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13.09.2012

09:24 Uhr

Mark Fields

Fords leidenschaftlicher Manager

VonThomas Jahn

Bei der heutigen Ford-Verwaltungsratssitzung dürfte Mark Fields zum Nachfolger von Vorstandschef Alan Mullaly ernannt werden. Fields überzeugt mit Durchsetzungskraft und harten Entscheidungen. Und mit Umgänglichkeit.

Fords Amerika-Chef Mark Fields könnte schon bald die Leitung des Konzerns übernehmen. Reuters

Fords Amerika-Chef Mark Fields könnte schon bald die Leitung des Konzerns übernehmen.

New YorkEr ist ein Mann der Tat. Als sich Mark Fields, der Chef des Nordamerika-Geschäfts von Ford, 2006 mit dem damaligen Finanzvorstand Don Leclair stritt, ging es im Grunde nur um eine Sparmaßnahme. Leclair wollte die Ausgaben für Fields Anzeigenkampagne kürzen, doch der hielt dagegen, beide brüllten sich an: „Wenn du das verdammte Geschäft führst, kannst du das machen“, soll Fields laut der Zeitung „Detroit News“ geschrien haben. Und: „Aber du bist nur der Finanzvorstand.“ Hätte der damalige Vorstandschef Bill Ford nicht eingegriffen, wäre es zur Schlägerei gekommen. Geleugnet hat Fields die Szene nie – er habe sich schon immer „leidenschaftlich“ für Wirtschaft interessiert.

Der 51-Jährige kann sich durchsetzen – und er will noch viel mehr. Heute trifft sich in Detroit der Verwaltungsrat des zweitgrößten US-Autoherstellers Ford. Das wichtigste Thema: Die Nachfolgeregelung für Vorstandschef Alan Mulally. Mit 67 Jahren ist der frühere Boeing-Manager recht alt für das Amt. Und der Ingenieur hat alles erreicht: Als er 2006 vom Flugzeugbauer Boeing kam, ging es Ford schlecht. Doch unter seiner Führung nahm Ford als einziger Autohersteller in der Finanzkrise keine Staatshilfen in Anspruch. Vor kurzem erhielt es seine volle Kreditwürdigkeit von Moody's und auch Standard & Poor's zurück.

Spekulationen über die Nachfolge Mulallys, der wohl 2013 ausscheiden wird, kursieren seit dessen 65. Geburtstag. Als Kandidaten nannten Experten neben Fields auch Asienchef Joe Hinrichs und Europachef Stephen Odell.

Allerdings läuft das Geschäft in Europa schlecht. Und Hinrichs ist mit 45 Jahren zu jung. Es ist wahrscheinlich, dass sich Fields durchsetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ will Ford ihn heute oder spätestens im Oktober als Chief Operating Officer (COO) zum zweiten Mann im Unternehmen befördern.

Fields, braun gebrannt, schwarzes, volles Haar, sieht jünger aus, als er ist. Der Amerikaner legte eine steile Karriere hin. Schon im Alter von 38 Jahren führte er Madza Motor, an dem Unternehmen besaß Ford damals einen großen Anteil. Und mit 45 dann leitete er das Amerikageschäft von Ford.

Doch zu dieser Zeit musste er zeigen, was er kann: Fields entwickelte die „Way Forward“-Kampagne: Unprofitable Modelle wurden gestrichen, 14 Fabriken geschlossen, rund 30 000 Arbeitsplätze abgeschafft. Neue Modelle sollten schneller entwickelt werden, die Anzahl der Produktionsplattformen sollte gleichzeitig reduziert werden.

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