Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.03.2012

15:51 Uhr

Mark Driver, Peter Kizenko

Vom Topbanker zum Winzer oder Saunabetreiber

Nase voll von Finanzkrise: Prominente Banker kehren der Branche den Rücken. Mark Driver baut nun Wein in Südengland an. Und Peter Kizenko von Goldman Sachs will nahe New York eine russische Sauna betreiben.

Weinanbau lockt Banker: Mark Driver ist Winzer geworden. dpa

Weinanbau lockt Banker: Mark Driver ist Winzer geworden.

Mark Driver hat seinen neuen Lebensmittelpunkt in Rathfinny in der Grafschaft Sussex. Hier in den South Downs, einer hügeligen Kreidelandschaft im Süden Englands, baut er seit dieser Woche Chardonnay, Pinot, Noir, Pinot Meunier und Riesling an - auf einem Boden, der jenem in der Champagne ähnelt. Ziel ist es, das Weingut auf 162 Hektar zu erweitern, womit es das größte in Großbritannien wäre.

"Warum den Rest Deines Lebens vor einem Computerbildschirm sitzen und Preise beim Steigen und Fallen beobachten, wenn doch das Beobachten der Trauben beim Reifen viel weniger stressig ist", sagt er auf dem Weingut. Dort hört man statt gestresster Banker eher Möwen. Und um ein Mobilfunksignal mit dem Blackberry zu erhaschen, muss man erst mal einen Hügel erklimmen.

Günther Jauch: „Ich gehe die Winzerei mit Ehrgeiz an“

Günther Jauch

exklusiv„Ich gehe die Winzerei mit Ehrgeiz an“

Günther Jauch macht nicht nur Fernsehen, er macht auch Wein. Er hat das Weingut Von Othegraven übernommen.

Driver arbeitete zunächst bei Fidelity, bevor er bei County Nat West in Hongkong an Bord ging. Er stand auch in den Diensten von Crosby Securities, Merrill Lynch & Co. und Donaldson, Lufkin & Jenrette. Er war zudem einer der Gründungspartner bei Horseman Capital Management - eine Firma, die seinen Angaben zufolge zeitweise 6 Milliarden Dollar verwaltete.

Für die Anbaufläche bezahlte Driver im Jahr 2010 rund 3,5 Millionen Pfund (4,2 Millionen Euro). Im kommenden Jahr wird er wohl erste kleine Mengen an Wein herstellen. Ab 2016 oder 2017 soll dann der Sekt vertrieben werden. Eine Flasche dürfte für 25 bis 28 Pfund in den Handel kommen.

"Ich habe schon immer Wein geliebt, aber das hier ist ein kommerzielles Geschäft, keine Liebhaberei", sagt der 47-Jährige. Wie viel Geld er genau investiert, will er nicht verraten. Ein bisschen lässt er sich dennoch in die Karten gucken: Er rechne damit, dass das Geschäft auf Cash-Flow-Basis 2017 profitabel werde.

Als Kellermeister hat Driver Jonathan Medard eingestellt, einen gebürtigen Franzosen, der bei Chateau Mouton Rothschild, Champagne Louis Roederer, Moet & Chandon und Champagne Boizel sein Handwerk gelernt hat. Beste Voraussetzungen also.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Infrarouge

30.03.2012, 16:50 Uhr

Dass diese Unternehmungen für diese Herren profitabel werden, darf bezweifelt werden, weil es ihnen an Maß fehlt. Die Sauna muss natürlich in Russland gefertigt werden und als Kellermeister muss selbstverständlich der beste her - nur muss das ja auch bezahlt werden. Und ich wäre nicht bereit, für englischen Wein wiederholt 35 EUR auszugeben. Also eher ein schönes Hobby als ernstzunehmendes Unternehmertum!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×