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07.01.2009

14:17 Uhr

M.M. Warburg

Familiärer Nachfolger in den Startlöchern

VonMark C. Schneider

Die Führung der Privatbank M.M. Wartburg bleibt wohl in der Familie. Der 38-jährige Joachim Olearius wird Partner der von seinem Vater geführten Geldhauses. Der Nachwuchsbanker hatte bisher das Privatkundengeschäft und die Risikokoordination der Bank geleitet.

Joachim Olearius hat gute Chancen die Nachfolge seines Vaters an der Spitze von M.M. Warburg anzutreten. Foto: PR Pressebild

Joachim Olearius hat gute Chancen die Nachfolge seines Vaters an der Spitze von M.M. Warburg anzutreten. Foto: PR

HAMBURG. Bis vor kurzem hielt sich Warburg-Chef Christian Olearius in Familienangelegenheiten auffällig bedeckt. Angesprochen auf die Perspektive von Sohn Joachim, bislang als Generalbevollmächtigter verantwortlich für das Privatkundengeschäft und die Risikokoordination der Hamburger Bank, lächelte der 66-Jährige vielsagend.

Gestern gaben die Hanseaten nun bekannt, dass der erst 38-jährige Joachim Olearius seit dem Jahreswechsel dem erlauchten Kreis der Partner angehört. Damit hat er beste Chancen, einmal die Nachfolge seines Vaters anzutreten. Das ist selbst in der traditionsbewussten Riege der Privatbanken die Ausnahme: Beim Lokalrivalen Berenberg etwa findet sich seit Jahren kein Familienmitglied mehr unter den Partnern. Lediglich bei Sal. Oppenheim in Köln und Luxemburg könnte mit Christopher Freiherr von Oppenheim die Familienfolge an der Bankspitze fortgesetzt werden.

Olearius senior rückte 1986 an die Spitze von M.M. Warburg. Als Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter brachte er das 1798 in Altona gegründete Bankhaus auf Vordermann. Warburg litt unter der Expansion bis in die indonesische Metropole Jakarta und Missgeschicken bei der Auswahl seines Spitzenpersonals. Olearius richtete die Bank neu aus, indem er sie auf das Kerngeschäft zurückführte. Das Geschäftsvolumen der Bankengruppe lag 2007 bei fast neun Mrd. Euro – beinah fünf Mal so hoch wie 1986.

Sohn Joachim erwarb sich nach dem ersten juristischen Staatsexamen 1997 erste Sporen bei der DG Bank. Zwei Jahre später betätigte er sich bereits als Unternehmer. Die Familie hatte damals in der Uckermark eine ehemalige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) übernommen. Gelände und Gebäude waren in der DDR-Zeit heruntergewirtschaftet.

Mit großer Leidenschaft ging Joachim Olearius ans Werk, berichten Wegbegleiter, übernahm in der Folge weitere Flächen und machte daraus einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb. Vater und Sohn schätzen gleichermaßen den Ausgleich auf ihrer „Scholle“ in Brandenburg. Beide Juristen eint zudem das Interesse an der Historie. Von den trockenen Zahlen erholt sich der frisch gebackene Privatbankier aus Norddeutschland nicht nur auf dem Acker, sondern auch beim Segeln auf dem Wasser. Olearius ist verheiratet und Vater von zwei jungen Kindern.

Weitere unternehmerische Erfahrungen hatte er von 2002 bis 2005 als Chef des Schifffahrtsbereichs von Warburg gesammelt. 2006 wurde er Direktor der Bank. Parallel steigt auch erstmals seit Jahren mit Henneke Lütgerath ein Warburg-Manager in den Partnerkreis auf. Der 54-Jährige leitete zuvor die Tochterbank Löbbecke in Berlin. Dem Gremium der Partner steht Christian Olearius als Sprecher vor. Auch der Namensträger Max Warburg ist noch Partner der Bank und kümmert sich in dieser Funktion um das Investment-Banking.

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