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11.01.2007

15:02 Uhr

Macher der Marken

Eine sehr erfinderische Hausfrau

VonHelge Hesse

Die Erfindung des Kaffeefilters – simpel und genial – gehört zu jenen Innovationen, bei denen man sich die Frage stellen kann: „Warum ist da nicht schon früher jemand drauf gekommen?“

DÜSSELDORF. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Kaffee längst die deutschen Haushalte erobert. Doch wie man ihn zubereitete und kredenzte, das hatte noch einige Tücken. Meist tat man Kaffeepulver in das Wasser, brühte es dann auf und kippte das warme Kaffeewasser entweder durch ein Sieb oder einen Kaffeebeutel. Immer aber blieb auf dem Tassenboden Kaffeesatz zurück, und es ging auch Aroma verloren. Wie so oft im Leben schien die schlichte Gewohnheit die Menschheit vorerst daran zu hindern, darüber nachzudenken, wie Abhilfe zu schaffen sei.

Doch eines Tages hatte die Dresdener Hausfrau Melitta Bentz genug. Sie wollte den Kaffeesatz nicht mehr hinnehmen. Das Pulver, so dachte sie, musste sich doch irgendwie vollkommen herausfiltern lassen – und das ohne einen Aromaverlust. Kurzerhand stieß sie mit Hammer und Nagel Löcher in einen Messingtopf und machte ihn so zum Sieb. Dann nahm sie aus dem Schulheft ihres Sohnes ein Löschpapier, schnitt es passend zu, legte es in ihr Behelfssieb, gab Kaffeepulver hinein und schüttete anschließend kochendes Wasser darüber.

Das Ergebnis war sensationell. Der Kaffee hatte keinerlei Satz, das Aroma war phantastisch. Anschließende „Markttests“ bei Kaffeekränzchen verliefen erfolgreich, und Melitta Bentz und ihr Mann waren sich bald einig: Mit der Idee war Geld zu verdienen. Im Juli 1908 meldeten sie das Patent an und gründeten im Dezember des gleichen Jahres die Firma.

Der Erfolg stellte sich schnell ein. Auf Messen und Ausstellungen sorgte Melittas Erfindung sofort für Furore, gewann zahlreiche Preise, die Auftragsbücher füllten sich. In den nächsten Jahren musste das florierende Unternehmen immer wieder umziehen, weil der Platz der sich ausweitenden Produktion einfach nicht mehr ausreichte.

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