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19.02.2015

14:39 Uhr

„Mad Business“

Wie es in deutschen Chefetagen zugeht

VonDana Heide

Die Autoren des Buches „Mad Business“ versprechen einen Blick in die Chefetagen Deutschlands. Herausgekommen ist das Bild des Managers als zynischer, berechnender Taktierer, der zuletzt das Wohl der Firma im Kopf hat.

Der tägliche Wahnsinn: Blick in einen Bürokomplex. dpa

Der tägliche Wahnsinn: Blick in einen Bürokomplex.

DüsseldorfDer Titel des Buches klingt verlockend: Mad Business – Was in den Führungsetagen der Konzerne wirklich abgeht. Das ist es doch, was sich viele Menschen fragen: Was macht mein Vorgesetzter eigentlich den ganzen Tag und vor allem: was läuft krumm? Die Autoren versuchen diese Frage zu beantworten und bilden den Verlauf einer typischen Arbeitswoche eines Managers anhand der fiktiven Figur Paul Hecht ab. Hecht stehe für „rund drei Dutzend Kollegen aus zehn Branchen, die Originalzitate für dieses Buch beisteuerten“, heißt es in der Beschreibung. Bei der Wahl ihrer Gesprächspartner haben die Autoren Joerg Bartussek und Oliver Weyergraf sogar auf einen Proporz geachtet: 25 Prozent der Befragten sind CEOs oder Geschäftsführer, ein Drittel weiblich, alle im deutschsprachigen Raum unterwegs.

Die größten Arbeitgeber-Bewertungsplattformen

Kununu

Mit mehr als 700.000 Bewertungen ist Kununu die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Das Portal hat seinen Sitz in Wien und ist eine Tochter der Networking-Plattform Xing. Kununu wurde im Juni 2007 gegründet.

Jobvoting

Im Jahr 2006 ging Jobvoting als erstes deutschsprachiges Meinungsportal für Jobbewertungen an den Start. Seitdem wurden auf der Plattform Bewertungen zu mehr als 100.000 Unternehmen abgegeben.

Glassdoor

27 Millionen Mitglieder hat die US-amerikanische Arbeitgeber-Bewertungsplattform Glassdoor. 2007 gegründet, startete das Portal Mitte Januar 2015 auch eine deutsche Seite. Dort finden sich Bewertungen zu rund 6.500 deutschen Unternehmen von Siemens über Deutsche Bank bis Adidas.

MeinChef

Auch die deutsche Plattform MeinChef, die 2010 gegründet wurde, zählt zu den größeren Arbeitgeber-Bewertungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Bewertungen von mehr als 10.000 Arbeitgebern befinden sich in der Datenbank.

BizzWatch

Auf dem 2009 gegründeten Bewertungsportal BizzWatch finden sich Erfahrungsberichte über mehr als 2.500 Arbeitgeber. Die am häufigsten bewerteten Unternehmen haben auf der deutschen Plattform bis zu 15 Einträge.

Jobvote

Ein weiteres deutsches Bewertungsportal ist Jobvote. Seit der Gründung im Jahr 2007 wurden dort Erfahrungsberichte über mehr als 800 Arbeitgeber veröffentlicht.

Companize

Die Plattform Companize ging im März 2010 an den Start. Neben Bewertungen über Arbeitgeber kann man dort auch Gehälter vergleichen.

Dass so viele Befragte weiblich sein sollen, kann man den Autoren nur schwer abnehmen. Überhaupt muss die Mehrheit dieser Manager, beziehungsweise der Vorgesetzten der befragten Zitategeber einen ziemlich miesen Charakter haben. Denn Paul Hecht wird als höchst unsympathischer Mensch dargestellt, zynisch und frauenfeindlich – bei der Ehefrau seines Chefs fragt er sich, warum sich ein Mann in seiner Position keine Jüngere genommen hat, die Personalreferentin bezeichnet er als „Häschen“, eine andere Kollegin nennt er statt Frau M. nur Fräulein M. oder Fräulein Rehauge.

Der Skandal, den man angesichts des Titels erwartet, besteht im Wesentlichen aus dem, was viele Arbeitnehmer wahrscheinlich ohnehin bereits vermutet haben: In die Chefetage schaffen es vor allem jene, die gut taktieren können. „Ich schätze, dass ich in den letzten Jahren mindestens 40 bis 50 Prozent meiner Zeit mit 'Innenpolitik' verbracht habe“ , schreibt der Autor. „Man will gar nicht anfangen, sich vorzustellen, was man mit so viel Zeit anderweitig schaffen könnte.“

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