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21.07.2012

15:07 Uhr

Maria Furtwängler-Burda

„Ich bin eine ewig Suchende“

VonTanja Kewes

Maria Furtwängler-Burda ist schwer zu fassen, sie ist Ärztin, Schauspielerin und Verlegerfrau. Im Handelsblatt-Interview spricht sie über Selbstzweifel, Sehnsucht und darüber, warum sie keine Geschäftsfrau ist.

Die Schauspielerin Maria Furtwängler. dapd

Die Schauspielerin Maria Furtwängler.

Sie ist im besten Sinne des Wortes schwer zu fassen. Maria Furtwängler-Burda ist Ärztin, eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, Verlegerfrau und sozial engagiert. In Lifestylemagazinen wie der "Bunten", die im Verlag ihres Mannes Hubert Burda herausgebracht wird, ist sie häufig in großer Robe zu sehen.

Doch das reicht ihr nicht. In der Wirtschaft ist sie durch ihr Engagement für die Frauenquote beliebt wie gefürchtet. Zudem wird ihr gerne nachgesagt, dass sie einmal wie Liz Mohn und Friede Springer den Verlag führen wolle. Ein Ort, an dem diese vielen Maria Furtwängler-Burdas zusammenkommen, ist die Konferenz DLD Women. Sie moderiert die Veranstaltung, zu der jetzt 600 Frauen (und ein paar Männer) kamen, und die von Konzernen wie Siemens, Audi und HP unterstützt wird.

Die Themenbreite ist enorm - von Frauenquote über Digitalisierung bis Bildungspolitik. Die 45-Jährige ist mittendrin - und in der Pause auch mal kurz zu Hause, um nach ihrem Sohn zu schauen, der krank im Bett liegt. "Ach", sagt sie, "ich frage mich jedes Jahr, warum ich mir das wieder antue. Aber kaum bin ich hier, weiß ich warum: Ich will was bewegen."

Handelsblatt: Frau Dr. Furtwängler-Burda, Sie wirken, egal was Sie tun - ob schauspielern, moderieren oder an der Seite Ihres Mannes stehen - sehr selbstbewusst. Sind Sie es - oder tun Sie nur so?
Maria Furtwängler-Burda: Weder noch. Ich versuche mir nur im eigentlichen Sinn des Wortes, meiner Selbst bewusst zu sein. Im Augenblick anwesend und aufrichtig mir selbst gegenüber - und das ist gar nicht immer leicht.

Warum nicht?
Weil wir uns entweder von außen sehen und beurteilen "Sitzt das Hemd? War die Antwort schlau genug?" - oder in Gedanken über das Vergangene oder das, was kommt, festhängen. Im Hier und Jetzt sein, ist die große Kunst.

Auf der Konferenz DLD Women stand Furtwängler-Burda auf der Bühne und moderierte die Veranstaltung. dpa

Auf der Konferenz DLD Women stand Furtwängler-Burda auf der Bühne und moderierte die Veranstaltung.

Sie spielen viele Rollen. Sie sind Ärztin, Schauspielerin, Verlegergattin, Mutter und sozial engagiert. Warum geben Sie sich nicht mit einer Rolle zufrieden?
Wieso sollte ich mit einer Rolle zufrieden sein? Ich mache ja nicht alles gleichzeitig. Die Kinder sind aus dem Haus, und als Ärztin arbeite ich nur noch, wenn ich in eines unserer Projekte für "Ärzte für die Dritte Welt" reise. Meine Leidenschaft gilt der Schauspielerei, im weiteren Sinne dem Geschichtenerzählen.

Haben Sie eine Vision?
Dieses Wort ist so überstrapaziert. Ich habe eine Sehnsucht, ja.

Welche ist das?
Ich möchte gerne Menschen berühren und zum Mitfühlen und Nachdenken anregen. Es ist sowohl als Schauspielerin möglich, Menschen emotional zu bewegen, als auch bei unserer Frauenkonferenz DLD Women. Dort kämpfe ich - was die Frauenquote angeht - für echte Bewegung in den Chefetagen.

Kommentare (19)

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Zensuropfer

21.07.2012, 15:24 Uhr

Wie langweilig. [...]. [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

mohnhorn

21.07.2012, 16:01 Uhr

danach wurde sie nicht gefragt,also kann sie ooch nicht antworten.

der zeilennapoleon hat genug probleme mit seinem eigenen geisteswuchs

easyway

21.07.2012, 16:41 Uhr

Ewige Suche wäre nichts für mich. Ich hatte mir glücklicheweise frühzeitig vorgenommen, direkt zum archimedischen Punkt zu streben. Vor allem wollte ich angekommen sein, bevor ich tot bin. Heute weiß ich, das war der beste Entschluß meines Lebens, denn das dauert seine Zeit und der Weg ist steinig.

Man lernt dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen, sehr richtig. Allerdings, und das ist die Krux, man wird schwer erschüttert.

Wenn Furtwängler was für die dritte Welt tun will, brauchte sie nur vor die Tür zu gehen. Sie lebt mitten drinnen.
In der dritten Welt findet sie nämlich den Müll, der hier produziert wird für die Halde Dank programmierter Obsoleszenz.
Die Obsoleszens ist ein Hamsterrad, in dem auch Furtwängler um ihr Leben rennt, erfunden vom Kartell für ewiges Wirtschaftswachstum, das demnächst krachend gegen die Wand fährt.

Manchmal reicht es schon, sich den richtigen Film auf Arte oder Phoenix anzuschauen, um aus dem Hamsterrad auszubrechen, Frau Furtwängler.

Die DDR hat vieles besser gemacht als wir, sehr vieles. Nur mit der Demokratie hat's gehakt.





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