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01.07.2017

17:49 Uhr

TGV wird „InOui“

Ein Zug-Name spaltet Frankreich

Der TGV ist ein Aushängeschild Frankreichs. Der Bahnkonzern SNCF verpasst seinen Hochgeschwindigkeits-Verbindungen nun einen ungewöhnlichen neuen Namen – und hat damit erstmal viel Spott und Kritik geerntet.

An diesem Wochenende sollen die ersten TGV-Züge unter der Marke „InOui“ durchs Land rollen. Der Name ist ein Wortspiel: „Oui“ heißt auf Französisch ja, „inouï“ bedeutet beispiellos, außergewöhnlich, unerhört. dpa

Der neue „InOui“

An diesem Wochenende sollen die ersten TGV-Züge unter der Marke „InOui“ durchs Land rollen. Der Name ist ein Wortspiel: „Oui“ heißt auf Französisch ja, „inouï“ bedeutet beispiellos, außergewöhnlich, unerhört.

ParisFür einige in Frankreich klang es erstmal wie ein schlechter Scherz. Der staatseigene Bahnkonzern SNCF verpasst einem Teil seiner TGV-Verbindungen einen neuen Namen: „InOui“ - und das Land rieb sich die Augen. Immerhin ist der Hochgeschwindigkeitszug TGV eine nationale Ikone: ein Aushängeschild für Innovation und Modernität à la française. Für einen Twitter-Nutzer schien die Ankündigung so, als würde der Spielkonsolen-Hersteller Nintendo den Titelheld seiner bekannten „Super Mario“-Reihe in Robert umbenennen.

An diesem Wochenende werden die ersten TGV-Züge unter der Marke „InOui“ durchs Land rollen. Zunächst auf der Strecke Paris-Bordeaux, wo eine neue Schnellstrecke von Sonntag an die Fahrtzeit auf gut zwei Stunden verkürzt. Der Name ist ein Wortspiel: „Oui“ heißt auf Französisch ja, „inouï“ bedeutet beispiellos, außergewöhnlich, unerhört.

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Richard Lutz, neuer Chef der Deutschen Bahn, und sein französisches Pendant SNCF-Boss Guillaume Pepy beschwören in Berlin die Gemeinsamkeiten beider Staatskonzerne. Dabei sind sie erbitterte Konkurrenten auf der Schiene.

Die Marke soll ein neues Serviceversprechen ausdrücken und für eine klare Abgrenzung zum Low-Cost-Angebot der SNCF sorgen. Das alles ist Teil eines Plans, um sich im Wettbewerb mit Billigfliegern und den seit kurzem zugelassenen Fernbussen zu behaupten.

Doch als der Schritt Ende Mai bekannt wurde, erntete die SNCF erst einmal viel Spott. Es entstand der Eindruck, dass sie die international bekannte Marke TGV aufgebe. Ein Radiokolumnist griff den Klang der neuen Marke „InOui“ auf und benannte SNCF-Chef Guillaume Pepy in „Monsieur Pépoui“ um. „Wir vergeben Ihnen. Aber kehren Sie zum TGV zurück. Ich kaufe Ihnen eine Rückfahrkahrte.“

Der Bahnkonzern versucht, die Bedenken auszuräumen. „TGV bleibt TGV“, versichert Rachel Picard, Leiterin des Geschäftsfelds „SNCF Voyages“ und damit verantwortlich für die Hochgeschwindigkeitszüge. „TGV ist das Material, TGV bleibt der Name des Zugs“, sagt sie der Deutschen Presse-Agentur, „man wird weiterhin sagen „Ich bin im TGV“.“ Es geht aus Sicht des Konzerns vor allem darum, die verschiedenen Angebote klar voneinander abzugrenzen.

Denn anders als die Deutsche Bahn hat die SNCF vor einigen Jahren eine eigene Billigmarke im Hochgeschwindigkeitsverkehr geschaffen: Unter dem Namen „OuiGo“ schickt sie TGV-Züge mit hellblauem Anstrich durchs Land - mit mehr Plätzen, weniger Stauraum, ohne Bar. Tickets gibt es ab 10 Euro, statt in der Hauptstadt Paris selbst halten die Züge an Bahnhöfen im Umland.

„OuiGo ist ein klarer Vertrag mit dem Kunden: das Wesentliche der Hochgeschwindigkeit“, sagt Picard. Jeder zweite Passagier der Billigmarke sei neu im TGV, eine „Waffe zur Markteroberung“. Fünf Millionen nutzten das Angebot im vergangenen Jahr, bis 2020 soll ihre Zahl sich fast verfünffachen.

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