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04.01.2007

14:47 Uhr

Macher der Marken

Kunst für Katharina die Große

VonHelge Hesse

1779 gelang es James Christie, die Gemälde-Sammlung des ehemaligen britischen Premiers an Katharina die Große zu verkaufen – für die damals gigantische Summe von über 40 000 Pfund. Das Geschäft war in Großbritannien zwar umstritten, gilt aber gleichzeitig auch als Grundstein für den weltweiten Erfolg des berühmten Auktionshauses.

DÜSSELDORF. Der berühmte Porträtmaler Thomas Gainsborough malte 1778 seinen Freund und Nachbarn James Christie, wie er mit verschmitztem Lächeln neben einem Bild sitzt und dabei seinen Arm auf dessen Rahmen lehnt. Mit seiner weißen Perücke und dem eher schlichten Gehrock ist Christie ganz der britische Gentleman des späten 18. Jahrhunderts: die perfekte Verbindung von Selbstbewusstsein und Understatement.

In der auf dem Rahmen ruhenden Hand hält er ein Blatt Papier. Ist es eine Auktionsliste, oder ist es die Liste der Werke, die er der russischen Zarin Katharina der Großen verkaufte? Die Überlegung hat ihren Reiz, denn der für Eloquenz und Humor bekannte schottische Auktionator fädelte in dem Jahr, nachdem er sich auf die Leinwand bannen ließ, jenen Aufsehen erregenden Handel ein, der für manche ein Zeichen des allmählichen Untergangs des britischen Weltreichs war, für andere der Beginn der Hegemonie Russlands über Europa.

1766 hatte Christie im Alter von 36 Jahren in London ein Auktionshaus gegründet und am 5. Dezember die erste Auktion veranstaltet. Rasch wurde er für höhere Kreise zum Ansprechpartner, wenn es darum ging, Familienschätze zu Geld zu machen. Christie erwies sich als diskreter Vermittler und wurde zum Freund zahlreicher Sammler und Maler.

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