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03.02.2006

09:12 Uhr

Luxuriösen Lebensstil des Oracle-Gründers

Larry Ellisons Milliarden-Schuld

VonDavid Hamilton (Thomas Knüwer)

E-Mail sehr behutsam aus: „Ich mache mir Sorgen, Larry ... Wir müssen unbedingt anfangen zu budgetieren und zu planen.“ Das war Mitte 2000. Zu diesem Zeitpunkt drückten seinen Klienten Larry Ellison – Gründer des Softwarekonzerns Oracle und einer der reichsten Menschen der Welt – nicht unerhebliche Schulden. Eine Milliarde Dollar Schulden, um genau zu sein.

Gründer des Softwarekonzerns Oracle: Larry Ellison.

Gründer des Softwarekonzerns Oracle: Larry Ellison.

HB NEW YORK/ DÜSSELDORF. Im Rahmen einer Anlegerklage im kalifornischen San Mateo kommen Details der privaten Finanzen des exzentrischen und für seine abenteuerlichen Hobbys berüchtigten Ellison ans Licht. Bei dem Verfahren ging es um den Verkauf eines großen Pakets Oracle-Anteile aus Ellisons Depot im Oktober 2001 – wenige Wochen, bevor Oracle enttäuschende Zahlen vorlegte. Im November hatte sich Ellison mit dem Kläger geeinigt: Er übernahm dessen Anwaltskosten von 22 Millionen Dollar und spendete weitere 100 Millionen für wohltätige Zwecke. Nun aber können die Gerichtsakten eingesehen werden.

Und darin wird deutlich, dass Ellison regelmäßig seinen privaten Schuldenstand bis auf eine Milliarde Dollar hochfährt, wobei sein Vermögen vom US-Magazin „Forbes“ auf 17 Milliarden geschätzt wird, der Großteil davon besteht aus Oracle-Aktien. Doch Ellison liebt schnelle Yachten, schnelle Autos, ja sogar einen Kampfjet fliegt er. Sein Segelteam für den America’s Cup kostete ihn zum Beispiel 80 Millionen Dollar in drei Jahren, der Bau einer neuen Yacht sorgte für eine Rechnung von 194 Millionen und seine generellen Lebenshaltungskosten lagen damals bei 20 Millionen.

Viel geändert hat sich seitdem anscheinend aber nicht. So soll sein Anwesen im kalifornischen Woodside – eine Ranch im Stil eines japanischen Teehauses aus dem 17. Jahrhundert – 200 Millionen Dollar gekostet haben, das Haus in Malibu 180 Millionen.

Folge: Sein Schuldenstand erreichte 2001 die Rekordmarke von 1,22 Milliarden Dollar. Ellison schien daran nur begrenztes Interesse zu haben, wie eine weitere E-Mail Simons aus dem Jahr 2002 zeigt: „Ich weiß, dass du diese Dinge nicht diskutieren möchtest ... Ich weiß, dass diese Mail dich deprimieren wird. Aber ich glaube, es ist mein Job, Dinge anzusprechen, über die du nicht reden möchtest.“

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