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15.04.2006

14:30 Uhr

Lovells

Im Separee mit dunkelroten Tapeten

VonDirk Heilmann

Im noblen Atlantic House versüßt die Londoner Kanzlei Lovells ihren Anwälten und Klienten die extreme Arbeitsbelastung.

Nach dem Deal kommt die Entspannung. Foto: dpa

Nach dem Deal kommt die Entspannung. Foto: dpa

LONDON. Die Endphase eines Deals ist der Teil der Arbeit, den Anwälte fürchten – und heimlich lieben. Zähes Feilschen um letzte Details, müde Gesichter, hitzige Gemüter und endlich die Unterschriften unter dem Vertrag. Im Film würden sich jetzt Pizzakartons und Coladosen auf dem Tisch stapeln, erschöpfte Unterhändler würden zwischendurch ein Nickerchen im Sessel machen.

Muss doch nicht sein. Bei Lovells in London gibt es für einen solchen Verhandlungsmarathon die „Deal Suite“. Die Glaswand des nüchternen Konferenzraums lässt sich auf Knopfdruck in Milchglas verwandeln. Eine Tür hinter dem großen, ovalen Verhandlungstisch führt in ein Separee mit dunkelroten Tapeten, tiefen braunen Ledersofas und geschmackvoller Blumendekoration. Bei Kaffee und Zigarre ist hier im vertraulichen Gespräch schon so mancher gordische Knoten zerschlagen worden.

In den Essenspausen servieren diskrete Kellner leichte Spitzenküche im asiatisch möblierten Speiseraum. Der Blick schweift über die Skyline der City. Frische Luft gibt es reichlich draußen auf der Dachterrasse, wo eine runde Glaskugel sanft von Wasser überströmt wird. Und wer eine Portion Schlaf braucht, lässt sich einfach in eines der Gästezimmer mit weichen Betten und Bad bringen.

„Man muss schon tief in der Firma drinstecken, um solche Bedürfnisse zu kennen“, meint Lesley MacDonagh. Ein noch so guter Innenarchitekt tut das nicht. Darum hat sich die Geschäftsführende Partnerin der internationalen Anwaltskanzlei fünf Jahre lang selbst um Bau und Ausstattung des neuen Hauptquartiers in London gekümmert. Ein Fulltime-Job neben ihrem eigentlichen Job. „Um wirklich einen Unterschied zu machen, muss man sich mit vielen Einzelheiten beschäftigten – bis runter zu den Türgriffen“, lächelt die schlanke, resolute Top-Anwältin. In dem Bau, der das Bild der Firma bei den Kunden bestimmt, wollte sie einfach nichts dem Zufall überlassen. Am meisten Spaß hatte sie bei der Auswahl der unzähligen Gemälde und Skulpturen.

Die Kunden haben das Haus angenommen, berichtet sie. Oft bitten sie darum, Vertragsabschlüsse im Atlantic House machen zu dürfen oder auch eine Tagung hier abzuhalten. Dank beweglicher Zwischenwände lässt sich die elfte Etage in ein Konferenzzentrum mit großen Sälen verwandeln. Das Auditorium ist wie ein Gerichtssaal gestaltet – zum Üben für Junganwälte. Und im zwölften Stock lassen sich die diskreten Speiseräume zu einem Saal zusammenfassen. Mit Grand Piano, falls jemand in die Tasten greifen möchte.

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