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01.09.2012

11:30 Uhr

Mark Frese

Der Kampf gegen den Dax-Abstieg

VonKirsten Ludowig

Wer es in den Dax schafft und wer fliegt, beschäftigt derzeit einen Mann besonders: Mark Frese, Metro-Finanzvorstand. Er kämpft gegen den Abstieg seines Unternehmens – erste Zeichen der Besserung gibt es bereits.

Metro-Finanzvorstand Mark Frese (rechts) und Metro-Konzernchef Olaf Koch. Reuters

Metro-Finanzvorstand Mark Frese (rechts) und Metro-Konzernchef Olaf Koch.

DüsseldorfWer Vorstand eines Dax-Konzerns wird, hat es geschafft - nach ganz oben: in das Topmanagement eines der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen, die an der Frankfurter Börse gelistet sind. Bei Mark Frese war es Mitte Dezember so weit. Metro, mit 66,7 Milliarden Euro Umsatz Deutschlands Handelskonzern Nummer eins, beförderte den Diplom-Ökonomen zum Finanzchef.

Acht Monate später droht Metro nach 16 Jahren im Dax der Rauswurf aus dem führenden deutschen Aktienindex. In gut einer Woche entscheidet die Deutsche Börse über die Zusammensetzung des illustren Kreises der Blue Chips - und damit auch über Metros Börsenschicksal.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Und was tut Frese? Er kämpft - auch wenn es für seinen Konzern alles andere als gut aussieht. Der 48-Jährige hatte viel zu tun in den vergangenen Wochen. Auf Roadshows in Frankfurt und London warb er um die Gunst der Investoren.

Es folgten zahlreiche Gespräche mit Analysten. "Wir setzen alles daran, den Markt von unserer Stärke zu überzeugen", sagt Frese. Er will das Vertrauen in die Metro-Aktie zurückgewinnen. Erste Zeichen der Besserung gibt es bereits.

Der Kurs hat seit dem Jahrestief Ende Juli um rund 19 Prozent auf rund 24 Euro zugelegt. Auslöser waren die Quartalsergebnisse, die besser ausfielen, als viele Analysten erwartet hatten. Auch der Etappensieg im Streit mit den Minderheitsgesellschaftern um das Sagen beim Elektronikhändler Media-Saturn stützte den Anstieg.

Und doch bleibt das Risiko eines Dax-Abstiegs hoch, das weiß Frese: "Uns ist bewusst, dass wir an vielen Stellen des Konzerns gleichzeitig arbeiten und das Bild einer Großbaustelle entstehen kann. Es gibt großes Potenzial, aber viel zu tun. Das braucht Zeit und verlangt auch unseren Investoren Geduld ab." Als Finanzchef schaut Frese vor allem auf den Cash-Flow, der nach einem starken Rückgang 2011 wieder etwas gestiegen ist. "Cash ist King für die Metro", lautet Freses Credo. Er braucht den finanziellen Spielraum, um die Nettoverschuldung zu senken. Das soll der Aktie weitere Impulse geben.

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