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03.08.2016

12:06 Uhr

Magal aus Israel

Diese Firma empfiehlt sich für Trumps Mauer

VonPierre Heumann

Donald Trump will die Grenze zu Mexiko zumauern. Wird er im Herbst zum US-Präsidenten gewählt, dürfte das die Firma Magal aus Israel besonders freuen. Sie bewirbt sich schon jetzt für das Milliardenprojekt.

Die kriegserprobte Sicherheitsanlage ist das Vorzeigeprojekt von Magal. Imago

Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen

Die kriegserprobte Sicherheitsanlage ist das Vorzeigeprojekt von Magal.

Tel AvivDass Donald Trump an der Grenze zwischen USA und Mexiko eine Mauer hochziehen will, bringt dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten viel Unverständnis und Spott ein. Nicht so bei einer Firma in Israel: Das Bauunternehmen Magal empfiehlt sich bereits wärmstens für den Auftrag. Ob sie für den Bau eines elektronischen Zauns bloß drei Tage brauchen würde, wie sich Trump das vorstellt, ist zwar nicht bekannt. Sicher ist aber, dass Magal seine einschlägige Erfahrung ins Feld führen würde, um sich den Auftrag zu angeln, sollte Trump im Januar ins Weiße Haus einziehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Erst kürzlich, beim Parteitag in Cleveland, hatte Trump seine umstrittene Forderung erneuert. „Wir werden die Banden und die Kriminalität stoppen, wir werden verhindern, dass die Drogen in unsere Gemeinden kommen.“ In Reaktion auf Trumps Worte skandierten die Delegierten begeistert: „Bau die Mauer!“

Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump

Hintergrund

Seit Mittwoch ist Donald Trump offizieller Bewerber der Republikaner für das Amt des nächsten US-Präsidenten. Der Mann, der sein Vermögen mit rund zehn Milliarden Dollar angibt, will Amerika wieder groß in der Welt machen – auch wirtschaftlich.

Finanzen

Trump will für mehr Wachstum in der US-Wirtschaft sorgen. „Bessere Jobs und höhere Löhne“, gibt er als Ziel an. Der Immobilien-Unternehmer will die Staatsschuldenlast der USA von fast 19 Billionen Dollar abbauen. Er bezeichnet die Schuldenlast als unfair gegenüber der jungen Generation und verspricht: „Wir werden Euch nicht damit alleine lassen“. Defiziten im Staatshaushalt will er ein Ende bereiten.

Steuern

Trump hat umfangreiche Steueränderungen angekündigt, die für jeden niedrigere Belastungen mit sich bringen sollen. Wer weniger als 25.000 Dollar im Jahr verdient, soll dank eines Freibetrages künftig gar keine Einkommensteuer mehr zahlen. Er will das Steuersystem vereinfachen, den Höchstsatz in der Einkommensteuer von derzeit 39,6 auf 25 Prozent kappen und die Erbschaftsteuer ganz abschaffen. Auch Unternehmen sollen künftig mit nur noch 15 Prozent Körperschaftsteuer wesentlich besser dastehen – bislang sind es 35 Prozent. Damit sollen sie an Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten gewinnen.

Jobs

Trump verspricht, der „größte Job-produzierende Präsident“ seines Landes zu werden, „den Gott jemals geschaffen hat“. Dabei hält er sich zugute, als Unternehmer bereits für Zehntausende neuer Stellen gesorgt zu haben.

Handel

Um amerikanische Arbeitsplätze zu sichern, will Trump die Zölle auf im Ausland hergestellte Produkte anheben und die US-Wirtschaft insgesamt stärker gegen Konkurrenz aus dem Ausland schützen. Darüber will er mit den Handelspartnern bestehende Verträge neu verhandeln. China, aber auch Mexiko, Japan, Vietnam und Indien wirft er beispielsweise vor, die Amerikaner „auszubeuten“, indem sie ihre Währungen zum Schaden von US-Exporten abwerten und manipulieren.

