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19.03.2012

12:23 Uhr

Pkw-Maut

Wer im Stau steht soll doppelt zahlen

VonEberhard Krummheuer

Bisher konnte sich eine Pkw-Maut in Deutschland nicht durchsetzen, doch Logistik-Experten entwickeln bereits Modelle für die Autobahngebühr. Eine neue Studie fordert Maut für alle: Wer im Stau steht, zahlt sogar doppelt.

Stau auf deutscher Autobahn: Wer auf einen einen kaum befahrenen Umweg ausweicht, wird nach dem neuen Maut-Modell belohnt. dpa

Stau auf deutscher Autobahn: Wer auf einen einen kaum befahrenen Umweg ausweicht, wird nach dem neuen Maut-Modell belohnt.

DüsseldorfJeder Taxi-Kunde kennt das ärgerliche Gefühl: Die Fahrt geht im Stau nur schleppend voran, aber die Uhr läuft, die Summe steigt. Verkehrsexperte Ralf Jahncke ist Chef der Wiesbadener Beraterfirma für Logistik, Transcare, und als Querdenker in der Branche bekannt: Er will dieses hässliche Gefühl im Taxi künftig allen Autofahrern zumuten.

Jahncke hat in einer Studie ein Szenario entwickelt, wie man mit einer Pkw-Maut den Dauerstau auf deutschen Autobahnen vermindern kann. Sein Kalkül: Wenn im Stau künftig für alle Autofahrer die Uhr tickt und die Kosten steigen, dann suchen sie sich vielleicht das nächste Mal weniger befahrene Wegstrecken, oder sie fahren zu einer günstigeren Zeit.

„MobiTax“, ein Fahrzeugdisplay, ist nach Jahnckes Vorstellungen dabei ein zentrales Steuerungsinstrument. Die Einrichtung im Pkw-Cockpit soll via Satelliten-Information permanent das aktuelle Nutzungsentgelt für die Fahrt anzeigen - wie im Taxi eben. Und das kann teuer werden. Denn wer sich in den Stau stellt, zahlt einen kräftigen Zuschlag - wer dagegen auf einen wenig befahrenen Umweg ausweicht, wird mit Rabatt belohnt. Das ist zwar Zukunftsmusik, löst aber garantiert helle öffentliche Empörung bei Automobilverbänden und Politikern aus.

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Doch Jahncke glaubt an sein nach dem Firmensitz benanntes „Wiesbadener Modell“ von einer Maut für Lkw, Pkw und Motorräder, die seiner Meinung nach auf allen deutschen Straßen erhoben werden sollte. Die Fachleute von Transcare haben im Prinzip nur die Fakten auf den Tisch gebracht. „Allein zur Erhaltung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur fehlen jährlich drei bis sechs Milliarden Euro“, sagt Jahncke.

Riesige Staus zur Rush-hour und chaotische Verkehrsverhältnisse zu Feiertagen und Ferienanfängen gibt es schon heute. Und selbst wenn mehr Geld da wäre, ein weiterer Ausbau der Straßennetze ist kaum noch ökonomisch sinnvoll - es würde Kapazität nur noch für Spitzenstunden geschaffen.

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Kommentare (34)

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Account gelöscht!

19.03.2012, 12:34 Uhr

"... suchen sie sich vielleicht das nächste Mal weniger befahrene Wegstrecken, oder sie fahren zu einer günstigeren Zeit... " wo lebt der Typ??? das nächste mal bitte ein Foto dieses Mannes mit anhängen, dann wird wahrscheinlich schnell einiges klarer :)

p.s. entschuldigung für meine ausdrucksweise, aber solche realitätsfremenden bringen mich auf die palme

Harald_Schwertfeger

19.03.2012, 12:40 Uhr

Noch besser wäre es, die Ursachen von Staus zu beseitigen oder zu minimieren : Monatelange Sperrung von Fahrspuren ohne Bautätigkeit, Baustellen immer zur Urlaubszeit, wenn einerseits das Verkehrsaufkommen besonders hoch ist und anderseits wenig gebaut wird etc.
Der Geldbeutel ist sicher der richtige Weg. Er sollte aber auch die Bauunternehmer und Planer treffen. Wer die geringsten Beeinträchtigungen schafft, verdient am besten.

Account gelöscht!

19.03.2012, 12:42 Uhr

Kann mich Ibot nur noch anschließen.
Danke

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