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16.03.2012

14:30 Uhr

Margret Suckale

„Wie Kabarett oder tolles Theater“

VonStefani Hergert

Margret Suckale, Vorstandsmitglied beim Chemiekonzern BASF, spricht mit dem Handelsblatt über die drei Buchstaben MBA auf der Visitenkarte, Respekt vor der BWL und die Art, wie Amerikaner unterrichten.

BASF-Vorstand Margret Suckale. BASF

BASF-Vorstand Margret Suckale.

Sie haben Ende der 90er-Jahre den MBA für erfahrene Führungskräfte gemacht. Wie wichtig sind die drei Buchstaben auf der Visitenkarte?

Die drei Buchstaben stehen nicht auf meiner Visitenkarte. Das war auch nicht das Ziel. Ich wollte mich vielmehr fachlich und persönlich weiterentwickeln: Nicht nur lebenslanges Lernen predigen, sondern es auch selbst tun.

Was bringt einer Juristin wie Ihnen der MBA?

In meiner Zeit war das Studium noch sehr stark auf die klassischen juristischen Berufe ausgerichtet. Ich wollte auch ursprünglich Richterin werden, habe mich dann aber entschieden, als Justiziarin in die Wirtschaft zu gehen. Später war ich dann immer häufiger in betriebswirtschaftliche Entscheidungen eingebunden. Das MBA-Studium war für mich deshalb eine ideale Gelegenheit, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge berufsbegleitend zu vertiefen.

Sie haben einmal gesagt, im MBA wurde Ihnen klar, dass Betriebswirte auch nur mit Wasser kochen. Nützt das Programm inhaltlich so wenig?

Ich hatte anfangs Zweifel, ob ich als Juristin mit dem betriebswirtschaftlichen Studium zurechtkomme. Die Denkweise ist schließlich sehr unterschiedlich. Ich habe immer noch viel Respekt vor der Betriebswirtschaft, aber heute kann ich mit meinen Kollegen ganz anders diskutieren.

Wie kamen Sie auf den MBA? 1999 war das Programm hierzulande kaum bekannt.

Amerikanische und australische Freunde hatten mir vom MBA berichtet. In Deutschland gab es, soweit ich weiß, nur ein Executive-Programm. Als ich von dem Studiengang an der WHU erfahren habe, bin ich direkt hingefahren. Natürlich zählte es, dass es ein Kooperationsprogramm war und Kellogg eine der Top-Business-Schools, die in allen Rankings ganz weit vorne war.

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Sind die Ranglisten ausschlaggebend?

Nein, aber man nimmt die gute Platzierung natürlich gerne zur Kenntnis.

Sie haben berufsbegleitend und vor allem an den Wochenenden studiert. Lohnt sich der Aufwand?

Unbedingt! Natürlich gab es auch mal Zeiten, in denen man sich gefragt hat: Willst du dir das wirklich antun? Aber dann reißen einen die anderen Teilnehmer auch irgendwie mit. Man arbeitet ja sehr eng zusammen, verbringt ganze Wochenenden miteinander - das schweißt zusammen.

Viele der Professoren kamen von der Partner-Hochschule Kellogg. Unterrichten die anders?

Die Dozenten waren alle ausgezeichnet. Aber die amerikanischen Professoren haben schon eine ganz besondere Begabung. Deren Vorlesungen sind unglaublich unterhaltsam. Das ist manchmal wie Kabarett oder ein tolles Theaterstück. Und am Ende merkt man, dass man dabei auch noch jede Menge gelernt hat.

Aber die für den MBA obligatorischen Fallstudien haben auch diese Professoren schon eingesetzt?

Ja, Fallstudien gehörten in meinem Programm dazu. Sie geben einem eine gute Grundlage für die anschließende Diskussion.

Können Sie die Kritik an den Fallstudien - zu oberflächlich und zu vereinfachend - nachvollziehen?

Sie sind ja nur ein Mittel, es kommt doch immer darauf an, was die Gruppe daraus macht. Jeder der Teilnehmer bringt seine berufliche Erfahrung ein, bespricht Fälle, die er selbst erlebt hat. Auch ich habe damals das ein oder andere Thema mitgebracht. Dieser Austausch und das Feedback, das wir bekommen haben - das ist so wichtig.

MBA-Studenten vermitteln heute oft den Eindruck, es gehe im Studium vor allem um die Kontakte. Was war für sie wichtiger: Inhalt oder Netzwerk?

Ganz klar der Inhalt. Das Programm lebt von den Beiträgen und Erfahrungen der Teilnehmer, die aus völlig verschiedenen Branchen kommen, völlig unterschiedliche fachliche Hintergründe haben. Jeder berichtet aus seinem Unternehmen, teilt mit den anderen seine Erfahrungen. Das Netzwerken ist aber ohne Zweifel ein positiver Nebeneffekt beim MBA.

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