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07.09.2016

10:20 Uhr

Manager-Studie

Beim Gehalt sind die Digitalen König

VonCatrin Bialek

Die digitale Transformation stellt Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Top-Manager in dem Bereich sind heiß begehrt – und sind laut einer Studie beim Gehalt die großen Gewinner. Wo am besten bezahlt wird.

Innerhalb von Unternehmen führen die Top-Manager die Gehaltslisten an, die für den Bereich Digitalisierung verantwortlich sind. Imago

Digitale Spezialisten

Innerhalb von Unternehmen führen die Top-Manager die Gehaltslisten an, die für den Bereich Digitalisierung verantwortlich sind.

DüsseldorfDer Kampf um die digitalen Talente ist längst entbrannt. Inzwischen gibt es kaum mehr ein Unternehmen, das sich nicht der digitalen Transformation verschrieben hat. Autohersteller, Finanzdienstleister und Stromkonzerne sind davon ebenso betroffen wie Einzelhändler, Werbeagenturen und Medien. Der Prozess, der die Arbeitsabläufe auf den Kopf stellt, erfordert ein gehöriges Maß an Know-how. Davon profitieren all jene, die über entsprechende digitale Expertise verfügen. Das Resultat: Ihre Gehälter steigen stetig.

Innerhalb von Unternehmen führen daher die Top-Manager die Gehaltslisten an, die für den Bereich Digitalisierung verantwortlich sind: Sie verdienen im Schnitt 249.839 Euro, das sind neun Prozent als 2014. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gehaltsstudie der Personalberatung Cribb, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Das letzte Mal hat Cribb diese Daten vor zwei Jahren erhoben.

Bewerbungsstrategien für den Traumjob

Angebotsstrategie

Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

Die Kettenbrief-Strategie

Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

Die Terminstrategie

Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

Die Anti-Aging-Strategie

Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.

Die Projektstrategie

Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

Die Baumeister-Strategie

Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

Die Power-Mail-Strategie

Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

Die Expertenstrategie

Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Erneut zeigt sich: Digital is king. Sogar das General Management verdient mit durchschnittlich 210.858 Euro laut Studie weniger als die Digitalhäuptlinge. Die Schlusslichter in der Einkommenshierarchie sind laut Cribb die Geschäftsführer und Vorstände, die die Bereiche Marketing und Produktmanagement verantworten. Deren Jahreseinkommen liegt im Schnitt bei 155.148 Euro respektive 138.567 Euro.

Die Personalberatung hat im Frühjahr und Sommer 2016 gut 400 Geschäftsführer und Vorstände nach ihren Gehältern und Gehaltszulagen befragt. In der Umfrage zeigt sich: Jeder zweite Befragte erhält einen Dienstwagen, jeder Fünfte Beteiligungen und Aktienoptionen, und jeder Dritte eine betriebliche Altersvorsorge. Jeder Vierte erhält hingegen gar keine Zusatzleistungen.  

„Der Transfer von Führungskräften aus der Digitalwirtschaft in klassische Unternehmen ist seit einigen Jahren ein sehr nachgefragtes Thema. Damit dies den gewünschten Erfolg hat, müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Dwight Cribb, Geschäftsführer der gleichnamigen Personalberatung. In der Studie hat er die Gründe zusammengetragen, die einen Wechsel von der boomenden Digitalwirtschaft in klassische, weniger dynamische Branchen behindern, dazu zählen vor allem „zu viel politische oder organisatorische Bürokratie“, „zu lange Entscheidungswege“ und „weniger unternehmerischer Einfluss“. Einmal digital, immer digital?

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

08.09.2016, 13:41 Uhr

"Beim Gehalt sind die Digitalen König"

In diesem Fall wohl zu Recht. Das Verhältnis von Nachfrage und Angebot bestimmt schließlich den Preis.

Und wenn die wirklich gut sind, d.h., die enormen Herausforderungen tatsächlich bewältigen können, ist es fast schon egal, was sie kosten. Die Ausgabe dürfte sich dann schnell amortisieren.

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