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10.02.2015

14:16 Uhr

Lufthansa

Weniger Passagiere für die Kranich-Linie

Die Zahl der Fluggäste bei der Lufthansa ist im Januar gesunken. Grund sind Kapazitätskürzungen in Europa. Das Ticketangebot ist in diesem Bereich um fast vier Prozent zurückgegangen.

Der Preisverfall verfolgt den Kranich-Konzern schon länger. Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft der Lufthansa nach eigenen Angaben um mehr als drei Prozent gesunken. dpa

Lufthansa-Maschine im Landeanflug.

Der Preisverfall verfolgt den Kranich-Konzern schon länger. Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft der Lufthansa nach eigenen Angaben um mehr als drei Prozent gesunken.

FrankfurtMit der Lufthansa sind im Januar wegen Kapazitätskürzungen in Europa weniger Passagiere geflogen. Die Zahl der Fluggäste bei allen Konzern-Airlines – also inklusive Austrian Airlines und Swiss – sei im vorigen Monat um 1,2 Prozent auf 6,86 Millionen gesunken, teilte die Lufthansa am Dienstag mit.

Für Europastrecken sei das Ticketangebot um 3,8 Prozent gekürzt worden. Auf anderen Routen wurden die Kapazitäten jedoch ausgebaut, nach Amerika etwa um fünf Prozent.

Insgesamt sei die Auslastung der Flugzeuge aber gleich geblieben – im Januar waren von 100 Sitzen wie im Vorjahreszeitraum 76 besetzt. Rückläufig sei aber die Preisentwicklung gewesen, betonte die Lufthansa.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Der Preisverfall verfolgt den Kranich-Konzern schon länger. Im vergangenen Geschäftsjahr seien die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft der Lufthansa – also ohne die Auslandstöchter – um mehr als drei Prozent gesunken, schrieb das Management vorige Woche in einem Reuters vorliegenden Brief an die Mitarbeiter.

Da das Kostenniveau der Airline gleichzeitig um 30 bis 40 Prozent über dem direkter Rivalen wie Easyjet oder Turkish Airlines liege, müsse dringend umgesteuert werden, hieß es.

Weiteres sollen die Mitarbeiter auf einer Informationsveranstaltung am 19. Februar erfahren.

Von

rtr

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