Freihandelsabkommen

Das angestrebte transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) lehnt Trump ab. Für ihn schadet ein freierer Zugang der Europäer zum US-Markt – vor allem zum staatlichen Beschaffungsmarkt – den amerikanischen Firmen. Trump setzt generell anstatt auf multilaterale Handelsabkommen, etwa im Rahmen der Welthandelsorganisation, auf bilaterale Vereinbarungen mit einzelnen Staaten und Wirtschaftsräumen.

China

Die Handelsbeziehungen zu China, der nach den USA zweitgrößten Wirtschaftsmacht weltweit, will Trump grundlegend überarbeiten und dabei auf Stärke setzen. Er wirft der Volksrepublik vor, ihre Währung künstlich zu drücken, um im Handel Vorteile zu erlangen. Er will das Land daher in Verhandlungen zwingen, damit Schluss zu machen. Auch „illegale“ Exportsubventionen soll die Volksrepublik keine mehr zahlen dürfen. Verstöße gegen internationale Standards in China sollen der Vergangenheit angehören. Mit all diesen Maßnahmen hofft er, Millionen von Arbeitsplätzen in der US-Industrie zurückzugewinnen.

Energie- und Klimapolitik

In der Energie- und Klimapolitik hat Trump eine Kehrtwende angekündigt. Er will die USA von den ehrgeizigen Klimaschutzvereinbarungen von Paris abkoppeln, die Umwelt- und Emissionsvorschriften lockern und eine Rückbesinnung auf fossile Energieträger einläuten. „Wir werden die Kohle retten“, versprach er im Wahlkampf. Auch der umstrittenen Fracking-Energiegewinnung steht Trump positiv gegenüber.

Saar Koursh, Chef von Magal Security Systems, will den Entscheid der amerikanischen Wähler nicht abwarten und preist schon heute die Expertise seiner Firma im Gazastreifen an – oder etwas genauer: den „smarten Zaun“, den seine Firma um den Gazastreifen gebaut hat. Jedes Unternehmen könne eine hübsche Powerpoint-Präsentation zeigen, sagt Koursh. Aber seine Firma könne sehr viel mehr vorweisen: eine kriegserprobte Sicherheitsanlage an der Grenze zu Gaza.

Der „smarte Zaun“ ist mit Videokameras, Bodensensoren und Bewegungsmeldern ausgestattet und wird per Satellit überwacht. Die Gaza-Anlage stößt im Westen, wo die Abriegelung der Palästinenser scharf kritisiert wird, zwar auf schroffe Ablehnung. Doch in einer Zeit, in der Terroristen Angst und Schrecken verbreiten, hat ein Unternehmen, die Zäune baut, Konjunktur.

„Die Welt verändert sich, und Grenzen kommen im großen Stil zurück“, sagte Koush im Bloomberg-Interview. Zumal der Westen große Flüchtlingsströme befürchtet und das Schengener Abkommen neu diskutiert wird. Auch wer Mauern an der Grenze für politisch nicht korrekt hält: Viele drücken da jetzt gerne mal ein Auge zu.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

03.08.2016, 12:31 Uhr

Wie jetzt....ich habe gedacht die achso göttliche Clinton wird neue Präsidentin der USA...Trump hat doch keine Chance gegen Clinton posaunt die deutsche Medienlandschaft immer schön heraus...was jetzt?!

Außerdem würde diese Grenzschutz Firma aus Israel auch für die EU arbeiten. Aber die EU und Deutschland geht lieber mit offenen Grenzen in Gewalt und Terror utner.

Herr Gerd St

03.08.2016, 12:32 Uhr

Und auch da hat sich Deutschland wieder den Rang ablaufen lassen. Dabei habtten wir doch neben den Chinesen soviel Erfahrung im Mauerbau.
Jetzt rächt sich, dass man die Betonindustrie in Ostdeutschland platt gemacht hat. Was hätte man da nicht alles bauen können.
Nun ist man gezwungen Waffen zu verkaufen, die schlecht funktionieren. Alles keine Planung !

Herr Peter Delli

03.08.2016, 12:38 Uhr

Donald Trump will die Grenze zu Mexiko zumauern
Der Herr Trump kennt sich mit Schutzsuchenden aus.

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