die unternehmerischen Spielräume ein. Und sie kosten vor allem viel Geld. Die Zeitung zitiert den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, demzufolge in den letzten eineinhalb Jahren rund zehn Ausschreibungen entweder zurückgezogen wurden beziehungsweise nur wenige Konkurrenten Wettbewerbsangebote vorlegten. Mit einem „runden Tisch“ würden große und kleine Bahnunternehmen am kommenden Dienstag in Berlin für einen besseren Wettbewerb eintreten.

Zitiert wird ein Insider mit der Feststellung: „Der Markt hat sich gedreht. Eigentlich sollte die Liberalisierung den Wettbewerb der Bahnen um Leistungen bringen, heute ist es der Wettbewerb der Besteller um Bahnen, die überhaupt noch bereit sind zu fahren.“ Die Bahnunternehmen können sich aus der Vielfalt der Ausschreibungen jene aussuchen, die ihnen am besten passen.

Um den bislang erfolgreichen Wettbewerb zu erhalten, bauen die staatlichen Besteller Werkstätten und finanzieren Züge. Der Nebeneffekt, urteilt das Handelsblatt: Sie sorgten so für eine schleichende Re-Verstaatlichung und würden zunehmend typische unternehmerische Risiken übernehmen.

Von

ek

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×