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03.01.2006

11:00 Uhr

Logistik- und Handelskonzern PCC

Allein mit Anleihen zum Erfolg

VonSiegfried Grass

Männer spielen gern mit Eisenbahnen. Auch Waldemar Preußner. Nur hat seine nicht die Spur H0. Und die Zahl seiner Züge übersteigt den Durchschnittsbesitz des gewöhnlichen Hobbybahners. 84 Lokomotiven sowie 2 800 Waggons und Kesselwagen sind im Besitz der Duisburger PCC, deren Vorstandschef der 47-Jährige ist. Dazu kommen noch Umschlaganlagen in der Ukraine und Polen.

DUISBURG. PCC steht für Petro Carbo Chem und ist eine international tätige Unternehmensgruppe unter Führung der PCC AG mit Sitz in Duisburg. Vor gerade mal zwölf Jahren wurde PCC als Handelshaus für Rohstoffe durch ehemalige Mitarbeiter der heutigen Rüttgers Chemicals gegründet. Bislang eine Erfolgsstory in aller Stille: 2005 erzielte die internationale Gruppe mit ihren drei Sparten Handel, Chemie-Produktion und Logistik einen Umsatz von 775 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn lag bei 17 Millionen.

Mit zahlreichen Zukäufen hat Preußner, inzwischen alleiniger Inhaber der PCC AG, seinen Konzern aufgebaut. Finanziert hat er dies mit 17 Anleihen über insgesamt 100 Millionen Euro. Neun davon sind bereits getilgt. Das Geld investierte er in die Expansion. Beispielsweise 1998, als Preußner den Einstieg in den Energiehandel wagte. Inzwischen hat sich PCC sowohl international als Großhändler wie national als Stromverkäufer für Industrie und Mittelstand etabliert.

Vor allem aber in Polen ist PCC aktiv. Kein Wunder: Preußner wurde im polnischen Korfantof als Sohn deutschstämmiger Eltern geboren. Das ist ihm heute noch anzuhören: Leise spricht er, mit leicht osteuropäischem Anklang in der Stimme. Ein quirliger Wirbelwind ist er nicht.

Als Achtzehnjähriger erst siedelte er nach Deutschland um, studierte Volkswirtschaft in Bielefeld und heuerte 1984 bei den Rüttgerswerken an, wo er schon bald eine Führungsposition erhielt – zuständig für Materialeinkauf in Ost- und Zentraleuropa. 1993 machte er sich dann selbstständig.

Mit dem vor fünf Jahren begonnenen Kauf von Beteiligungen an polnischen Chemieunternehmen wurde aus dem Chemikalienhändler zudem immer mehr ein Produzent. Dabei profitiert PCC von den deutlich niedrigeren Lohnkosten, günstigeren Steuern und den einfacheren Genehmigungsverfahren.

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