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22.02.2017

14:30 Uhr

Managementcoach Stefan Wachtel im Wirtschaftsclub

„Ich bin ein großer Wagenknecht-Fan“

VonJessica Schwarzer

Er mag das Graumäusige nicht und zu viel Authentizität erst recht nicht. Die gut geprobte Rolle ist ihm lieber. Stefan Wachtel coacht die Großen der Wirtschaft – und bringt sie vom Expertenmodus in den Executive Modus.

Der Coach war zu Gast im Handelsblatt Wirtschaftsclub. Bert Bostelmann für Handelsblatt

Stefan Wachtel

Der Coach war zu Gast im Handelsblatt Wirtschaftsclub.

FrankfurtSein Auftritt ist schillernd. Stefan Wachtel trägt keine klassischen dunkelblauen Anzüge wie die scheinbar uniformierten Banker und Berater. Sein Dress ist ein Statement. Der blaue Anzug ist knallblau, die Nadelstreifen sind extrem und die Krawatte changiert irgendwo zwischen Lila und Pink. Kein Wunder, denn der Management-Coach ist gegen das „Graumäusige“, gegen die Langeweile, aber auch gegen das Abgehobene, wie Handelsblatt-Ressortleiter Daniel Schäfer es auf den Punkt bringt.

Wachtel ist an diesem Abend zu Gast im Handelsblatt Wirtschaftsclub in Frankfurt. Der studierte Germanist und Sprachwissenschaftler stellt sein Buch „Executive Modus – 12 Taktiken für mehr Führungswirkung“ vor.

Wirkung ist das große Thema des Coaches. Das größte Problem vieler Manager? „Viele scheitern, weil sie im falschen Film sind“, so Wachtel. „Machen Sie sich bewusst, in welchem Film Sie spielen, proben Sie Ihre Rolle.“ Eine Rolle? Das macht Moderator und Gäste skeptisch. „Wir haben doch Jahrzehnte lang gelernt, dass wir authentisch sein sollen“, wirft Schäfer ein. Doch davon will Wachtel nichts wissen. Zu viel Authentizität schade nur. Komplett verstellen und verbiegen müsse man sich aber auch nicht. Es sei wichtiger, authentisch zu wirken als authentisch zu sein.

Schäfer hakt nach. Schließlich habe doch der große Schriftsteller Oscar Wilde einst gesagt: „Sei Du selbst, alle anderen sind schon vergeben.“ Wachtel kontert mit einer anderen Aussage des Iren. Der habe nämlich auch gesagt, dass die Natürlichkeit die schwierigste aller Posen sei. Auf die richtige Mischung komme es an, so Wachtel, die „richtige Balance zwischen Rolle und Authentizität“.

Und auf den richtigen Auftritt. „Was Menschen sehen, wenn sie andere beurteilen, ist der Schein“, so Wachtel. „Es ist nichts Unethisches daran, am Schein zu arbeiten.“ Der Experte für den perfekten Auftritt weiß, wer vor Menschen reden muss – ob bei einem Vortrag, seinem Team, der Vorstandssitzung oder auf der Hauptversammlung –, will Menschen begeistern und nicht betrüben oder einschläfern. Oder in seinen Worten: „Auch Erbsenzähler und Korinthenkacker mögen schöne Geschichten.“

Und deshalb kann Wachtel auch überhaupt keine selbsterklärenden Charts leiden. „Was soll das überhaupt sein“, fragt er die gut 100 Gäste. „Wie oft haben sie diesen Unsinn schon gehört?“ Irgendwie sei das aber typisch Deutsch. „Wir haben im Grunde zwei Eisenkugeln am Bein, die verhindern, dass wir weiterkommen“, sagt er. „Wir sind Experten, wir sind deutsch.“ Das Publikum lacht.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

22.02.2017, 14:46 Uhr

Wenn schon jemand ein Fan von einen anderen ist, dann kann dieser Jemand niemals seinen eigenen Stil, Sichtweise, Standpunkt vertreten, weil er niemals gelernt hat selbstständig (anders als das "Alte") zu denken.

Herr Grutte Pier

22.02.2017, 15:04 Uhr

"Er mag das Graumäusige nicht und zu viel Authentizität erst recht nicht."

Was ist denn das für ein Schwachsinn?

Das man etwas "graumäusiges" nicht mag, kann ich nachvollziehen.
Aber dass man "Authenzität" nicht mag muss der "Coach der Großen der Wirtschaft" mal plausibel machen.

Obwohl: wenn er seine Klientel so "gecoacht" hat, braucht man sich über die "Beliebigkeit" und "Prinzipienlosigkeit" der heutigen "Eliten" nicht wundern.

Frau Oksana Lebedova

22.02.2017, 18:50 Uhr

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