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20.02.2011

14:28 Uhr

Manfred Gentz

Zurück im Fokus der Öffentlichkeit

VonChristian Panster

Die Fusion der Deutschen Börse mit Nyse Euronext rückt Manfred Gentz wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Entscheidung ist nicht unumstritten. Aber mit Fusionen kennt sich Gentz aus.

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse: Manfred Gentz. Quelle: ap

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse: Manfred Gentz.

FrankfurtDie Stimme von Manfred Gentz klingt wie die des weisen Alten: ruhig, besonnen, etwas rauchig. Sein Äußeres passt dazu: schlohweißes Haar, runde Brille. Man hört ihm gerne zu, dem Aufsichtsratschef der Deutschen Börse – und das musste man diese Woche auch.

Das Kontrollgremium des Frankfurter Handelsbetreibers kam zusammen und stimmte der Fusion mit Nyse Euronext, dem New Yorker Rivalen, trotz einiger Bedenken zu. „Historisch“ sei ein solches transatlantisches Bündnis, sagte Gentz. Ein Zusammenschluss der beiden Börsenriesen biete enorme Chancen.

Es war vielleicht sein letzter großer Auftritt. Im Mai 2012 endet Gentz’ Amtszeit, dann ist aus Altersgründen Schluss. So sieht es das Regelwerk der Deutschen Börse vor. Die Fusion – wenn sich die Wettbewerbshüter nicht noch querlegen – wäre ein großer Abschluss seiner Karriere als Aufseher. Ob er früher ausscheiden wird, sollte die Börsenhochzeit vor Ablauf seines Mandats über die Bühne gehen, ist ungewiss. Neben seinem Job als Chefkontrolleur der Deutschen Börse sitzt Gentz noch dem Verwaltungsrat des Schweizer Finanzkonzerns Zurich Financial vor.

Im Aufsichtsrat der Deutschen Börse ist Gentz beliebt, aber nicht ganz unumstritten. Man schätze seine ruhige und sachliche Art, sagen Kollegen aus dem Gremium. Allerdings sei Gentz nicht sonderlich kritisch im Umgang mit Börsenchef Reto Francioni. Alles, was vom Vorstand komme, werde abgenickt, heißt es. Die Fusion sei so ein Beispiel. Gentz allerdings ist davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist, gemeinsame Sache mit der New Yorker Börse zu machen – trotz Bedenken vieler Mitarbeiter.

Mit Fusionen kennt er sich bestens aus, auch wenn es in diesem Falle vielleicht kein gutes Omen ist. Bevor der mittlerweile 69-Jährige Ende 2008 als oberster Aufseher zur Deutschen Börse kam, war er viele Jahre Finanzchef bei Daimler in Stuttgart; auch in der Zeit, als der Autobauer mit Chrysler fusionierte. Während der damalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp von einer Traumhochzeit schwärmte, hielt sich Gentz meist zurück. Besonders innig war das Verhältnis der beiden nie. Die Fusion endete im Desaster.

Wegbegleiter beschreiben Gentz als „ehrliche Haut“, als einen „Guten“. Viele Jahre saß er in der Verhandlungskommission der Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg. Als Personalvorstand war er bei mehreren Pilotabschlüssen als Daimler-Vertreter Verhandlungspartner der Gewerkschafter. Aus der IG Metall hieß es damals, man schätze „den Gentz“, weil er auch in schwierigen Zeiten zu seinem Wort stehe.

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