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10.12.2014

15:34 Uhr

Manipulationsskandal

HSBC feuert Chef des Devisenhandels

Dem Skandal um manipulierte Devisenkurse fällt offenbar ein weiterer Manager zum Opfer: Die britische Großbank HSBC hat laut einem Insider den in London ansässigen Leiter des Devisenhandels entlassen.

HSBC hatte bereits im Oktober im Zuge des Skandals zwei ranghohe Devisenhändler gefeuert, nun folgt der dritte Manager. AFP

HSBC hatte bereits im Oktober im Zuge des Skandals zwei ranghohe Devisenhändler gefeuert, nun folgt der dritte Manager.

LondonDie britische Großbank HSBC hat wegen des Skandals um die Manipulation von Wechselkursen einem Insider zufolge den für Europa, den Nahen Osten und Afrika zuständigen Chef des Devisenhandels entlassen.

Die Personalentscheidung hänge mit den weltweiten Ermittlungen zusammen, erklärte die Person mit Kenntnis der Entscheidung am Mittwoch. „Er ist weg“, sagte der Insider. Die Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Im vergangenen Monat hatten die Behörden HSBC und fünf weiteren Banken wegen Wechselkursmanipulationen Strafen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar aufgebrummt.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

HSBC hatte bereits im Oktober im Zuge des Skandals zwei ranghohe Devisenhändler gefeuert, die die Bank im Januar suspendiert hatte.

Von

rtr

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