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07.12.2014

13:14 Uhr

Urbane Logistik

Wenn die Stadt aus allen Nähten platzt

VonManuel Heckel

In deutschen Städten wird es immer enger. Gemeinsam mit Händlern, Kommunen und IT-Spezialisten arbeiten Logistiker an Lösungen, um Verkehrsinfarkte zu verhindern – und Waren störungsfrei ins Herz der City zu bringen.

Um unsere Städte vor einem Kollaps zu bewahren, arbeiten Unternehmen, Forscher und Kommunen fieberhaft an einer zukunftstauglichen Logistik.

Um unsere Städte vor einem Kollaps zu bewahren, arbeiten Unternehmen, Forscher und Kommunen fieberhaft an einer zukunftstauglichen Logistik.

KölnDer Paketbote von morgen braucht einen Pilotenschein, denn Amazon geht in die Luft. Der Plan des Online-Händlers: Schon bald wird die Ware per Drohne zum Kunden geflogen. „Prime Air“ heißt das Projekt, für das der US-Konzern gerade in Seattle und Cambridge erfahrene Flugzeugingenieure anwirbt. Parkplatzmangel, Feierabendstau? Darüber kann der Lieferant dann nur noch müde lächeln. Die unbemannten Transportcopter versorgen die Abnehmer auf kürzestem Weg.

Schon im kommenden Jahr will Amazon den Testbetrieb starten – und hofft deshalb auf schnelle Zulassung durch die amerikanische Luftfahrtbehörde. „Wir werden bereit sein“, teilt das Unternehmen selbstbewusst mit.

5 Szenarien für die Zukunft der Logistik

1 - Zügelloses Wachstum

Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, bleibt es bei einem zügellosen Wachstum. Das stärkt zwar die Nachfrage nach Transport- und Logistikleistungen, der Klimawandel aber führt zu häufigeren Naturkatastrophen. Zudem führen die knapper werdenden Energieressourcen dazu, dass sich die Gewinnmargen verringern.

2 - Effiziente Mega-Citys

Schon jetzt zeichnet sich ab, wo ein Großteil der Wertschöpfung im Jahre 2050 stattfinden könnte: in gut organisierten Mega-Citys. Während hier hocheffiziente Verkehrssysteme installiert werden, verpassen die ländlichen Regionen den Anschluss. Zunächst kostet dies die Logistikanbieter Teile des Geschäfts. Gleichzeitig könnten aber neue Aufgaben hinzukommen: Konzerne wie DHL kämen dann womöglich auch bei der Versorgung von Krankenhäusern,  Flughäfen oder Einkaufszentren zum Zuge.

3 - Individualismus

Den Zukunftsforschern zufolge werden die Konsumenten im Jahr 2050 eigene Produkte erfinden, gestalten und entwickeln. Möglich macht dies ein 3-D-Drucker, der bereits beim Raumfahrtkonzern EADS erfolgreich getestet wurde: Allein aus einem Polyester-Granulat schaffte es dort ein computergesteuertes Laserstrahlgerät, ein komplettes Fahrrad zu formen. Sollte sich die Technik durchsetzen, könnte – vor allem in der Ersatzteillogistik – allein noch der Transport von Rohstoffen gefragt sein.

4 - Protektionismus

Kommt es zum Stopp der Globalisierung, weil mächtige Länder ihre Volkswirtschaften vor Wettbewerb schützen, verliert vor allem die Seefracht an Bedeutung. Die Lieferketten werden zudem kürzer, wodurch die Logistikindustrie massiv an Umsatz verliert.

5 - Widerstandsfähigkeit

Um Störungen vorzubeugen, die der Klimawandel in Form von Wetterkatastrophen hervorruft, könnte schon bald der Ruf nach höheren Reservekapazitäten laut werden. Umfangreiche Läger rückten dann an die Stelle von „Just-in-Time“-Lieferungen. Eine leistungsstarke „Reserve-Infrastruktur“ kostet aber nicht nur viel Geld. Sie macht auch viele Logistikanbieter arbeitslos.

Die Lieferung aus der Luft ist nur eine Idee, mit der sich das Transportgewerbe auf einen globalen Megatrend einstellt: das rasante Wachstum der Städte, das vielerorts die Verkehrsinfrastruktur überfordert. Denn noch schneller nimmt in Zeiten von Online-Shopping die Zahl der Warenlieferungen zu. Um den Logistikkollaps zu verhindern, müssen die Unternehmen neue Lösungen entwickeln, um Lücken im Verkehr zu finden. Gelingen kann dies nur in enger Zusammenarbeit mit Forschern und Kommunen.

Erlaubt ist, was Zeit spart. Denn Stillstand hat einen hohen Preis. Schon heute verursachen Staus allein in Deutschland jährliche Kosten von 25 Milliarden Euro – so die Rechnung von Inrix, einem Anbieter von Verkehrsdienstleistungen. Ändert sich die Lage nicht, werden es im Jahr 2030 schon 33 Milliarden Euro pro Jahr sein.

Noch sind die hiesigen Ballungszentren weit entfernt von chaotischen Zuständen, wie sie in den aufstrebenden Metropolen Bangkok, Manila oder Schanghai herrschen. Doch der Blick in die Schwellenländer kann eine Warnung sein für Logistiker und Stadtplaner, die hierzulande tätig sind. „Die Städte wachsen, ohne an Fläche zu gewinnen – da sind Konflikte vorprogrammiert“, sagt Uwe Northmann, der als Business Development Manager beim IT-Konzern Cisco das Thema Smart Citys in Deutschland betreut.

Kommentare (1)

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08.12.2014, 13:02 Uhr

Wer für Ballungsgebiete Transportcopter oder Logistikdrohnen propagiert, der hat einen gewaltigen und gemeingefährlichen Sockenschuss. Sollten sich US-Konzerne mit diesem Mist in Deutschland durchsetzen, wird ihnen garantiert ein wirtschaftliches Desaster, aufgrund von vorsätzlicher und mutwilliger Zerstörung ihrer Drohnen, bereitet werden. Eine ausreichende Minderheit wird sich diesen Transportdrohnen widmen und sie vom Himmel schießen!!!

“Noch sind die hiesigen Ballungszentren weit entfernt von chaotischen Zuständen, wie sie in den aufstrebenden Metropolen Bangkok, Manila oder Schanghai herrschen. Doch der Blick in die Schwellenländer kann eine Warnung sein für Logistiker und Stadtplaner, die hierzulande tätig sind.“

Warum sollten mitteleuropäische Ballungszentren ähnlich chaotisch und extrem wachsen wie in den Zweit- und Drittweltstaaten?!

Ach ja, ich vergaß man möchte gerne diese Drittweltmenschenmassen in hiesige Ballungszentren leiten, denn nur durch maßlose Einwanderung lässt sich noch höheres Wachstum generieren.
Fragt jemand mal die Bürger was die davon halten?! Ach ja, wir werden ja schon von Washingtons Statthalter verwaltet und haben gar nichts mehr zu melden!

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